Baufinanzierung – Was Bauherren beachten sollten

Baufinanzierung – Was Bauherren beachten sollten
Baufinanzierung – Was Bauherren beachten sollten
Wer sich mit den Gedanken beschäftigt, ein Haus zu errichten oder errichten zu lassen, der hat ein großes Vorhaben ins Auge gefasst. An erster Stelle steht neben dem passenden Baugrundstück, vor allem die Baufinanzierung der Immobilie. Noch immer ist deutlich zu erkennen, dass das Zinsniveau bei Baudarlehen äußerst lukrativ ist. Aber welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt es, worauf sollten Bauherren in jedem Fall achten und welche Fehler gilt es zu vermeiden?

Verschiedene Varianten zur Finanzierung des Eigenheims

Für Bauherren sollte immer wichtig sein, dass sie über ein entsprechendes Eigenkapital verfügen. Denn wer wenig an eigenen Mitteln beisteuern kann, wird das meist schmerzlich bei den Zinsen des Darlehens spüren. Zudem ist es immer ratsam, wenn beim Bauen auch der Blick in die finanzielle Zukunft berücksichtigt wird. Nur wer auch auf lange Sicht entsprechend plant, kann für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Für die Finanzierung der Immobilie können Interessierte aus den unterschiedlichsten Varianten wählen. So gibt es natürlich zum einen das ganz klassische Baudarlehen, welches bei sehr vielen Kreditgebern und selbstverständlich bei der eigenen Hausbank angeboten wird und zum anderen gibt es auch eine Finanzierung nach dem Baustein-Prinzip. Aber auch eine Finanzierung über eine Lebensversicherung oder mittels Bausparvertrag ist in dem Bereich des Möglichen.

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Das klassische Baudarlehen

Wer auf die klassische Variante des Baudarlehens zurückgreifen möchte, entscheidet sich für ein Darlehen, welches in der Regel eine Mindestlaufzeit von 30 Jahren und dazu eine Zinsbindungsfrist hat. Ist diese Frist abgelaufen, dann werden die Zinsen noch einmal neu ausgehandelt. Für Bauherren spielt an dieser Stelle vor allem der effektive Jahreszins eine tragende Rolle. Gerade für Bauherren, die ein gewisses Eigenkapital hinzusteuern können und über einen langfristigen Zeitraum mit festgelegten Konditionen planen möchten, empfiehlt sich das klassische Baudarlehen.

Bausparverträge oder Lebensversicherung

Etwas anders gestaltet sich da die Baufinanzierung über einen Bausparvertrag oder sogar über eine Lebensversicherung. Insbesondere der Bausparvertrag war zu früheren Zeiten eine übliche Art und Weise, den Bau eines Hauses zu finanzieren. Die vergangenen Jahre haben jedoch einen starken Rückgang dieser Finanzierungsmöglichkeit erkennen lassen. Dabei hat ein Bausparvertrag immer noch diverse Vorteile zu bieten, wie beispielsweise gleichbleibende Zinsen und monatliche Tilgungsraten während der kompletten Laufzeit. Wer also besonders viel Wert auf frühe und gute Planung legt, fährt in der Regel sehr gut mit einem Bausparvertrag.

Hingegen ist die Finanzierung eines Hauses mittels einer Lebensversicherung nicht ganz so bekannt und auch nicht weit verbreitet. Dabei zeichnet sich diese Variante dadurch aus, dass innerhalb der gesamten Laufzeit keine Raten für die Tilgung anfallen, und nur die laufenden Zinsen sowie die Versicherungsbeiträge entrichtet werden müssen. Kommt die Lebensversicherung dann zu ihrem Ablauf, wird die angesammelte Versicherungssumme das Baudarlehen in einem Rutsch zurückzahlen. Bauherren, die sich also im Monat etwas weniger Kosten ans Bein binden möchten, könnten mit der Variante der Lebensversicherung eine gute Alternative gefunden haben.

Möglichkeiten zur vorherigen Information über die einzelnen Finanzierungsmöglichkeiten

Wie auch bei einem ganz klassischen Ratenkredit sollte gerade bei einer Baufinanzierung, ausgiebig verglichen und recherchiert werden. Ideal dafür geeignet ist passende Fachliteratur, die  einen guten Überblick über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, sowie deren Risiken und Vorteile bietet. Eine sehr gute Auswahl an entsprechender Literatur bietet der Haufe Shop an. Die dort verfügbaren Bücher enthalten außerdem weitere Ratschläge und Tipps, wie beispielsweise zum Thema Wohnungsbauprämie.

Auch eine Beratung bei der Bank Ihres Vertrauens, kann Ihnen dabei helfen die richtige Entscheidung für Ihre Baufinanzierung zu treffen. Die Finanzierung über die eigene Hausbank liegt immer nahe, doch das heißt nicht zwangsmäßig, dass es sich dabei auch um das beste Angebot handelt.

