Heizung modernisieren: Eine Frage der Fördermöglichkeiten

Energiesparmaßnahmen werden belohnt. Das betrifft auch die Heizungsmodernisierung, die in vielen Haushalten längst überfällig ist. Dank staatlich geförderter Anreize setzen immer mehr Besitzer das Vorhaben in die Tat um.

Veraltete Heizungen in der Überzahl

Spätestens zum Herbst, wenn die Heizungen wieder aufgedreht werden, kehren auch die Gedanken über den Verbrauch zurück. Tatsächlich findet der stärkste Anstieg vom September zum Oktober statt, nachdem der Spätsommer sich größtenteils verabschiedet hat. Von November bis Februar bleibt der Verbrauch dann durchgehend hoch, bevor er im März um rund 20 Prozent sinkt.

Im April folgt der nächste große Schritt und ab Mai dürfen sich die Heizkörper wieder weitgehend ausruhen. Dass es bei diesem Prozess je nach Art der Heizung große Unterschiede gibt, ist bekannt, und dass es neben der eigenen Rechnung noch um ein übergeordnetes Thema geht, nämlich die Umwelt, ist ebenfalls in der Bevölkerung angekommen.

In diesem Zusammenhang wiegt es umso schwerer, dass bis zu 70 Prozent aller Heizanlagen in Deutschland veraltet sind und längst durch neue Modelle ersetzt werden sollten. Rechnet man die Menge des ineffizienten Verbrauchs hoch, wird schnell deutlich, wie groß das Versäumnis in der bundesweiten Summe ist. Experten empfehlen eine Erneuerung der Heizungsanlage nach etwa 15 Jahren, weil sie dann nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Technik und somit auch ineffizient ist. Für Anlagen ab einem Alter von 30 Jahren ist die Erneuerung sogar gesetzlich vorgeschrieben – bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Aufklärung ist hier zwar der erste Schritt, wirklich hilfreich sind jedoch klare finanzielle Anreize, um einen Wandel einzuleiten. Die Anzahl der Fördermöglichkeiten ist über die Jahre gewachsen und schafft ein attraktives Bild. Dieses unterteilt sich in staatliche Zuschüsse und vergünstigte Kredite. Welche Variante für das eigene Haus in Frage kommt, muss individuell ausgewertet werden, da jedes Finanzmodell an klare Bedingungen geknüpft ist. Der Heizungsbauer Thermondo stellt die Fördermöglichkeiten der Heizungsmodernisierung und wie sie beantragt werden übersichtlich dar: https://www.thermondo.de/info/finanzen/foerderung/foerderung-heizung/.

So hilft der Staat: KfW und BAFA

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist federführend bei sämtlichen Fördermaßnahmen im Rahmen einer besseren Ökobilanz. Auch für Heizungen listet die KfW Möglichkeiten auf. Dabei handelt es sich um die Standards 430 und 433:

  • KfW 430: Beim Einbau einer modernen Heizung mit Gas oder Ölbrennwert werden bis zu 15 Prozent von maximal 30.000 Euro übernommen.
  • KfW 433: Wird eine Brennstoffzellenheizung mit mindestens 0,25 kW eingebaut, übernimmt die KfW bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten (nicht vom Gesamtwert). Dennoch ist die Ersparnis durchaus nennenswert, vor allem, da die Förderung erst ab einem Investment von mindestens 7.050 Euro erhältlich ist.

Mit diesen beiden Investitionszuschüssen ist die KfW zur bevorzugten Anlaufstelle geworden. Aufgrund der Anschaffungskosten, die bei allen Heizungen mindestens im vierstelligen Bereich liegen, sind die Fördermittel umso wertvoller.

Alternativ gibt es die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), die seit August 2016 die Heizungsoptimierung fördert. Das Ziel ist eine ideale Wärmeverteilung im Gebäude, dazu sind effiziente Pumpen nötig, der Zuschuss beträgt 30 Prozent der Nettokosten bei einem Maximum von 25.000 Euro.

Wer an Umwälz- oder Warmwasserzirkulationspumpen interessiert ist, für den lohnt sich der Blick in den Katalog des Bundesamts folglich. Durch den speziellen Fokus auf Pumpen grenzt sich das Förderangebot vom KfW-Programm ab, sodass keine Konkurrenzsituation entsteht, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Die Orientierung im Markt bleibt dadurch übersichtlich und das erleichtert die Entscheidungsfindung.

Trotzdem gilt: In jedem Fall sollten Eigentümer bei der Produktauswahl genau darauf achten, dass die Heizung tatsächlich die Förderkriterien erfüllt. Und nicht nur das: Zuvor steht die Entscheidung an, welche Art von Heizung überhaupt am besten geeignet ist. Hier ist der Blick auf alle Details unbedingt nötig und im Zweifelsfall hilft nur die Beratung durch einen Fachmann.

Kredite als weiterer Weg zur Modernisierung

Eigentümer ohne Chance auf Bewilligung bleiben trotzdem nicht außen vor. So stellt die KfW neben den Investitionszuschüssen auch günstige Kredite in Aussicht:

  • Kredit 151/152: Bei einer modernen Heizung mit Gas oder Brennwerttechnik werden bis zu 50.000 Euro bei nur 0,75 Prozent effektivem Jahreszins verliehen. Außerdem ist ein Tilgungszuschuss von bis zu 12,5 Prozent möglich.
  • Kredit 167: Ebenfalls einen Kredit in Höhe von maximal 50.000 Euro gibt es für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien (zum Beispiel Wärmepumpen oder Solarthermie). Der effektive Jahreszins liegt hier bei 1,3 Prozent.

Die energieeffiziente Sanierung per Kredit ist damit deutlich attraktiver als auf dem klassischen Weg. Und wegen dieser Optionen überrascht es nicht, dass nachhaltiges Heizen im Trend liegt. Der Fokus auf regenerative Energiequellen rückt dabei immer weiter ins Zentrum, da die Effizienz der Technik steigt, was langfristig eine Kostenersparnis bedeutet. Durch die Einspeisung überschüssiger Energie ins Netz können Immobilienbesitzer sogar zu Kleinunternehmern werden und Geld verdienen, und das mehr oder weniger passiv.

Der Wärmekreislauf in der eigenen Immobilie, ob in Eigennutzung oder Vermietung, wird somit zum wirtschaftlichen Faktor, der in die Gesamtrechnung einfließen muss. Auch dies unterstreicht der Wandel der Neuzeit, da die technische Vielfalt neue Türen öffnet. Dass die Umwelt davon profitiert, ist mehr als ein netter Nebeneffekt, sondern eigentlich der Kern des Ganzen und finanzielle Lockmittel sind ein legitimer Weg, um den Prozess zu beschleunigen.

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.

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