Glasbeschläge – großartiges Design, vielfältige Möglichkeiten

Glasbeschläge für Möbeltüren erfreuen sich zunehmend immer größerer Beliebtheit. Im Industriehandel sind auch diverse Spezialbeschläge erhältlich, diese können Heimwerker dann ganz bequem zuhause selbst verarbeiten.

Doch erst mit der passenden Wahl der Glasbeschläge, zum Beispiel für Türdrücker, Schlosskästen oder Griffstangen, nimmt das Gesamtdesign der Tür erst richtig Gestalt an. Die Tür wird nicht nur funktionsfähig, sondern auch stilecht. Die meisten Hersteller setzen vor allem auf Qualität und Vielfalt, diese Eigenschaften dürften auch für den Kunden an erster Stelle stehen. Verschiedene Designlinien und zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten, gestatten dem Kunden ein individuelles Produkt. Zusätzlich erhält der Beschlag ein Design nach persönlichem Wunsch.

Der Kunde kann die gewünschten Materialien in Form und Farbe einheitlich zusammenstellen. Er kann aber auch verschiedene Materialien, Formen und Farben, je nach seinen persönlichen Vorstellungen kombinieren.

Eigentlich geht der Trend im modernen Möbelbau schon länger, immer mehr in Richtung durchsichtige und leichte Konstruktion. Vor allem Handwerker, die für die eigene Wohnung Möbel fertigen, greifen daher gerne auf Glasmaterial zurück. Jedoch ist es für die Heimwerker schwieriger, den sensiblen Werkstoff Glas im eigenen Heim zu verarbeiten, als es in der Massenproduktion der Fall ist. Doch es gibt mittlerweile auch Möglichkeiten, Glastürbeschläge ganz ohne Bohrung anzubringen.

Anbringen der Glastürbeschläge

Die Beschlags – Hersteller liefern bei der Bestellung der Türbeschläge meist die benötigten Griffe und Scharniere mit. So hat der Eigenbauer es relativ leicht, die Scharniere anzubringen. Das Material kann ohne zu bohren einfach eingeklemmt werden. Dies ist möglich, durch eine spezielle Schraubenart, die das Glas gegen die Scharniere drückt.

Der Heimwerker muss jedoch auf die richtige Glasstärke achten. Glasscharniere sind in der Regel für eine Glasstärke von 4 bis 6 Millimeter geeignet. Die Türstärke sollte dann exakt 6 mm betragen. Ist die Glasstärke zu dick, muss beim Einbringen in den Scharnierschlitz etwas Kraft angewendet werden. Dies kann jedoch zum Bruch des Glases führen. Wenn das Glas jedoch zu dünn ist, kann der Gewindeweg der Schraube oft nicht ausreichend sein. Die für den Glastürbeschlag zusätzlich benötigten Griffe, können ebenfalls durch das Einklemmen an der Glasscheibe befestigt werden.

Anschlagarten mit und ohne Bohrung

Die Einklemmscharniere werden meist aus einem Zinkdruckgruß gefertigt und sind mit verschiedenen Oberflächen erhältlich. Sie eignen sich für innen- und außenliegende Türen. Die Scharniere müssen exakt passen, da sie sonst beim Schließen der Tür klemmen könnten. Die Scharniere können nicht in das Glas eingelassen werden, daher schließt eine Tür nie vollkommen dicht ab. Bei der Wahl der Glasgröße, muss also ebenfalls auf die Dicke der Scharnierseite, die um das Glas greift, geachtet werden. So bleibt in etwa ein Spalt von 2 bis 3 Millimeter frei.

Scharniere, bei denen direkt in das Glas gebohrt werden muss, können jedoch auch von den Heimwerkern selbst eingesetzt werden. Das ist allerdings nur möglich, sofern der Durchmesser der Löcher, eine Größe von 10 Millimeter nicht überschreitet. Um die Bohrung durchführen zu können, wird ein spezieller Glasbohrer benötigt, dieser ist in diversen Baumärkten erhältlich. Zudem muss die Bohrmaschine sehr langsam laufen, entsprechende Produkte, wie den langsamen Bohrer, erhalten Sie ebenfalls im Baumarkt.

Das Bohren muss sehr vorsichtig erfolgen und zusätzlich sollte regelmäßig Kühlmittel an den Bohrer gegeben werden. Als Kühlmittel kann zum Beispiel ein Terpentinersatz genutzt werden. Wenn größere Löcher gebohrt werden müssen, sollte man dies dem Fachmann, also einem entsprechenden Glaser überlassen. Denn dieser besitzt entsprechende Spezialbohrgeräte und die entsprechende Erfahrung bei der Montage.

Acrylglas-Türen

Eine einfachere Bearbeitung ist mit Acrylglas möglich. Plexiglas ist verglichen mit dem mineralischen Glas um einiges leichter, es weist aber trotzdem optisch ähnliche Eigenschaften wie Glas auf. Mit Hartmetall-Werkzeugen kann das Acrylglas gefräst, gebohrt und gesägt werden. Die Sägekanten können zudem auch nass geschliffen und poliert werden.

Einen Nachteil bringt das Acrylglas jedoch mit sich, es ist relativ kratzempfindlich und staubanfällig. Die Staubanfälligkeit liegt an der elektrostatischen Aufladefähigkeit von Plexiglas. Auch hier ist bei der Bohrung die regelmäßige Kühlung notwendig, denn wenn der Kunststoff zu warm ist, kann es zur Schmelzung und Verformung des Materials kommen.

Wie wird welches Material angebracht?

Türgriffe können einfach angeschraubt werden, oder wie ein Glastürscharnier aufgeklemmt werden. Glasbohrungen sind jedoch erforderlich, um die Schrauben anbringen zu können. Glastüren ohne Rahmen können mit speziellen Scharnieren angeschlagen werden. Diese Beschläge können für Acrylglas wie auch für Mineralglas genutzt werden. Bei Klemmscharnieren muss nicht im Glas gebohrt werden, denn die innenliegende Tür besitzt ein Federscharnier, durch den Druck wird die Tür geschlossen gehalten.

Bei außenliegenden Türen werden gekröpfte Scharniere verwendet, diese Türen müssen nicht vollkommen exakt eingepasst werden, da die Tür vor dem Schrankkorpus liegt. Innenliegende Türen werden mit einem Seitenabstand eingesetzt, da die Scharniere nicht ums das Glas greifen können. Bei zierlichen und kleinen Türen ist ein Phonoscharnier vollkommen ausreichend. Dabei beträgt der Türabstand nach oben und unten etwa 2,5 Millimeter. Für wuchtige Türen kann ein Gleitscharnier verwendet werden, hier ist ein geringer Türabstand möglich.

Glasbeschläge – großartiges Design, vielfältige Möglichkeiten
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Autor: Peter Baumeister

Der Autor > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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