Welche Bauformen für ein Carport gibt es?

Im Gegensatz zu einer geschlossenen Garage handelt es sich bei einem Carport vom Grundprinzip her um einen reinen Unterstellplatz für das Auto, bestehend aus einem Dach und dessen tragender Unterkonstruktion. Trotzdem gibt es bei einem Carport verschiedene Bauformen, die je nach Bedarf, Belieben und Gegebenheiten vor Ort gewählt werden können.


Was zeichnet ein Einzelcarport und Doppelcarport aus?

Ein Einzelcarport ist die klassische, meistgenutzte und meistgebaute Carport-Variante. Wie der Name es bereits andeutet, handelt es sich bei einem Einzelcarport um einen Einstellplatz für einen einzelnen Pkw. Je nach individueller Beschaffenheit, Standort und Bauart finden im Einzelcarport darüber hinaus auch Fahrräder oder Brennholz eine Unterstell- beziehungsweise Einlagerungsmöglichkeit.

Bei einem Doppelcarport ist es möglich, zwei Autos nebeneinander zu parken. Darüber hinaus ist die individuelle Beschaffenheit des Doppelcarports weitgehend mit jenen des Einzelcarports zu vergleichen. Besondere Anforderungen werden hier natürlich an die Unterkonstruktion gestellt, die das Dach des Doppelcarports trägt. Denn aufgrund der doppelten Dachfläche muss der Unterbau mehr Gewicht tragen und auch deutlich größeren Belastungen durch Wind und Wetter standhalten.

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weka Flachdach-Einzelcarport 617 Gr.2
weka Einzelcarport 606 Gr.2

Besondere Vorteile bietet ein Doppelcarport natürlich durch seine große Fläche. So kann er beispielsweise bei schlechtem Wetter auch zur Location für die Sommerparty werden. Ein seitlich angebauter Schuppen kann auch in solchen Fällen gute Dienste tun.

Eine Sonderform des Doppelcarports ist der Carport mit einfacher Breite, aber doppelter Länge. Hier können zwei Fahrzeuge hintereinander geparkt werden. Sinnvoll ist ein solcher Doppelcarport aber auch, wenn ein Anhänger untergebracht werden soll. Unter dem Dach des Doppelcarports kann dieser auch einfacher und bequemer be- und entladen werden.

Video: Carport Design Ideen

Was kennzeichnet einen freistehenden Carport?

Während die meisten Carports unmittelbar an ein Haus oder eine Garage angeschlossen werden, können einige auch freistehend gebaut werden. Je nach Beschaffenheit des Grundstücks und Anordnung der Gebäude kann es notwendig sein, ein Carport komplett freistehend zu errichten. Auch findet man freistehende Carports manchmal dort, wo keine weiteren Gebäude stehen, zum Beispiel an Waldgrundstücken, an reinen Gartenanlagen oder an der Pferdekoppel.

Dies bedeutet in allen Fällen besondere Anforderungen an das Material und die Bauform des Carports. Wenn ein Carport durch natürliche Begebenheiten, etwa durch Bäume oder eine Felswand, einen gewissen Wind- und Wetterschutz bekommt (wobei natürlich auf die Wetterseite zu achten ist), kann man möglicherweise gewisse Zugeständnisse an die Robustheit des Carports machen. Andernfalls müssen bei einem freistehenden Carport aber immer alle Eventualitäten berücksichtigt werden. Insbesondere muss gewährleistet sein, dass ein starker, unter das Dach des Carports greifender Wind nicht die Stabilität der gesamten Konstruktion gefährden kann.

In diesem Zusammenhang sind auch etwaige Anbauten wie Seiten- oder Rückwände oder ein Schuppen zu betrachten. Unbedingt zu vermeiden ist, dass Teile des Carports bei einem Unwetter unkontrolliert herumfliegen und für die Umgebung zur Gefahr werden können. Alles, was sich dauerhaft am oder unter dem Carport befindet, muss so gut wie möglich gesichert sein.

Aus den genannten Gründen sind die im Handel angebotenen freistehenden Carports meist auch besonderes stabil und robust. So beugen Händler und Carport-Hersteller möglichen Regressforderungen im Schadensfall vor. Natürlich sind freistehende Carports aus den genannten Gründen meistens etwas teurer, als es etwa bei Anlehncarports der Fall ist. Im Sinne der Sicherheit ist das Geld aber immer gut investiert.

Was versteht man unter einem Anlehncarport?

Ein Anlehncarport wird, wie der Name es bereits erkennen lässt, an ein bestehendes Objekt angelehnt. Er ruht also nur an einer Seite auf seinen Pfosten beziehungsweise tragenden Säulen, die andere Seite wird an der Hauswand, der Garage oder einer hohen Mauer befestigt.

