Kein Kauf von Rasensamen ohne Vertrauen

Sie denken, Rasensamen ist gleich Rasensamen, und es wäre vollkommen egal, welchen Sie für Ihre  neue Rasenfläche kaufen? Dieser Irrglaube hält sich schon lange. Aber ganz ehrlich: Sie könnten es bereuen, den falschen Rasensamen gekauft zu haben. Warum? Nun, ganz einfach deshalb, weil die Unterschiede der Rasensamen doch sehr immens sind. Deshalb ist es wichtig, wenn man ganz besondere Vorstellung des perfekten Rasens hat, auch einen Fachmann hinsichtlich der Grassaat zu Kontaktieren. Wie gesagt: Es soll ja perfekt sein, nicht wahr?

… ohne Vertrauen geht es nicht 

Die meisten Gartenbesitzer gehen davon aus, dass sich die Grassamenmischungen, die es für den heimischen Gebrauch zu kaufen gibt, extrem ähnlich sind. Daher ist es für sie vollkommen normal, wenn sie die auf dem einfachsten Wege kaufen – nämlich im Baumarkt. „BerlinerTiergarten“ ist wohl die bekannteste Mischung, die uns zur Verfügung stünde.

Was aber von Hersteller nicht angemerkt wird, ist, dass diese herkömmlichen Mischungen auch ihre Nachteile mit sich bringen. Und davon gibt es gar nicht wenige:

  • starkes Wachstum, auch ohne großartige Düngergaben
  • oftmals löchrige Grasnarben
  • in Folge: kurze Intervalle zum Mähen
  • in Folge: große Mengen an Schnittgut, die entsorgt oder kompostiert werden wollen
  • in Folge: eventuell häufiges Nachkaufen der Grassamenmischung

Wie kann diese Nebenwirkungen zustande? 

Eine Grassamenmischung ist aus verschiedenen Einzelsaaten zusammengestellt. Jede einzelne Komponente hat ihre besonderen Eigenschaften, die bei der Pflege zum Tragen kommen müssten. Würde es sich um blühende Blumen handeln, würde man sich vermutlich intensiver darum kümmern. Bei der Rasensamenmischung jedoch wird großzügig darüber hinweg gesehen. Die Folgen davon haben wir schon beschrieben bekommen. Aber natürlich gibt es auch einen anderen Weg, um zu seinem perfekten Rasen zu kommen. 

Die Kenntnis um die Reinsaaten 

Jede Mischung besteht aus Reinsaaten. Jede Reinsaat verfügt über bestimmte Eigenschaften, Bodenvoraussetzungen, Pflegeanforderungen, um bestmöglich gedeihen zu können.

Fangen wir mit den Voraussetzungen, die das Grundstück mit sich bringt an. Was finden wir vor?

  • Hausrasen oder parkähnliche Fläche (Zweck und Nutzung des Rasens)
  • Neuansaat, Nachsaat, Erhaltungspflege des Rasens oder Spezialmischungen gegen unerwünschte Komponente oder Moose
  • In welcher Jahreszeit soll der Rasen gesät werden bzw. wird die Mischung benötigt?
  • Welche Lage weist die zu bearbeitende Fläche auf: Sonne, Halbschatten oder Schatten?
  • Und letztlich stellt sich natürlich die Frage, ob eine Standardmischung ausreicht oder eine Premiummischung bevorzugt wird.

Eine Frage ist dabei noch nicht berücksichtigt worden: Wie viel Zeit kann für die Rasenpflege eingeplant werden? Dieser Faktor wird manchmal überhaupt nicht beachtet, ist für das optische Bild der Fläche aber natürlich von großer Wichtigkeit.

Nach diesen Angaben kann man die optimale Rasensamenmischung zusammenstellen und schauen, ob die gewünschte Mischung zudem auch noch ins Budget passt. Denn eines ist sicher: Verlässt man die ausgetretenen Wege des Baumarktes und seinem Saatangebot, muss natürlich eventuell auch mit anderen Preisen gerechnet werden. Aber sollte man bedenken, dass der optimale Rasen nur ein Mal angesät und eventuell noch nachgesät wird. Danach gibt es „nur noch“ die Pflege des Rasens und dies für lange Jahre.

Nun mag sich der interessierte Laie immer noch fragen, warum all dieses Wissen überhaupt wichtig ist. Tatsächlich ist es so, dass jede einzelne Komponente der Rasenmischung andere Eigenschaften mit sich bringt, die es bei der Zusammenstellung zu beachten gilt. Stellen Sie sich einmal vor, dass auf dem Parkrasen lauter Löwenzahnblumen emporsprießen würden oder auf dem Fußballrasen die Wildblumen blühen? Es gehört zur Zusammensetzung eine große Sorgfalt.

Die einzelnen Gräser 

Die ursprüngliche Zucht von Grassaaten entspringt der Grasproduktion der Landwirtschaft. Diese Futtersorten jedoch haben keinerlei Eignung für den heimischen Rasen! So haben sich in der Forschung der letzten Jahrzehnte die folgenden Ansprüche für den heimischen Rasen verfestigt:

  • niedriger Graswuchs
  • starke Belastbarkeit
  • geringstmögliches Schnittaufkommen
  • anspruchsvolle Farbgebung der Gräser
  • Winterresistenz
  • möglichst schnell wachsende, dichte Grasnarbe
  • Krankheitsresistent
  • schnelle Regeneration auch nach schwierigen Wachstumsphasen

Aus diesen Anforderungen an die Gräser haben sich die folgenden herauskristallisiert, die diese auch erfüllen können:

  • Festuca ovina (Schafschwingel)
  • Festuca rubra (Rotschwingel)
  • Poa supina (Lägerrispe)
  • Lolium perenne (Deutsches Weidelgras)
  • Poa pratensis (Wiesenrispe)
  • Agrostis sp. (Straussgras)

Jedes einzelne Gras weist andere Fähigkeiten auf. Und auch diese muss bei der Zusammensetzung geachtet werden. So wird ein guter Fussballrasen heute aus den Deutschen Weidelgras, der Wiesenrispe und der Lägerrispe bestehen. Wird allerdings nur eine gute Nachsaat hierfür gesucht, wird zum Deutschen Weidelgras gegriffen.

Eines ist auf jeden Fall unbedingt zu beachten: Eine Monokultur, also ausschließlich eine einzige Grasart, auszusäen, ist keine gute Idee. Erstens ergibt sich durch die Verwendung mehrerer Grassamenarten ein angenehmeres Bild der Rasenfläche. Zum anderen wird den Nachteilen einer Monokultur entgegengearbeitet.

FAZIT: Lassen Sie sich vom Fachberater eines Rasenfachbetriebes oder einer Gärtnerei  beraten, um den ersten Traumrasen für Ihren Rasen anzulegen. Der Nachteile einer schlecht gewählten Rasensamenmischung ist nämlich leider, dass man entweder damit leben muss oder sich auf eine kostenintensive, fachmännischen „Sanierung“ der Rasenfläche einstellen muss. Die Zeit, die man in die fachkundige Beratung für die Erstaussaat investiert, wird sich auf jeden Fall  bezahlt machen!

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