Leitungswasserschäden vermeiden – Worauf schon beim Bau zu achten ist

Leitungswasserschäden vermeiden – Worauf schon beim Bau zu achten ist
Leitungswasserschäden vermeiden – Worauf schon beim Bau zu achten ist
Die Schadenaufwendungen bei Leitungswasserschäden sind in der Regel ziemlich hoch. Und für die Ursachen ist nicht immer ein unglücklicher Unfall, wie etwa ein Rohrbruch oder eine defekte Waschmaschine verantwortlich. Viele Wasserschäden kommen zustande, weil schon bei der Planung oder Installation nicht ordnungsgemäß vorgegangen wird.

Vor allem bei der Installation von flexiblen Schläuchen, Pressverbindungssystemen, Kleinspeichern und Eckventilen kommt es in vermehrter Häufigkeit zu Problemen. Was bei bereits entstandenen Wasserschäden zu tun ist, haben wir in einem älteren Beitrag erläutert. Dieses Mal wird es darum gehen, wie sich die Schäden schon beim Bau und somit im Voraus vermeiden lassen.

Gut geplant hält besser

Bereits bei der Planung von Leitungswasserrohr-Installationen beim Bau sind folgende fünf Punkte zu beachten. Somit beugen Sie möglichen Schäden möglichst effizient vor.

  1. Auf Qualität setzen: Bei Rohren und anderen Komponenten, die es für die Installation benötigt, bestehen deutliche Unterschiede in der Qualität. Am besten ist es, auf gewisse Prüfzeichen, wie etwa die des DVGW zu achten. Sie stehen für die Einhaltung der Qualitätsstandards, wie sie im Regelwerk zur Rohrinstallation zu finden sind. Wer hier beim Bau spart, muss später eventuell viel „nachinvestiere“.
  2. Passgenauigkeit und Leitungslänge beachten: Genauso wichtig ist es, passende Rohre zu verwenden. Die anzutreffenden Materialien für Rohre reichen von Bleirohren über Stahlrohre, Guss-, Beton-, Kupfer-, Edelstahl-, Verbundrohr bis hin zum Kunststoff. Auch die Palette an Verbindungstechniken bei Rohren bietet eine große Auswahl. Rohre sind oftmals verschraubt, pressverbunden, geklebt, gelötet, geschweißt geflanscht und gemufft. Zur üblichsten Technik gehört auf jeden Fall das pressverbinden von Wasserrohren. Welche Rohre und Verbindungstechnik für den Bau geeignet sind, ist individuell zu entschieden. Der Rat eines Experten kann helfen.

Übrigens ist daher auch auf die Gewindegrößen, Rohrgrößen und die Nennweite zu beachten. Außerdem sind Zollgrößenangaben auf Rohren unter Beachtung von Außengewinde und Innengewinde richtig umzurechnen. Aus Faulheit Rohre zu verwenden, die eigentlich nicht perfekt passen und diese andersartig „passend zu machen“ kann zu einem großen, kostenintensiven Fehler werden.

Wer die Raumanordnung gut durchdenkt, spart übrigens Leitungslänge, was die Chance auf Schäden minimiert.

  1. Für Zugänglichkeit sorgen

Rohre sind regelmäßig zu überprüfen und sind zu überprüfen. Außerdem ist es wichtig, sie schnell erreichen zu können, wenn es einmal zu einer Leckage oder gar zum Rohrbruch kommt. Deshalb ist eine offene Verlegung zu empfehlen. Senkrechte Leitungsstränge können in Schächten erfolgen, alles unter Fliesen oder im Estrich ist auf ein Minimum zu begrenzen.

  1. Bereiche mit Frostgefährdung vermeiden

Liegen Wasserleitungen in Abseiten oder im Spitzboden, wo die Beheizung der Wohnräume nicht wirklich hinkommt, können Frostschäden auftreten. Manchmal allerdings lässt sich der Leitungsverlauf durch frostgefährdete Bereiche einfach nicht vermeiden. Wichtig ist dann, dass eine Rohrbegleitheizungen installiert ist. 