Diese Bauweise macht einen Anlehncarport zu einem schnell aufgebauten Carport, für den vergleichsweise wenig Baumaterial verwendet wird. Zumeist besteht ein Anlehncarport aus einer Dachfläche und zwei tragenden Stützen, die zumeist aus Holz hergestellt werden. Außerdem finden sich an der nicht unterstützten Seite der Dachfläche entsprechende Vorrichtungen, über die das Dach seitlich verschraubt werden kann.

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Anlehncarports gibt es meist als Einzelcarport, Doppelcarports sind in dieser Kategorie etwas seltener. Dies gilt insbesondere, wenn das Dach des Carports seitlich angeschraubt wird, um dann freitragend über zwei Fahrzeuge hinweg bis zu den Stützpfosten auf der anderen Seite zu ragen. In einigen Fällen werden Anlehncarports, in denen zwei Fahrzeuge nebeneinander Platz finden, in der Mitte (also zwischen den beiden Pkws) durch zusätzliche Stützpfeiler stabilisiert. Dadurch handelt es sich dann quasi um eine Mischform aus Anlehncarport und einem freistehenden Carport.

Noch seltener sind Anlehncarports, bei denen das Dach nicht seitlich, sondern rückseitig an einem Gebäude verschraubt wird. Dies hat allerdings den großen Vorteil, dass ein derartiger Anlehncarport im Prinzip beliebig breit sein und ebenso beliebig viele Pkw-Stellplätze haben kann. In der Praxis sieht man diese Form des Anlehncarports allerdings kaum im privaten Bereich. An größeren Firmengebäuden wie auch bei Autovermietungen oder Autohändlern sind solche Anlehncarports im XXL-Format allerdings nicht unüblich.

Am wichtigsten sind Anlehncarports dieser Art natürlich für Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten: Die Fahrzeuge sind unter Dach ausreichend vor Hitze, Frost und Niederschlag geschützt und stehen bei einem Einsatz sofort zur Verfügung. Auch muss nicht erst lange gewartet werden, bis sich ein Garagentor geöffnet hat und man herausfahren kann.

Welche Dachformen für ein Carport gibt es?

Generell gilt: Fast jede Dachform, die bei einer Garage ist, lässt sich auch bei einem Carport realisieren. Allerdings hat nicht jede Dachform überall nur Vorteile.

  • Das Flachdach ist bei Garagen und Carports beinahe ein Klassiker. Es ist eine so schlichte wie einfache Bauform, die daher besonders gerne bei Fertiggaragen und einfachen Carport-Bausätzen genutzt wird. Allerdings ist ein Flachdach nicht überall eine Zierde, in schneereichen Gegenden bietet es sich aus Gründen der Stabilität überhaupt nicht an.
  • Das Pultdach ist im Prinzip ein Flachdach mit einem bestimmten Neigungswinkel. Es hat eine ansprechende Optik und der Niederschlag kann leicht abfließen. Bei einem Carport kann die Neigung ganz nach Belieben nach hinten oder zur Seite ausgerichtet sein. Nach vorne bietet sich natürlich nicht an, da Schnee vom Dach in die Einfahrt des Carports rutschen würde.
  • Das Bogendach macht einen Carport zu einem echten Blickfang. Je nach individueller Gestaltung kann das Dach fast wie eine Skulptur wirken, bietet dem Auto aber dennoch ausreichend Schutz vor Sonne und Niederschlag. Häufig sieht man ähnliche Bogendächer übrigens an großen Busbahnhöfen der modernen Bauart.
  • Das Steildach in seinen Varianten wie Satteldach, Walmdach oder Krüppelwalmdach ist bei Carports seltener als bei Garagen, kann hier aber ebenfalls sinnvoll sein. Je nach Gestaltung der Einfahrt, also der vorderen Giebelseite, können hier zum Beispiel auch hohe Fahrzeuge einen Unterstand bekommen. Zumeist werden solche Dachformen allerdings gewählt, um den sich darunter ergebenden Stauraum nutzen zu können. Denn dieser bietet sich zum Beispiel an, um hier Bierzeltgarnituren, Sonnenschirme, Skier oder Paddelboote einzulagern. Natürlich muss das Dach dafür eine entsprechende „Inneneinrichtung“ bekommen.

Was muss ich bei der Baugenehmigung für ein Carport beachten?

Grundsätzlich besteht bei der Errichtung von allen feststehenden, dauerhaften Gebäuden die Genehmigungspflicht. Bei Garagen und Carports gibt es unter gewissen Voraussetzungen aber Ausnahmen.

Leider ist das Baurecht in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich, sodass keine allgemeingültige Auskunft über die Befreiung von einer Baugenehmigung bei der Errichtung eines Carports getroffen werden kann. Anders ausgedrückt: Schleswig-Holstein benötigt für den entsprechenden Passus in seiner Gesetzgebung gerade einmal 9 Worte, in Nordrhein-Westfalen findet sich an derselben Stelle ein Satzmonster von mehr als 40 Worten.

