Corona Krise: Mundschutz selber nähen – Anleitung mit Video

5 Stück Mundschutz

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9.8

GESAMTBEWERTUNG

9.8/10

Positiv

  • 3-lagig
  • für Kinder oder Erwachsene
  • Flexibles, weiches und hautfreundliches Zugband
  • passt sich an den Kopf an
  • Schnelles & Einfaches Anbringen

Negativ

  • keine Bekannt


Gerade in schwierigen Zeiten wie während der Corona-Krise müssen Menschen Kreativität und Improvisationstalent beweisen. Viele Unternehmen stellen ihre Produktion um, damit die Krankenhäuser mit dringend benötigten Gerätschaften beliefert werden können. Engpässe zeigen sich aber auch an ganz anderer Stelle, etwa bei Medikamenten, Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln oder Mundschutz-Masken. Letztere lassen sich sogar mit vergleichsweise geringem Aufwand selber nähen. 


Anleitung zum selber nähen von Mundschutz

Ein handelsüblicher Mundschutz ist bequem, atmungsaktiv und besitzt trotzdem eine gewisse Filterfunktion, die kleinste Staubpartikel aus der Luft filtert. Außerdem kann er Tröpfchen, wie sie etwa beim Niesen entstehen, auffangen und so eine etwaige Übertragung von darin enthaltenen Bakterien oder Viren verhindern.

Wichtig: Ein Mundschutz, ganz gleich ob aus dem Handel oder selbst genäht, kann keine Krankheitskeime aktiv aus der Atemluft filtern. Er funktioniert ausschließlich nach dem genannten Prinzip.

  1. Zuerst wird ein Stofftuch benötigt, optimalerweise aus Baumwolle.
  1. Im zweiten Schritt wird der Stoff auf einer geeigneten Schneideunterlage auf das Format 17 x 34 Zentimeter Danach wird der Stoff in der Mitte gefaltet und gebügelt.
  1. Den gebügelten Stoff anschließend so Knicken, dass 3 vertiefte Falten mit einer Faltentiefe von 1,3 Zentimetern
  1. Nun 2 Streifen im Format 90 x 2 Zentimeter aus einem weiteren Stück Baumwollstoff schneiden. Damit sich dieser nicht seitlich einrollt, kann er eventuell versäumt werden. Dann muss das Format des auszuschneidenden Streifens natürlich dementsprechend größer sein. Die Streifen anschließend bügeln.
  1. 2 Stück Blumendraht auf die Breite der Maske (17 Zentimeter) zuschneiden und zur Verstärkung mit in den oberen sowie den unteren Rand einlegen. Anschließend die Kantenverstärkung mit Stecknadeln abstecken und vernähen.
  1. Nun die eingebügelten Falten des Stofftuchs zusammenlegen und das Tuch mittig auf den beiden Kopfbändern platzieren.
  1. Danach die Kopfbänder an dem Stofftuch feststecken und ebenfalls vernähen.
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Was ist zu beachten beim selber nähen von Mundschutz

Wie bereits erwähnt, wirkt ein selbstgenähter Mundschutz weder antibakteriell noch antiviral. Er kann lediglich die Übertragung von Staubpartikeln und Tröpfchen, die beim Niesen, Husten sowie manchmal beim Sprechen entstehen, erschweren.

Gerade deshalb kommt es natürlich im Besonderen auf den verwendeten Stoff an. Der Stoff sollte

  • engmaschig und nicht zu dünn,
  • nicht elastisch und frei von Zierfasern wie Lurex o.ä.,
  • von ausreichender Größe,
  • strapazierfähig, robust und langlebig
  • und natürlich hygienisch sauber sein.

Darüber hinaus ist es wichtig, das notwendige Werkzeug und Zubehör sowie die benötigten Geräte verfügbar zu haben. Das sind die folgenden Dinge:

  • Geeigneter Stoff
  • Schneideunterlage
  • Lineal
  • Schere oder Cutter
  • Blumendraht
  • Stecknadeln
  • Nähmaschine mit Nadel und Faden

Zu erwähnen sind darüber hinaus auch ein Computer mit Internetzugang, sofern der Mundschutz nach einem Schnittmuster gefertigt werden soll.


Kann Mundschutz zum Schutz vor Corona selbst genäht werden?

Viren sind die kleinsten Krankheitserreger, die dem Menschen schaden können. Ihre Größe bewegt sich zwischen 15 und 440 Nanometern, wodurch sie in fast allen Fällen kleiner als die ohnehin bereits sehr kleinen Bakterien sind. Dies gilt auch für den Corona-Erreger SARS-CoV-2.

Genau in diesem Miniaturformat liegt das Problem. Jede Oberfläche, die nicht zu 100% dicht ist (was bei Mundschutzmasken natürlich nicht der Fall ist, schließlich muss man weiterhin atmen können), kann von diesen winzigsten Partikeln durchdrungen werden. Insbesondere ist dies bei dünnen Geweben der Fall, also auch bei dem für selbst genähte Mundschutzmasken genutzten Stoff.