Ein entsprechender Vergleich im Internet kann entscheidend weiterhelfen. Selbst wenn die Zinsersparnis nur wenige Pünktchen beträgt, verursachen diese auf die Länge der Laufzeit gesehen, einen großen Unterschied. In jedem Fall gilt: Machen Sie keinen Schnellschuss! Wägen Sie alle Aspekte ab, informieren Sie sich vorab über die verschiedenen Tipps und Ratschläge zum Thema Baufinanzierung und treffen Sie Ihre Entscheidung mit Bedacht!

Die Baufinanzierung ist eine streng verwendungsorientierte Finanzierung für eine Immobilie. Sie ist wesentlicher Bestandteil von Erwerb, Bau oder Sanierung eines Gebäudes.

Wie funktioniert Finanzierung bei Neubau?

Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen der größte Traum. Allerdings ist der Neubau eines Hauses ein sehr großes finanzielles Vorhaben und somit auch ein entscheidender Schritt im weiteren Leben. Auf keinen Fall sollte man bei diesem Schritt impulsiv und unbedacht vorgehen, denn sonst ist man später eventuell enttäuscht.

Gerade bei der Baufinanzierung müssen vorschnelle finanzielle Entscheidungen vermieden werden. Bevor es an die Finanzierung geht, müssen einige Schritte erfolgen. Dazu gehört in erster Linie der Wunsch und die Bereitschaft ein Haus im Rahmen einer Baufinanzierung zu bauen.

Hat man den richtigen Baupartner gefunden, sollte man sich Gedanken um sein eigenkapital machen. Hier gilt je mehr Eigenkapital man aufbringen kann, umso besser ist dies für die Baufinanzierung. Zum Eigenkapital zählen Sparguthaben, Bausparverträge, Lebensversicherungen, Wertpapiere und auch die Eigenleistung.

Anschließend sucht man mit einem Baufinanzierungs-Experten nach der besten Möglichkeit für die Baufinanzierung. Wichtig hierbei ist, dass alle anfallenden Kostenfaktoren berücksichtigt werden. In jedem Fall muss man die Baufinanzierung realistisch kalkulieren, weil man sich für einen sehr langen Zeitraum an diese Baufinanzierung bindet.

Dazu muss die Tilgung realistisch geplant werden. Im Vorfeld muss man zusammen mit dem Baufinanzierungs-Experten herausfinden, welche Summen man tatsächlich jeden Monat über einen langen Zeitraum aufbringen kann. Darin sollten in jedem Fall auch mögliche Sonderausgaben einkalkuliert sein.

Was muss ich bei einer Finanzierung beachten?

Bevor man sich zu einer Finanzierung entschließt, müssen einige Punkte im Vorfeld beachtet werden.

  • Das vorhandene Budget darf nicht zu knapp kalkuliert werden. Dazu müssen akribisch alle Ausgaben aufgelistet werden. Die monatliche Darlehensrate sind nicht mehr als 40 % des Nettoeinkommens betragen.
  • Die Finanzierung muss immer auf das Leben ausgerichtet sein.
  • Die Finanzierung muss an das Vorhaben angepasst werden.
  • Durch Eigenkapital bekommt man Zinsvorteile, die sich im Laufe der Zeit bezahlt machen. Je höher das Eigenkapital ist, umso niedriger kann der Zinssatz ausfallen.
  • Bekommt man günstige Zinsen, dann sollte man versuchen diese möglichst lange festzuschreiben. Optimal sind hier 10 Jahre und länger.
  • Gerade wenn man am Anfang hoch tilgen kann, ist man schneller schuldenfrei. Experten raten zu einer Tilgung von 3 % und mehr. Gerade bei niedrigen Zinsen ist eine hohe Tilgung wichtig.
  • Möchte man nach der Zinsbindung schuldenfrei sein, dann sollte man sich von Anfang an für ein Volltilger-Darlehen entscheiden. Dabei werden die Darlehensraten so kalkuliert, dass man am Ende schuldenfrei ist.
  • Nach Möglichkeit eine Sondertilgung vereinbaren, denn dadurch ist man schneller schuldenfrei.
  • Wenn möglich, dann sollte man den Tilgungssatz wechseln können, denn das bringt mehr Flexibilität.
  • Einmal pro Jahr sollte man sich mit seiner Finanzierung beschäftigen und überprüfen, ob alles optimal ist. Dazu gehört auch, dass man die Zinsentwicklung am Markt verfolgt und nach Möglichkeit eine Sondertilgung anstrebt.

Was passiert mit meinen Eigenkapital bei einer Finanzierung?

Das Eigenkapital dient in erster Linie dazu, das Risiko der Bank bei einer Finanzierung zu senken. Dies gilt insbesondere dann, wenn man das Haus nicht mehr zahlen kann und die Bank es versteigern muss, um an ihr Geld zu kommen.

