Das Fenster 1×1 – Was bei der Fensterwahl zu beachten ist

Uw-Wert, Schallschutzklasse, Sicherheitsstufe – wer ein neues Fenster kaufen will, muss vieles bedenken. Wir haben alle wichtigen Informationen zur Fensterwahl zusammengestellt.

Manchmal reicht es, alte Holz- oder Metallfenster mit Fensterkitt wieder abzudichten. Spätestens wenn Energieeffizienz und Einbruchschutz mit ins Spiel kommen, wird jedoch ein neues Fenster fällig. Aber welche Funktionen soll ein Fenster eigentlich erfüllen? Und welche Angaben haben welche Bedeutung? Hier erfahren Sie alles Wichtige zum Thema Fenster – von Maßnehmen bis Nachrüsten.

Funktionen eines Fensters

Helligkeit, Ausblick und frische Luft – das sind wohl die ersten Assoziationen, die man beim Begriff Fenster hat. Moderne Fenster erfüllen jedoch gleich eine ganze Reihe wichtiger Funktionen, die sich insbesondere an den folgenden Kriterien festmachen lassen:

  • Wärmedämmung
  • Schallschutz
  • Sicherheit

Wer sich ein neues Fenster anschafft, sollte all diese Faktoren bedenken und im Kontext der baulichen und persönlichen Ansprüche an das Fenster abwägen. Dazu im Folgenden mehr.

Wie werden Bauart und Maße des Fensters festgelegt?

Am Anfang der Fensterwahl steht die Entscheidung für ein bestimmtes Fenstermodell. Generell kann man zwischen den folgenden Bauarten wählen:

  • ein- oder mehrflügelige Fenster
  • Dreh-, Kipp- oder Schiebemechanik
  • mit oder ohne Ober- beziehungsweise Unterlicht

Welche Bauart infrage kommt, hängt bei standardisierten Modellen auch davon ab, welche Maße das Fenster haben soll. Am besten testet man in einem online Fensterkonfigurator die verschiedenen Optionen und stellt sich so ein passendes Fenster zusammen.

Beim Ausmessen des Fensters sollte man unbedingt zusätzlichen Platz zum Ausschäumen einplanen. Im Idealfall hat das Fenster, symmetrisch ausgerichtet, zu allen Seiten einen einheitlichen Abstand von etwa 2 cm zum Mauerwerk. Im Fensterkonfigurator kann man durch das Hinzufügen von im Rahmen integrierten Verbreiterungen die benötigten Fenstermaße passgenau generieren.

Welche energetischen Eigenschaften muss das Fenster haben?

Fenster, die älter sind als 20 Jahre, gelten energetisch gesehen als überholt. Ein Austausch kann sich schnell rechnen – denn durch moderne Fenster wird ein nicht unerheblicher Anteil der Energiekosten eingespart. Entscheidend ist hier der U-Wert – der Wärmedurchgangkoeffizient. Er zeigt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Fensterfläche bei einem Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin verloren geht. Dieser Wert wird genauer bezeichnet mit:

  • Ug-Wert: Wärmeeffizienz der Verglasung
  • Uf-Wert: Wärmeeffizient des Rahmens
  • Uw-Wert: Wärmeeffizienz des gesamten Fensters

Der Ug-Wert sollte gemäß der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) bei maximal 1,1 W/m²K liegen, während der Uw-Wert 1,3 W/m²K nicht übersteigen sollte.

Young man measuring the wall of new home with tape measure

Was macht eine Fensterscheibe energieeffizient?

Das Geheimnis einer guten Energieeffizienz bei Fenstern – also eines geringen Uw-Wertes – liegt vor allem in dem Fensterglas: Moderne Fenster bestehen aus besonders wärmedämmenden Isolierglas und sind zweifach oder sogar dreifach verglast. Der Hohlraum zwischen den Scheiben ist luftdicht verschlossen und mit Gasen gefüllt, was den Ug-Wert der Scheibe deutlich verringert. Doch auch die Fensterrahmen haben Einfluss auf den Uw-Wert – hier macht besonders das Material den Unterschied.