Trotzdem kann einer Mundschutzmaske ihre Wirksamkeit nicht vollständig abgesprochen werden. Denn glücklicherweise fliegen die Corona-Viren nicht frei durch die Luft, sondern nutzen menschliche Körperflüssigkeit als Träger. Es gilt also, sich gegenseitig vor der Übertragung auch kleinster Spuren von Speichel, Tränenflüssigkeit, Blut oder Schweiß zu schützen. Dabei wäre es noch kein Problem, wenn nur die Haut mit derlei Flüssigkeit in Kontakt käme. Auf die Schleimhäute dürfen die SARS-CoV-2-Erreger allerdings nicht gelangen, denn damit wäre die Infektionskette geschlossen.

Und genau an dieser Stelle kommt der Mundschutz zum selber nähen ins Spiel. Einerseits schützt er vor der direkten Tröpfchenübertragung, etwa beim Husten oder Niesen. Darüber hinaus stellt der Mundschutz eine gewisse Barriere dar, wenn man sich selber mit möglicherweise kontaminierten Fingern ins Gesicht fasst.

Wie gesagt, es handelt sich nicht um einen hundertprozentigen Schutz vor der Viren-Übertragung. Eine Corona-hemmende Wirkung ist mit einem Mundschutz zum selber nähen aber definitiv gegeben.

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Welchen Stoff kann ich zum selber nähen von Mundschutz verwenden?

Beim selber nähen von einem Mundschutz sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Dies gilt nicht nur für Schnitt und Muster, sondern auch für den Stoff an sich. Da ein Mundschutz vor allem in Krisenzeiten selber genäht wird, spaziert man dafür allerdings nur in seltenen Fällen in ein Fachgeschäft. Dort könnte man einen besonders gut geeigneten Stoff auswählen. Zu Hause indes muss man mit jenen Stoffen Vorlieb nehmen, die man vorrätig hat.

Am besten eignen sich Stoffe, die

  • stark und engmaschig,
  • strapazierfähig,
  • nicht elastisch,
  • frei von Kunstfasern
  • und natürlich atmungsaktiv sind.

Optimal geeignet ist festes Baumwoll- oder Leinengewebe, wie es zum Beispiel für Vorhänge, Tischdecken oder Bettlaken genutzt wird. Der Fachhandel bietet derlei Stoffe natürlich als Meterware an, zu Hause kann man sich notfalls auch mit alten Kleidungsstücken behelfen. Leinenhemden oder -Hosen sind häufig sehr strapazierfähig und trotz engmaschigem Gewebe noch luftdurchlässig. Bei Jeans hingegen ist dies nicht immer der Fall. Im Zweifelsfall gilt: Einfach den Stoff vor den Mund halten und ausprobieren! Wichtig ist auch, dass der Stoff ausreichend großflächig und gerade ist.

Beim Mundschutz selber nähen bieten sich viele Vorteile gegenüber dem Mundschutz aus dem Handel.

So können abgetragene Kleidungsstücke eine neue Bestimmung bekommen, ganz im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise. Außerdem ist der selbst genähte Mundschutz waschbar und vielfach wiederverwendbar, während es sich bei den Produkten aus dem Handel meistens um Einweg-Mundschutz aus dünnem Zellstoff handelt.

Außerdem ist es natürlich erlaubt, beim Mundschutz selber nähen kreativ zu sein und diesen wie ein modisches Accessoire zu begreifen. Er darf also gerne eine persönliche Note bekommen und zum individuellen Styling passen. Auch das ist ein kleiner Schritt, um die Krise etwas einfacher zu überstehen.


Welche Schnittmuster zu selber nähen von Mundschutz gibt es?

Wenn man vor der Corona-Krise nach „Mundschutz selber nähen“ recherchiert hatte, war die Anzahl der Treffer sehr überschaubar. Inzwischen sieht die Sache vollkommen anders aus. Zahlreiche Websites bieten unterschiedliche Schnittmuster zum meistens kostenlosen Download an.

Die oben beschriebene Anleitung zum Mundschutz selbst nähen wurde inspiriert von einer Beschreibung, die durch die Feuerwehr der Stadt Essen verbreitet wird. Freilich legt man dort größeren Wert auf die Funktion als auf modische Aspekte, daher lohnt sich eine etwas intensivere Recherche im Internet. Einige Modedesigner haben die Gunst der Stunde erkannt und bieten ebenfalls Schnittmuster zum Herunterladen an. Zwar verdienen sie daran erst einmal kein Geld, machen aber auf sich aufmerksam und können so womöglich neue Kunden für die Zeit nach der Krise gewinnen.

Einige der online zu sehenden, selbstgenähten Mundschutz-Masken zeigen jedenfalls, dass Sicherheit nicht zwingend unattraktiv sein muss. So findet man Mundschutz aus bunten, frühlingshaft bedruckten Stoffen ebenso wie Schutzmasken aus edlem, seidig glänzendem Material.

