Heizung erneuern – Kosten, Zeitpunkt und Alternativen

Der vielleicht größte Unterschied zwischen mitteleuropäischen Wohnhäusern und jenen in einigen südlichen Ländern liegt in der Heizung. Denn nicht überall ist es selbstverständlich, dass sich ein Haus auch beheizen lässt. Manchmal ist es eine Frage des Geldes, oft aber auch einfach der Notwendigkeit: Wo es selten kalt wird, erscheint eine Heizung verzichtbar.


In Mitteleuropa wird man sie allerdings trotz des spürbaren Klimawandels weiterhin benötigen: Selbst frost- und schneefreie Winter werden nicht automatisch zu angenehm milden Sommern. Man wird also auch noch in Jahrzehnten heizen müssen. Das Beste vorweg: Moderne Heizungen sind so effizient, dass sich die Energiekosten auf ein Minimum drücken lassen. Und das ganz ohne Einschränkung des Wohnkomforts.

Wann muss ich eine Heizung erneuern?

Natürlich muss eine Heizung vor allem dann erneuert werden, wenn sie defekt oder ineffizient beziehungsweise störanfällig wird. Dies kann entweder durch die Bewohner selbst, aber auch durch den Schornsteinfeger oder andere Handwerker erkannt werden. Der Schornsteinfeger hat sogar das Recht, auf den Austausch einer schadhaften Altanlage zu bestehen.

Darüber hinaus ist die Austauschpflicht aber auch eine Altersfrage. In Deutschland schreibt die Verordnung EnEV 2014 in §10 genau vor, welche Heizungen ausgetauscht werden müssen. Generell betroffen sind Öl- und Gasheizungen, die bis zum Jahr 1990 installiert wurden. Alle Anlagen mit einem Konstanttemperatur-Kessel und einer Nennleistung von 4 bis 400 kW dürfen nur dann weiterhin betrieben werden, wenn sie ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen.

Ebenfalls von der Austauschpflicht befreit sind alle Hauseigentümer, die ihre Immobilie mindestens seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Auch bei Häusern, die lediglich sporadisch genutzt werden, kann eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden und damit eine Befreiung von der Austauschpflicht bestehen.

Der Gesetzgeber möchte also vor allem bei reinen Mietimmobilien für eine Erneuerung der Heizsysteme sorgen. Da solche Gebäude für den Vermieter Profite einbringen, ist die Erneuerung der Heizung zumutbar. Der geringere Verbrauch soll dann die Heizkosten der Mieter reduzieren und die Sicherheit der technischen Installationen erhöhen. Außerdem werden weniger Ressourcen verbraucht und ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet.

Die Heizkörper müssen übrigens in der Regel nicht ausgetauscht werden. Jedenfalls sind sie nicht von der erwähnten Verordnung betroffen. Allerdings tragen auch die Heizkörper zur Effizienz der gesamten Heizung bei. Hinzu kommt, dass Heizkörper heute in formschöneren Designs zu bekommen sind als in früheren Zeiten.

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Welche Heizung bietet sich für die Modernisierung als Alternative an?

Vor einhundert Jahren wurde noch fast ausschließlich mit Holz und Kohle geheizt. In den Jahrzehnten darauf kamen dann die Zentralheizungen auf den Markt, die fast immer mit Öl oder Gas gefeuert wurden. Auch heute sind dies die beiden meistgenutzten Energieträger, wenn es um das Heizen von Gebäuden geht. Allerdings weichen sie nicht zuletzt durch den Austausch von Altanlagen immer häufiger anderen, moderneren Heizsystemen.

Als solche zu nennen sind etwa die Holz- beziehungsweise Pelletheizung, bei der ein zentraler Heizkessel mit dem genannten Brennmaterial versorgt wird. Auch ein Holzvergaserkessel arbeitet mit den nachwachsenden Rohstoffen. Mit einer Solarthermie-Anlage werden ganz andere Wege beschritten: Wie der Name bereits verrät, wird hier die Sonnenenergie für die Wärmeerzeugung genutzt. Eine Wärmepumpe geht sogar noch darüber hinaus, denn selbst bei kalten Temperaturen kann diese Umgebungswärme abzapfen und in Heizenergie umwandeln.

Spannend ist auch die Kraft-Wärme-Kopplung. Hierbei wird ein Verbrennungsmotor in der Regel mit Öl oder Gas gespeist. Dieser Motor treibt einerseits einen Stromgenerator an, der das Haus mit elektrischer Energie versorgt. Außerdem erzeugt er natürlich Wärme. Dieses Prinzip kennt man bereits vom Auto und der darin betriebenen Heizung. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung hat man das System einfach auf das Haus übertragen: Die Abwärme des Verbrennungsmotors heizt das Gebäude.