Holz, Metall oder Kunststoff? Vor- und Nachteile verschiedener Rahmen

Die Wahl des Fensterrahmens ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern ebenso eine der Energieeffizienz, der Praktikabilität und nicht zuletzt auch des Preises. Dabei hat jedes Material – ob Holz, Metall oder Kunststoff – seine Vor- und Nachteile.

Holz ist von Natur aus wärmedämmend und gleichzeitig leicht zuzuschneiden und damit sehr gut als Fensterrahmen geeignet. Der Nachteil ist, dass die Wind und Wetter ausgesetzte Außenseite des Rahmens regelmäßig gepflegt und gewartet werden muss. Holzrahmen, die außen mit Metall verstärkt sind, gleichen diesen Nachteil zwar aus, sind aber auch teurer.

Fensterrahmen aus Metall (üblicherweise Aluminium) sind sehr robust und erlauben auch größere Fensterflächen. Da Metall eine schlechte Wärmedämmung aufweist, sollte man hier auf eingearbeitete Dämmprofile achten. Größter Minuspunkt von Metallrahmen ist ihr hoher Preis.

Kunststoff-Fensterrahmen sind die im Vergleich günstigste Option. Sie sind sehr pflegeleicht, robust und erreichen durch ein Luftkammer-System auch eine gute Wärmedämmung, wodurch sie allerdings teilweise auch breiter sind.

Wie viel Schallschutz muss sein?

Vor allem für Wohnhäuser an Hauptverkehrsstraßen unverzichtbar: Schallschutz. Ein gutes Fenster kann hier wahre Wunder wirken, denn in der höchsten Schallschutzklasse von Fenstern (Skala von 1 bis 6) wird eine Schalldämmung von mehr als 50 Dezibel erreicht – und das kann den Lärm einer Schnellstraße auf die Lautstärke von Vogelgezwitscher reduzieren. Für Zimmer, die zu einer Straße hin ausgerichtet sind, empfiehlt es sich, Fenster der Schallschutzklasse 4 (40 bis 44 Dezibel) zu kaufen.

Faktoren, die zur schalldämpfenden Funktion von Fenstern beitragen, sind insbesondere:

  • Dichtigkeit zwischen Fensterflügel und Rahmen
  • Größe des Scheibenabstands
  • Dicke der Glasscheiben

Dabei bieten dicke Fensterscheiben jedoch nicht automatisch den größeren Schallschutz. Stattdessen braucht es gerade das Zusammenspiel aus dicken und dünnen Glasscheiben in einem Fenster, da sie verschiedene Frequenzbereiche dämmen. Beim Fensterkauf sollte man dies beachten und sich zuallererst nach der Schallschutzklasse beziehungsweise der Dezibel-Angabe richten.

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Was macht ein Fenster einbruchsicher?

Scheiben und Schließmechaniken von Fenstern sind ein großer Schwachpunkt in Sachen Einbruchsicherheit. Mittlerweile gibt es aber eine Vielzahl von technischen Mitteln, die Fenster bedeutend sicherer machen:

  • höhere Anzahl der Verriegelungspunkte
  • Pilzkopfzapfenverriegelung
  • abschließbare Fenstergriffe
  • Fenstergriffe mit Anbohrschutz
  • Sicherheitsglas

Offizielle Stellen empfehlen für den privaten Wohnungsbau Fenster der Widerstandsklasse (RC) 2: diese beinhaltet sieben Verriegelungspunkte, abschließbare Griffe sowie Sicherheitsverglasung. Die Sicherheit von Fenstern kann auch nachträglich verbessert werden, indem man sie etwa durch die Montage abschließbarer Griffe oder Pilzkopf-Beschläge für mehr Einbruchschutz nachrüstet. Dies lohnt sich jedoch nur bei Einzelmaßnahmen – ist das gesamte Fenster als unsicher einzustufen, lohnt sich der Neukauf eines sicheren Fensters.

Neue Fenster sind somit in vielerlei Hinsicht eine gute Investition: sie tragen zur Wärmedämmung, zum Schallschutz und zur eigenen Sicherheit bei. Und wer sich vor dem Kauf bewusst macht, was die eigenen Ansprüche an das Fenster sind und auf welche Ausstattungsmerkmale es ankommt, für den wird sich diese Investition sehr schnell bezahlt machen.

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