Geothermie: Das Heizungssystem von morgen!

Jetzt, wo der nächste heiße Sommer bevorsteht an die Heizung zu denken, fällt vielleicht schwer. Was aber, wenn das Heizungssystem für morgen gleichzeitig als umweltfreundliche Klimaanlage dienen kann?
Nicht neu, aber umso vielversprechender ist die Idee, die Wärme des Erdbodens für die Heizung zu nutzen. Das Konzept der Geothermie ist mittlerweile soweit verbessert worden, dass die Geothermie auch für Eigenheime sehr interessant geworden ist.

Und das zu Recht: Denn Geothermie verbindet viele gewichtige Vorteile mit wenigen Nachteilen. Denn das System ist einfach, günstig im Unterhalt, heizt die Wohnung im Winter und kann im Sommer angenehme Kühle verbreiten.

Wer trotz der sehr geringen Unterhaltskosten die hohen Investitionskosten scheut, der kann auch im Rahmen des Wärmecontractings eine Erdwärmeheizung von einem lokalen Anbieter mieten.

Wie funktioniert Geothermie?

Als im Ruhrgebiet die letzte Zeche 2018 schloss und der Steinkohlenbergbau in Deutschland endgültig beendet wurde, war der Bergbau in aller Munde und jeder der irgendwie konnte, wollte einmal für sich selbst erleben, wie es so ist, weit unter Tage. Wer dazu nicht die Gelegenheit hatte, der sollte einmal ein Besucherbergwerk besuchen, eindrücklich ist dieses einzigartige Erlebnis auf jeden Fall. Wer ins Bergwerk einfährt und den Förderkorb in einigen hundert Metern Tiefe verlässt, der wird als erstes die große Hitze bemerken, die im Bergwerk herrscht.

Weil der Kern der Erde flüssig ist, herrschen im Innern des Planeten immer hohe Temperaturen. Bereits 10 bis 15 Metern herrschen das ganze Jahr in Deutschland konstante Temperaturen von um die 10 Grad Celsius. Wer weiter nach unten bohrt, kann mehr Wärme nutzen. Denn die Temperaturen steigen je 100 Metern um 3 Grad Celsius.

Geothermie für Eigenheime

Die Technik wurde lange vor allem für Kraftwerke oder die Industrie genutzt. Heute wird sie aufgrund der anvisierten Energiewende, der Fördermittel und günstigeren Preise auch für Privathaushalte interessant. Das System funktioniert dabei wie bei großen Anlagen.

Durch ein Rohrsystem in der Erde wird die Wärme mittels eines Wärmespeichers (beispielsweise Wasser mit einem Frostschutzmittel) nach oben gepumpt und hier auf ein Kältemittel übertragen, das verdichtet wird und so für die nötige Wärme sorgt. Die Pumpe und der Verdichter wird mit Strom betrieben, der idealerweise aus Ökostrom gewonnen wird.

Um die Wärme aus der Erde ins Haus zu pumpen gibt es verschiedene Methoden. Die klassische – und teuerste Variante – ist die Erdsonde. Diese kann auch für die besten Ergebnisse sorgen, denn die Erdsonde reicht am tiefsten in die Erde hinein. Für die Erdsonde wird eine Bohrung mindestens 10 Meter tief ins Erdinnere getrieben und ein Rohr verlegt, durch welches das Wärmemittel gepumpt wird.

Die günstigere Variante ist ein sogenannter Erdwärmekollektor. Hierbei wird in einer Tiefe von nur 1,5 Metern ein Rohrsystem vergraben. Die Faustregel hier ist, dass der Erdwärmekollektor eine Fläche braucht, die doppelt so groß ist, wie die zu beheizende Wohnfläche. Dadurch ist der Flächenverbrauch bei diesem System sehr groß und die Effizienz geringer, da hier der Boden im Winter stark auskühlen kann.

Ein Mischsystem sind Spiralkollektoren. Diese werden in einer Tiefe von bis zu fünf Metern installiert, wodurch der Flächenbedarf sinkt und die Effizienz gesteigert wird.

Wie teuer ist eine Erdwärmeheizung?

Der große Nachteil einer Erdwärmeheizung ist der Preis des Systems. Denn für eine Moderne Anlage fallen je nach Dimensionen bis zu 25.000 Euro an. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert allerdings umweltfreundliche Heizungssysteme unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten. Dem gegenüber stehen die sehr niedrigen Betriebskosten.

Die Erdwärme steht vollkommen kostenlos zur Verfügung, sodass nur der vergleichsweise geringe Stromverbrauch für die Pumpe anfällt. Wer auf eine eigene Solaranlage auf dem Dach setzt, kann mittelfristig umsonst heizen.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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