Nicht immer reicht sie vollkommen dafür aus, kann aber andere Heizsysteme deutlich entlasten und damit zum Energiesparen beziehungsweise zur Energieeffizienz beitragen. Selten findet man in Gebäuden auch Heizungen, die mit der Brennstoffzelle arbeiten. Diese gewinnt Strom und Wärme durch die chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff. Damit handelt es sich um eine quasi emissionsfreie Heizungsart.

Es gibt also eine Vielzahl verschiedener Heizmöglichkeiten. Am ehesten sind freilich Hybridanlagen zu empfehlen, die das Beste aus verschiedenen Systemen kombinieren. 

Was kostet es, eine Heizung zu erneuern?

Die Preisspanne für die Kosten der Erneuerung ist riesig, was vor allem an der Vielzahl der verschiedenen Heizsysteme liegt. Zusätzlich zu den Entsorgungskosten für das Altgerät muss man beim Austausch der Heizung mit Kosten zwischen etwa 5.000 und 35.000 Euro rechnen.

Die nach wie vor günstigsten Heizungen arbeiten mit Öl oder Gas. Hier liegen die Anschaffungs- und Einbaukosten bei etwa 5.000 bis 8.000 Euro. Hinterher kann man sich über effiziente, moderne Heizungen mit hohem Wirkungsgrad freuen. Allerdings verbrauchen beide auch fossile Energieträger, die damit unwiederbringlich verloren gehen.

Die Holz- beziehungsweise Pelletheizung schlägt, je nach System, mit etwa 7.000 bis 20.000 Euro zu Buche. Diese Heizung lohnt sich insbesondere dann, wenn man Zugriff auf billiges Brennholz hat.

Besonders zukunftsweisend ist die Technik der Wärmepumpe, für die man etwa 8.000 bis 20.000 Euro einkalkulieren muss. Dafür arbeitet sie anschließend mit einem hohen Wirkungsgrad und benötigt keine fossilen Brennstoffe.

Mit der Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage, für die Anschaffungs- und Einbaukosten von etwa 14.000 bis 17.000 Euro fällig werden, lassen sich durch die zusätzliche Stromerzeugung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Allerdings werden hier auch meistens fossile Energieträger verfeuert.

Die saubere und emissionsfreie Brennstoffzellenheizung schließlich arbeitet flüsterleise und hat kaum nennbare Nachteile. Dafür ist sie mit 25.000 bis 35.000 Euro auch die teuerste Wahl.

Wer sich für eine kombinierte Heizungslösung entscheidet, muss natürlich noch etwas tiefer in die Tasche greifen. Allerdings amortisieren sich die hohen Anschaffungskosten in der Regel recht schnell wieder, da die Energie- und Betriebskosten entsprechend gedrückt werden.

Welche Heizung fördert die KfW?

Wie bereits deutlich wurde, ist die Anschaffung einer neuen Heizung keine besonders billige Angelegenheit. Manch ein Heizsystem kann so viel kosten wie ein Automobil, um den Vergleich einmal zu verdeutlichen. Allerdings gibt es für den neuen Wagen in den meisten Fällen keine Zuschüsse, für die neue Heizung allerdings durchaus.

Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet günstige Kredite oder sogar Zuschüsse an, wenn man eine neue Heizung installieren möchte. Natürlich müssen dabei einige Mindeststandards erfüllt werden, etwa im Hinblick auf die Energieeffizienz und die Umweltverträglichkeit insgesamt. Damit es keine Missverständnisse gibt, nennt die KfW die förderungswürdigen Heizungen aber detailliert auf der eigenen Website. So unterstützt die KfW die Nutzung von Nah- und Fernwärme als nachhaltige Heizmöglichkeit.

Unter den Heizsystemen, die fossile Energieträger verbrennen, ist einzig der Gasbrennwertkessel förderungswürdig durch die KfW. Lieber unterstützt man dort allerdings Systeme, bei denen ausschließlich erneuerbare Energieträger genutzt werden. Die Brennstoffzelle sieht man bei der Förderbank als besonders zukunftsweisende Energiequelle an, daher wird sie durch die KfW im besonderen Maße gefördert.

Zusätzlich zur Förderung der KfW ist es unter Umständen möglich, über regionale Förderprogramme zusätzliche Fördergelder beziehungsweise Kredite zu erhalten.

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Kann ich eine Solarheizung bei der Erneuerung der Heizung einbauen?

Zu den ganz klar interessantesten Energieformen zählt die Sonnenenergie. Zwar kann man sich selbst in der Wüste nicht hundertprozentig darauf verlassen, dass die Sonne jeden Tag scheint und die Erde so mit Energie versorgt. Diese etwas schwierigere Planbarkeit macht sie aber allemal wieder wett, indem sie die Erde kostenlos und emissionsfrei mit Licht und Wärme versorgt.

