Mähroboter Ratgeber – Varianten und Einsatzgebiete

Noch vor einhundert Jahren wurde für das Mähen des Rasens meistens zur Sense gegriffen. Zwar wurde die Urform des Rasenmähers bereits im Jahr 1827 erfunden, um die damals populär werdenden „englischen Gärten“ akkurat pflegen zu können. Allerdings blieben die Geräte anfangs eher eine Sache für die reiche Oberschicht. Bis sich der Rasenmäher auch in der Mittelschicht durchsetzte, dauerte es noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Immerhin wurden die Rasenmäher bis dahin schon weiterentwickelt und konnten dementsprechend leichter bedient werden.


Durch den Einbau eines Benzin- oder Elektromotors kamen weitere Erleichterungen hinzu. Doch noch immer musste der Rasenmäher von einem Menschen über die Rasenfläche geführt werden, was Muskelkraft und vor allem Zeit erforderte. Erst die Erfindung des Mähroboters in der Mitte der 1990er Jahre erlöste den Menschen von dieser Arbeit nahezu komplett.

Was genau ist ein Mähroboter?

Bei einem Mähroboter muss man schon zweimal hinschauen, um das gerät als einen Rasenmäher zu erkennen. Eher erinnert er an ein etwas überdimensioniertes, ferngesteuertes Auto, das sich mit vergleichsweise leisen Raspelgeräuschen über die Grasfläche bewegt. Dieses Design ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die charakteristische Lenk- und Führungsstange, wie man sie von einem klassischen Rasenmäher kennt, natürlich nicht vorhanden ist.

Entwickelt wurden Mähroboter analog zu den Staubsaugerrobotern, die man im Haus verwendet. In beiden Fällen handelt es sich um motorisierte Geräte, die sich autonom über eine bestimmte Fläche bewegen. Natürlich legt ein Saugroboter innerhalb der Wohnung normalerweise weniger Strecke zurück als ein Mähroboter im Garten. Umso erstaunlicher ist es, welch große Rasenflächen ein Mähroboter zu pflegen in der Lage ist. Je nach Modell kann ein Mähroboter Flächen zwischen rund 150 und 20.000 Quadratmetern bewirtschaften.

Innerhalb der definierten Fläche bewegt sich der Mähroboter autonom und folgt dabei einem vorprogrammierten Schema: Entweder bearbeitet er die Rasenflächen in Bahnen, die er korrekt nebeneinander zieht, oder er wechselt scheinbar beliebig die Richtung, wenn er auf ein Hindernis stößt. Doch in beiden Fällen ist gewährleistet, dass der Rasen innerhalb einer bestimmten Zeit akkurat gestutzt wird.

Angebot GARDENA SILENO city 300: Mähroboter bis 300 m² Rasenfläche, Steigungen bis 35 %, Schnitthöhe 20 - 50 mm, LCD Display, Diebstahlschutz, inkl. Begrenzungskabel, Haken und Verbinder (15005-47)
Angebot WORX Landroid M WR141E Mähroboter / Akkurasenmäher für kleine Gärten bis 500 qm / Selbstfahrender Rasenmäher für einen sauberen Rasenschnitt
Angebot LANDXCAPE Mährobot LX799 für bis zu 300m² & 25% Steigung/Automatischer Rasenmäher
Yard Force Mähroboter COMPACT 280R, geeignet für Rasenflächen bis zu 300 qm-mit iRadar Ultraschallsensor, Kantenschneide-Funktion, Regensensor und bürstenloser Motor, 20 V, schwarz/orange
Angebot Gardena Sileno city: Mähroboter bis 250 m² Rasenfläche, Steigungen bis 25%, Schnitthöhe 20 - 50 mm, LCD Display, Diebstahlschutz, inkl. Begrenzungskabel, Haken und Verbinder (15001-20)
Angebot Gardena Mähroboter R70Li: Automatischer Rasenmäher für Gärten bis

Wie funktioniert ein Mähroboter?

Um einen Mähroboter zu entwickeln, musste zuerst einmal die Mikroprozessortechnik voranschreiten. Zwar wäre es vorher bereits möglich gewesen, einen Korpus mit einem Elektromotor, Schneidemessern und einem Akku auszustatten. Doch wenn man ein solches Gerät auf die Wiese gesetzt hätte, so wäre es stur geradeaus gefahren, bis es irgendwann an einem Hindernis hängengeblieben wäre.