  1. An Feinfilter denken

Mit Hilfe von Feinfiltern lässt sich vermeiden, dass etwa Metallspäne oder Sand von außen in die Leitungswasserinstallationen hineinkommen. Metallische Leitungen werden damit vor Korrosion geschützt. Außerdem vermeidet man so, dass eingetragene Partikel Funktionsstörungen an Armaturen oder anderen Bestandteilen der Installation verursachen. 

Pressverbindungen richtig erstellen

Schäden an Pressverbindungen – sowohl bei metallischen Leitungen, als auch bei Kunststoffleitungen – treten in der Regel meist schon kurz nach der Inbetriebnahme der Leitungen auf. Eine zu geringe Einschubtiefe der Rohre ineinander ist dabei der häufigste Fehler beim Bau. Die Einschubtiefe wird vom Hersteller der Rohre in den technischen Unterlagen festgehalten und sollte auf jeden Fall eingehalten werden. Vor dem Verpressen der Rohre ist sich mit entsprechenden Markierungen zu helfen. Auch schlecht entgratete Rohrenden können ein Grund für spätere Schäden sein.

Fehler können darüber hinaus beim Bau auch erfahreneren Handwerkern natürlich immer passieren. Selbst zertifiziertes Materialien und die Verarbeitung mit dafür vorgesehenem Werkzeugen schützt nicht immer. Daher ist es empfehlenswert, nach Fertigstellung der Leitungen eine Druckprüfung durchzuführen. Pressverbindungen, die Mängel aufweisen, lassen sich damit zuverlässig identifizieren. Undichte Stellen sind zu erkennen und deswegen ist die Ausbesserung möglich. 

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Das Thema Silikonfugen

Die Millionen von Leitungswasserschäden, die jährlich gemeldet werden (Gebäudeversicherer geben an, dass im Schnitt alle 30 Sekunden ein Leck an deutschen Leitungen entsteht) haben ihre Ursache oft in defekten Fugenabdichtungen und Wasser, das an ihnen in die Gebäudesubstanz eindringt. Die Verschließung eines Zwischenraums an Bauteilen von Rohren mit dem elastischen Silikonfüllstoff gehört zur etablierten Technik der Bauwerksabdichtung und ist beim Leitungsbau unverzichtbar. Die Lebensdauer einer elastischen Fuge hängt von der Qualität des Ausgangsmaterials, einer fachgerechten Ausführung sowie der Beanspruchung und Pflege der Fuge ab.

Keine Silikonfuge hält gleich lang; es kommt immer auf die Einsatzbedingungen an. So setzen der häufige Kontakt mit Wasser, Schmutz und jeglichen Chemikalien und regelmäßige mechanische Beanspruchung dem Dichtmittel spürbar zu, lassen es schneller altern und Dichtmittels und führen somit irgendwann auch zum Versagen der Abdichtung.

Auch hier sind unbedingt wieder die Pflegeanweisungen des Herstellers zu beachten. In jedem Fall sind Silikonfugen in regelmäßigen Abständen mit einem Tuch oder Schwamm zu reinigen, wobei neutrale oder alkalische Reinigungsmittel zu verwenden sind. Auch Mittel auf Essigbasis eignen sich gut. Nach der Reinigung sowie schon nach der ersten Nutzung ist klar nachzuspülen. Dadurch lassen sich Schmutzreste und Chemikalien entfernen. Anschließend hat die Abdichtung zu trocknen und es ist regelmäßig zu lüften.

Flexschläuche: Praktisch, aber empfindlich

Eckventil mit Flexschlauch – zwei anfällige Teile, wenn nicht nach Angaben der Hersteller gearbeitet wird.

Aus guten Gründen erfreuen sich flexible Schläuche für den Anschluss von Armaturen beim Bau großer Beliebtheit. Verchromte Kupferleitungen, die früher üblich waren, sind inzwischen fast vollständig durch Flexschläuche ersetzt. Flexschläuche bieten allerdings ein hohes Schadenspotenzial, was zum einen an Installationsmängeln und unzureichenden Qualitäten der Produkte liegen kann. Zum anderen haben Flexschläuche aber auch einfach eine begrenzte Lebensdauer. Außerdem sind sie anfällig gegenüber Außenkorrosion. Deshalb ist immer zu beachten, wie viele und wo man Flexschläuche einsetzen möchte.