Für das Eigenheim bedeutet das: Man braucht nur die geeigneten Sonnenkollektoren auf das Dach zu setzen und mit der Heizung zu kombinieren, schon kann die Sonne kraftvoll beim Heizen des Gebäudes mithelfen. Auch bei der KfW hat man diese clevere, abgasfreie Art der Energiegewinnung längst ganz oben auf dem Zettel, genau wie beispielsweise die Nutzung von Erdwärme oder einer Wärmepumpe.

Als alleinige Heizung eignet sich die Solarheizung aus den bereits benannten Gründen zwar nicht. Allerdings kann sie eine andere Heizung unterstützen und so effektiv beim Energiesparen helfen. An bestimmten Tagen ist es sogar möglich, Sonnenenergie in elektrischer Form in die Netze einzuspeisen und vergütet zu bekommen.

Kann ich eine Ölheizung durch eine Gasheizung ersetzten?

Im direkten Vergleich zwischen den Energieträgern Öl und Gas schneidet das Gas in fast jeder Hinsicht besser ab. Vor allem verbrennt es deutlich sauberer, außerdem sind die fossilen Gasvorräte noch weit weniger ausgeschöpft als es beim Erdöl der Fall wäre. Aus diesem Grunde sind gasbetriebene Autos auch deutlich sauberer als die reinen Benziner. Für den Staat ist dies Grund genug, den Steueranteil für die Gassorten LPG beziehungsweise CNG deutlich geringer als beim Benzin zu halten.

Auch bei der Installation in Gebäuden ist die Gasheizung im Vergleich zur Ölheizung die deutlich bessere Wahl. Allerdings längst nicht mehr die beste. Mittlerweile gibt es, wie bereits angedeutet, zahlreiche alternative Heizungssysteme. Viele davon arbeiten nachhaltig und / oder komplett emissionsfrei. Außerdem muss bei einer Gasheizung entweder ein Anschluss an eine Ferngasleitung vorhanden sein oder ein lokaler Gastank, aus dem die Anlage gespeist werden kann.


Aus Sicherheitsgründen kann der Gastank allerdings häufig nicht dort installiert werden, wo sich zuvor der Erdöltank befand. Bedenkt man darüber hinaus die Kosten, die für einen solchen Gastank anfallen, erscheint die rein stationäre Form der Gasheizung im Vergleich mit den Alternativen geradezu unwirtschaftlich.

Fazit: Was ist beim Erneuern der Heizung zu bedenken?

Die Erneuerung der Heizung kann also aus unterschiedlichen Gründen erfolgen: Entweder, die alte Anlage ist defekt oder der Gesetzgeber hat deren Austausch aus Altersgründen beschlossen. Oft noch wichtigere Gründe sind aber die Energieeffizienz, die Sauberkeit und die Wirtschaftlichkeit der Heizung insgesamt. Heizungen der jüngsten Generation sind kaum noch mit jenen zu vergleichen, die in den vergangenen Jahrzehnten als Wärmequelle in Gebäuden genutzt wurden.

So wäre es noch vor einigen Jahren geradezu utopisch gewesen, eine emissionsfreie und annähernd kostenlos arbeitende Heizung nutzen zu können. Mittlerweile sind derlei Konzepte Realität. Damit kann die erneuerte Heizung günstiger und effizienter arbeiten, die Energieverbrauchskosten sinken und der ökologische Fußabdruck des Gebäudes ebenfalls. Ein weiterer Nebeneffekt besteht darin, dass sich die Wärmewirkung einer modernen Heizung in der Regel deutlich feiner abstimmen lässt, als dies bei früheren Heizsystemen der Fall war.

Vor der finalen Entscheidung für eine neue Heizung sollte aber unbedingt ausgelotet werden, welches System das geeignete ist und ob es für das Vorhaben eine Förderung gibt, etwa durch die KfW. Hier kann sich die Situation auch immer wieder ändern, weshalb es sich unter Umständen lohnen kann, mit der Sanierung der Heizung noch zu warten. Andere Gründe können etwa darin liegen, dass sich die Infrastruktur vor Ort ändert (zum Beispiel durch eine neu verlegte Gasleitung) oder in der kompletten Sanierung des Gebäudes.

Oftmals ergeben sich bei weitgehenden Umbauten auch ganz neue Perspektiven, die sich auch auf die Planung der Gebäudeheizung auswirken. Im Zweifel sollte der Austausch der Heizanlage also mit oder nach der Komplettsanierung erfolgen. Unter gewissen Voraussetzungen kann die dann neu zu installierende Heizung sogar besser und effizienter sein als das zuvor angedachte Modell. Außerdem ist sie dann natürlich besser abgestimmt auf das umgebaute Gebäude.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.

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