Und nicht in allen Fällen greifen die Hobbyschneider/innen dabei auf klassische Schnittmuster zurück: Auch die Cups von BHs lassen sich mit den notwendigen Kopfbändern versehen und als Mundschutz tragen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Schalen meist kaum luftdurchlässig sind und man daher durch den entstehenden Spalt zwischen Maske und Gesicht hindurch atmet. Dies ist prinzipiell möglich, aber anstrengender. Für Brillenträger bedeutet dies außerdem, dass die Gläser durch die eigene Atemluft immer wieder beschlagen, gerade in der kühlen Morgen- oder Abendluft.

Wie muss der Filter beschaffen sein um Mundschutz selber zu nähen?

Wie an anderer Stelle bereits ausführlich erklärt, kann eine selbst genähte Mundschutzmaske niemals einen hundertprozentigen Viren- und Bakterienschutz darstellen. Denn wenn ein Mundschutz offenporig genug ist, um die Atemluft durchzulassen, kann er auch von Krankheitserregern durchdrungen werden. Da diese Erreger aber in aller Regel nicht einfach durch die Luft reisen, sondern Flüssigkeiten wie Speichel oder Nasensekret als Trägermedium benötigen, kann mit einem selbst genähten Mundschutz auch ein indirekter Viren- und Bakterienschutz hergestellt werden.

Für diesen indirekten Schutz ist ein luftdurchlässiges, aber dennoch strapazierfähiges und engmaschiges Gewebe vonnöten. Sinnvoll ist es dabei außerdem, einen zwei- oder mehrlagigen Mundschutz herzustellen.

Dieser besteht aus einem festen, gerne auch dekorativen äußeren Stoff sowie aus einem eher feinmaschigen, weichen Innengewebe. Hierfür ist ein Baumwollstoff wie Molton optimal geeignet. Dieser wird im identischen Format wie die äußere Lage zugeschnitten (sofern die individuelle Schnittvorlage keine anderen Vorgaben macht) und dann exakt mit dieser vernäht. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass beide Stoffe auf die gleiche Art und möglichst heiß gewaschen werden können.

So ist gewährleistet, dass der selbst genähte Mundschutz nach dem Tragen gewaschen und erneut verwendet werden kann.

Ganz wichtig: Natürlich werden beide Lagen Stoff von zahlreichen, mikroskopisch kleinen Partikeln durchdrungen. Bei diesen muss es sich nicht zwingend um Krankheitserreger handeln, trotzdem sind diese gesundheitlich bedenklich. Zum Glück bleibt ein großer davon im engmaschigen Gewebe hängen, muss von dort aber wieder ausgespült werden. Dies geschieht am besten im Heißprogramm der Waschmaschine (Kochwäsche). Zusätzlich kann der Wäsche auch noch spezieller Hygienespüler hinzugegeben werden, um die Reinigungswirkung darüber hinaus zu optimieren. Nach dem Waschen ist der selbst genähte Mundschutz dann wieder voll einsatzbereit.

Fazit: Ist es sinnvoll Mundschutz selbst zu nähen?

Generell lässt sich festhalten: Gesunde Menschen benötigen unter normalen Umständen allenfalls in der kalten Jahreszeit einen Mundschutz, der dann aber eher gegen den kalten Wind als gegen Viren oder Bakterien schützen soll. Lediglich im Umgang mit kranken Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, ist ein Mundschutz immer angebracht.

Während der Corona-Krise sieht die Sache natürlich etwas anders aus. Gerade wenn es einem nicht immer möglich ist, den eigentlich gebotenen Abstand von 1,5 – 2 Metern zu anderen Menschen einzuhalten, gehört ein Mundschutz (genau wie hygienische Handschuhe) zur wichtigen Grundausstattung. Ärzte und medizinisches Personal sieht man während der Corona-Krise nie ohne Mundschutz, aber auch all jene, die im Verkauf oder im Service arbeiten (zum Beispiel Verkaufspersonal oder Bankangestellte), sollten sich durch einen Mundschutz zusätzlich absichern.

Leider gehören Mundschutzmasken in solchen Zeiten zur Mangelware, die vielerorts vergriffen ist. Darum kann es absolut sinnvoll sein, einen Mundschutz selbst zu nähen. Weitere Argumente sind die Nachhaltigkeit und der modische Aspekt: Der Mundschutz aus dem Handel ist in der Regel nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen, während die Mundschutz-Masken zum selbst nähen fast beliebig oft wiederverwendet werden können. Je nach eigener Kreativität und dem zur Verfügung stehenden Material können selbstgenähte Mundschutz Masken außerdem richtig gut aussehen, während die Produkte aus dem Handel lediglich funktionell sind.

Um einen Mundschutz selber zu nähen, braucht es natürlich das richtige Material und die passende Ausstattung. Ein gewisses handwerkliches Geschick ist ebenfalls unabdingbar, damit beim Mundschutz selber nähen ein gutes Ergebnis erzielt werden kann. Gut heißt in diesem Fall: Der Mundschutz sollte durch Material und Schnitt ausreichend vor der Tröpfchenübertragung schützen, auch über längere Zeit bequem zu tragen sein und dabei trotzdem sicheren Halt haben. Ohne diese Aspekte macht der Mundschutz schlicht und ergreifend keinen Sinn.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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