Gerade gegen die Außenkorrosion lässt sich wenig machen: Das Metallgeflecht, das flexible Schläuche umgibt, die meist aus Silikon, bzw. lebensmittelverträglichen Kunststoffen besteht, ist nun einmal sehr anfällig Putzmittel und andere Chemikalien. Denn das Geflecht ist doch deutlich dünner als ein Rohr. Deshalb ist es auch viel schneller durch Korrosion zerstört. Sobald Korrosionsprodukte und andere Ablagerungen auf Flexschläuchen zu erkennen sind, sind diese also zur Sicherheit auszutauschen.

Im Übrigen sind auch andere Komponenten von Leitungswasserinstallationen meist nach 30 oder spätestens 50 Jahren so stark beansprucht, dass sie einer Wartung oder eines Austauschs bedürfen. Um Schäden dauerhaft zu vermeiden, kann es sich lohnen, schon beim Bau auf eine Leckageschutzeinrichtung zu setzen, die im Falle eines Leitungswasserschadens die Installation automatisch absperrt und eine Warnung sendet, sodass sofort reagiert werden kann. 

Kleinspeicher richtig anschließen

Wer sich für eine dezentrale Lösung der Warmwasserversorgung seines Eigenheims entscheidet, hat vermutlich einen Kleinspeicher oder auch Kleinwasserspeicher zu installieren. Diese haben in der Regel ein Volumen von fünf bis zehn Litern und sind elektrisch beheizt.

Sie stellen warmes Wasser für Spülen oder Waschtische bereit und sind in zwei Ausführungen, nämlich in geschlossener (druckfester) und offener (druckloser) Variante erhältlich. Offene Kleinspeicher sind deutlich verbreiteter, allerdings auch deutlich schadensanfälliger. Fast immer ist schon beim Bau ein Installationsmangel die Ursache für einen später entstehenden Wasserschaden.

Es kann nicht oft betont werden, auch bei der Installation von Kleinspeichern ist genau darauf zu achten, dass streng nach Vorgaben des Herstellers gearbeitet wird. Unter Punkten wie „Besondere Hinweise“ in Bedienungs- und Installationsanleitungen ist es beispielsweise explizit beschrieben, dass das Gerät nur mit einer offenen, also einer drucklosen Armatur zu installieren ist und dass es keinem Wasserdruck ausgesetzt ist.

In Montageskizzen, die in der Regel beiliegen, kann man dann noch einmal erkennen, wie der Kleinspeicher und die Armatur zu montieren sind. Baut man das Gerät allerdings auch dann noch so ein, dass es ständig Wasserdruck ausgesetzt ist, kann es natürlich passieren, dass der Wasserbehälter dem Druck nicht mehr standhält und platzt. Das kommt häufiger vor, als man denkt und liegt alleine an einer fehlerhaften Installation.

Wohnungslos wegen Wasserschaden

Eckventile – eine typische Schadensursache

Bei Eckventilen gilt deshalb Ähnliches. Auch sie stellen ebenso eine typische Schadensursache dar. Beim Bau wenn unsachgemäß gearbeitet wird oder weil Herstellervorgaben ignoriert werden.

Wichtig ist vor allem bei Eckventilen, dass Sie bei der Installation richtig eingeschraubt sind. Die meisten Gewinde sind selbstdichtend und mit einem Dichtungsring ausgestattet. Um eine gute Dichtwirkung und mechanische Stabilität zu erreichen, muss der Dichtungsring deutlich ins Gewinde hineingedreht werden. Und zwar so weit, dass man ihn nicht mehr sehen kann.

Danach sollten noch ein bis zwei weitere Umdrehungen vorgenommen werden – genau daran denken viele nicht. Wird beim Verschrauben nicht darauf geachtet, dass der Dichtungsring wirklich völlig eingedreht ist, kann es später zu undichtigkeiten kommen. Der Dichtring wird etwa aus der Nut hinausgequetscht.

Wenn ein selbstdichtendes Anschlussgewinde nicht so tief genug eingeschraubt wird kann, wie es in der Anleitung vorgegeben ist, hat es auch nicht verwendet zu werden. Stattdessen ist dann ein Eckventil mit herkömmlichem Gewinde zu verwenden und entsprechend der Vorgaben zu montieren.

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