Neben der Baugenehmigung ist aber ohnehin die kommunale Bauordnung maßgeblich, wenn es um die Errichtung eines Carports geht. Im sogenannten Bebauungsplan definiert jede Gemeinde einzeln, manchmal auch für die jeweiligen Wohngebiete oder sogar einzelne Straßenzüge, ob und unter welchen Umständen ein Carport errichtet werden darf. Hier kann man auch eine Auskunft über die Notwendigkeit einer Baugenehmigung einholen, sofern man den entsprechenden Paragraphen der Landesbauordnung nicht versteht oder einfach noch einmal sichergehen möchte.

Ein ebenfalls nicht unwichtiger Faktor vor dem Bau eines Carports sind die direkten Nachbarn des Grundstücks. Das sogenannte Nachbarrecht kann maßgeblich darüber entscheiden, ob ein Carport gebaut werden darf oder nicht. In entsprechenden Verordnungen sind die Details dazu exakt festgeschrieben. In der Realität erweist sich aber meistens ein freundschaftliches Gespräch mit dem betreffenden Nachbarn als äußerst zielführend. Denn wenn der Nachbar von Anfang an mit in das Vorhaben eingebunden wird, lässt sich späterer Nachbarschaftszwist von Anfang an vermeiden.

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Welche Fundamente für ein Carport gibt es?

Ähnlich wie bei einem Gebäude wird auch bei einem Carport ein Fundament benötigt, um für Stabilität und Langlebigkeit zu sorgen. Hier gibt es einige verschiedene Möglichkeiten, deren jeweilige Zweckmäßigkeit auch von den Gegebenheiten vor Ort abhängt. So wird bei einem Carport, der über einer bereits fertig gepflasterten Hofeinfahrt errichtet wird, ein anderes Fundament benötigt als dort, wo sich zuvor eine Rasenfläche befand.

Die Fundamente für ein Carport im Einzelnen:

  • Für das Streifenfundament und das Punktfundament wird die gesamte Grundfläche des Carports ausgehoben, um nicht nur den Trägern der Dachkonstruktion, sondern ggf. auch der Bodenplatte oder der Pflasterung Halt zu verleihen. Meist wird für diese eher aufwändige Arbeit ein Minibagger eingesetzt.
  • Das Rammfundament wird mittels spezieller Bodenanker maschinell tief in den Boden gerammt. Dafür muss der Untergrund allerdings geeignet sein, was bei einem felsigen Boden meist nicht der Fall ist. Außerdem empfiehlt sich ein Rammfundament eher für kleinere Carports mit geringem Gewicht.
  • Das Setzen von H-Ankern ist eigentlich eine Alternative zum Carport und bietet sich dort an, wo eigentlich nur ein bestehender Autostellplatz überdacht werden soll, der Untergrund des Stellplatzes also bereits Stabilisiert ist. Für die H-Anker müssen nur kleine Bereiche rund um den Anker selbst ausgehoben werden, um dann mit Beton verfüllt zu werden. In diesen wird der jeweilige Anker gesetzt, der später als Basis für eine tragende Säule des Carports dienen wird. Je nach Anzahl der gesetzten H-Anker kann die Stabilität des Carports weiter erhöht werden. Bei vielen kleineren Carports, insbesondere den Bausätzen aus dem Baumarkt oder einem Holzfachhandel, wird die H-Anker-Methode empfohlen, da sie sich auch für den handwerklich geschickten Laien als durchführbar erweist. 

Fazit: Wie finde ich den richtigen Carport für mich?

Am besten wird bereits in der frühen Planungsphase entschieden, welche Art Carport es werden soll. Hier sind nicht nur die Fragen nach der Optik zu klären (was insbesondere mit der kommunalen Bauordnung und den direkten Nachbarn geschehen sollte), sondern auch die Größe und das Material sind wesentliche Faktoren. Am besten ist es, für ein Carport eine Checkliste anzulegen und die darauf genannten Fragen Punkt für Punkt abzuarbeiten.

  • Wo ist der ideale Standort für den Carport? Gibt es bereits eine gepflasterte Hofeinfahrt oder einen ebensolchen Stellplatz auf dem Grundstück? Oder muss erst eine entsprechende Fläche geschaffen werden?
  • Wofür wird der Carport gebraucht? Soll nur ein Auto untergestellt werden, müssen hier mehrere Autos Platz finden, dient der Carport womöglich auch anderen Zwecken?
  • Welches Budget steht zur Verfügung? Günstige Carport-Bausätze gibt es bereits für rund 1.000 Euro, nach oben gibt es auch hier keine Grenze.
  • Welche Bauform wird bevorzugt? Was gefällt, was passt in das Wohngebiet, was harmoniert optisch mit dem Wohnhaus und der Gartengestaltung?
  • Welche Materialien bieten sich für den Carport an? Muss der Carport an seinem Standort besonderen Witterungsextremen trotzen (häufigen Stürmen, großer Hitze, hartem Frost, starken Niederschlägen)?

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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