Benötigt man eine Finanzierung von 300.000 Euro, kann man die Summe der Finanzierung durch ein Eigenkapital von 20.000 Euro auf 280.000 Euro minimieren. Somit werden auch die monatlichen Raten geringer und man ist schneller schuldenfrei. Meist bekommt man bei genug Eigenkapital auch von der Bank einen deutlich günstigeren Zinssatz, sodass man auf Dauer von dem Eigenkapital profitiert.

Man zahlt nicht nur weniger Zinsen, sondern ist auch früher schuldenfrei. Das Eigenkapital, das man aufbringen kann, spielt auch eine wichtige Rolle, wenn das monatliche Einkommen nach Ansicht der Bank nicht ausreichend hoch ist.

Wie viel Eigenkapital sollte man einsetzen?

Eines vorweg gesagt, je mehr Eigenkapital man einsetzen kann, umso besser ist dies für die Finanzierung. Experten raten bei einer Finanzierung zu einem Eigenkapital von 20 – 30 % der Gesamtkosten für den Bau oder Erwerb einer Immobilie.

Deutlich besser ist es, wenn man sogar noch mehr an Eigenkapital aufbringen kann, denn je höher das Eigenkapital ist, umso weniger muss man als Kredit aufnehmen. Außerdem sind Banken eher bereit einen niedrigen Zinssatz zu gewähren, wenn ausreichend Eigenkapital zur Verfügung steht.

Für die Bank bedeutet dies eine größere Sicherheit bei einem eventuellen Ausfall der monatlichen Zahlungen. Was aber zählt denn tatsächlich zum Eigenkapital. Mit Eigenkapital ist nicht nur Bargeld gemeint, sondern auch Versicherungen, Wertpapiere, Bausparverträge, Aktien, andere Immobilien und nicht zu vergessen die Eigenleistung, die man in den Bau mit einbringt.

In welchen Schritten läuft der Hauskauf ab?

Als erstes plant man sein Budget und lässt sich von der Bank eine Vorfinanzierungszusage geben. So kann man im Vorfeld schon einmal ermitteln, wieviel Haus man sich eigentlich leisten kann. Anschließend kann man beginnen nach der passenden Immobilie zu suchen.

Dazu zählt natürlich auch das Grundstück, wenn man selbst bauen möchte. Entscheidet man sich für eine Bestandsimmobilie, kann jetzt mit den Hausbesichtigungen begonnen werden. Dabei ist es wichtig, dass man nicht nur auf das Haus schaut, sondern auch vieles darum herum in seine Überlegungen mit einbezieht.

Hat man sein Traumhaus gefunden, dann sollte man einen Blick in das Grundbuch werfen, um zu sehen, ob es eventuelle Belastungen gibt. Jetzt kann man mit dem Verkäufer in die Phase der Preisverhandlung treten und direkt daran einen Vorvertrag abschließen. Eine reine Reservierungsvereinbarung hat rechtlich keine Relevanz.

Danach kann man die Baufinanzierung fest machen, indem man mit seinem Bankberater alles Wesentliche bespricht. Erst danach sollte der eigentliche Kaufvertrag aufgesetzt werden, den man dann beim Notar beurkunden lassen muss. Gleichzeitig muss auch eine Auflassungsvormerkung eingetragen werden. Ist dies alles geschehen kann man den Kaufpreis sowie die Nebenkosten begleichen.

Als letzter schritt kommt die Umschreibung im Grundbuch und natürlich die Schlüsselübergabe durch den Verkäufer. Spätestens jetzt sollte man alle Handwerkerrechnungen des Verkäufers prüfen, ob eventuell noch das Recht auf Nachbesserung besteht. Zusätzlich werden Zählerstände notiert und erst dann die Immobilie im vereinbarten Zustand übernommen.

Fazit: Soll ich Eigentum kaufen?

Aktuell ist der Immobilienmarkt voll überhitzt und so fragt man sich schon, ob man direkt kaufen soll oder doch lieber warten, bis sich die Lage beruhigt hat. Hier kann man durchaus sagen, dass die Immobilienpreise in der Zukunft eher steigen als dass sie fallen werden.

Außerdem befinden wir uns gerade in einer Niedrigzinsphase. Dies bedeutet, dass man wahrscheinlich in Zukunft kaum mit einem solch günstigen Zinssatz rechnen kann. Auch bei steigenden Immobilienpreisen lohnt sich der Kauf durch die niedrigen Zinsen.

Selbst wenn die Immobilienpreise in naher Zukunft nach unten gehen, ist davon auszugehen, dass die Zinsen in gleichem Maße explodieren und man tatsächlich nicht wirklich spart. Zahlreiche Experten der Immobilienbranche sagen, dass die Preise in Zukunft weiter steigen werden und die Chance eine Immobilie so günstig zu bekommen, kaum wiederkommen wird.

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