Erst durch integrierte Hightech wird ein Mähroboter tatsächlich auch einsatzfähig. Ein Mähroboter erkennt die Fläche, auf der er sich bewegen darf beziehungsweise soll, mäht das Gras überall auf eine vorgegebene Länge und fährt nach getaner Arbeit beziehungsweise bei niedrigem Akkustand automatisch zurück in seine „Garage“, die gleichzeitig auch als Ladestation fungiert. Ein zeitgemäß ausgestatteter Rasenmähroboter fährt diese Station auch an, wenn Regen oder zu starker Wind das Rasenmähen unmöglich machen. Es muss also niemand lange nach dem Mähroboter suchen und dabei befürchten, er könnte mit leerem Akku oder Wasserschaden irgendwo auf der Wiese liegenbleiben.

Die grundlegende Funktionsweise eines Mähroboters ist rasch beschrieben. Ein Mähroboter ist mit einem Elektromotor ausgestattet, der von einem integrierten Akku gespeist wird und sowohl die Schneideblätter als auch die zur Fortbewegung genutzten Räder antreibt. Da der Akku nicht so viel Energie liefern kann, wie es durch ein Kabel oder bei einem eingebauten Verbrennungsmotor der Fall wäre, arbeitet ein Mähroboter nicht so kraftvoll wie ein herkömmlicher Rasenmäher.

Aus diesem Grunde eignet er sich auch nicht für den Einsatz in hohem Gras. Als sogenannter Mulchmäher, der den Rasenschnitt auf minimale Länge bringt, muss er das Gras nicht einfangen, sondern belässt es auf der Wiese. So können die im Rasenschnitt enthaltenen Nährstoffe wieder in den Boden gelangen und neues, gesunde Gras sprießen lassen.

Was wird zum Betrieb eines Mähroboters alles benötigt?

Die Grundvoraussetzungen für den Betrieb eines Mähroboters lassen sich schnell beschreiben.

Vor allem wird natürlich eine zu bewirtschaftende Rasenfläche benötigt. Das Gras auf dieser Fläche darf nicht zu lang und von nicht zu kräftigem Wuchs zu sein (Hierbei sind die Angaben des Mähroboter-Herstellers zu beachten). Wichtig ist zudem, dass die Rasenfläche möglichst eben und frei von Steinen, Wurzeln und anderen Störfaktoren ist. Auch hier kommt es sehr auf die technischen Eigenschaften des jeweiligen Modells an.

Darüber hinaus ist ein Stromanschluss notwendig. Zwar wird der Motor des Mähroboters über den integrierten Akku betrieben. Da dieser aber über eine Ladestation (die sich ebenfalls im Garten befindet) wieder aufgeladen wird, kommt der Mähroboter leider nicht komplett ohne Stromversorgung aus.

Unerlässlich für den Betrieb eines Mähroboters ist auch die Orientierungshilfe, die vor dem Betrieb des Mähers installiert werden muss. Ansonsten würde der Roboter die Rasenfläche schnell verlassen und könnte zu einer Gefahr werden oder selbst Schaden nehmen.

Wie findet sich ein Mähroboter im Garten zurecht?

Wie eingangs bereits beschrieben, war die Orientierung des Mähroboters der größte Knackpunkt, den es bei der Entwicklungsarbeit zu überwinden galt. Die Lösung fand sich schließlich in einem verlegten Begrenzungsdraht. Dieser Draht wird rings um die zu bearbeitende Rasenfläche gelegt und signalisiert dem Mähroboter: Bis hierher, aber nicht weiter!

Innerhalb dieser Fläche fährt der Mähroboter dann meist zufällig hin und her, indem er beim Erreichen der Begrenzung oder an einem Hindernis automatisch die Richtung wechselt. Einige Modelle verfolgen aber auch eine vorprogrammierte Wegstrecke. Dann ziehen sie saubere Bahnen über den Rasen oder fahren sogar komplexe Muster ab.

Je nach individuellen Eigenschaften des Mähroboters kann es sich sogar um ein selbstlernendes Gerät handeln. Durch das zunehmende Abfahren der Grasfläche des Gartens lernt der Mähroboter seinen Tätigkeitsbereich immer besser kennen und merkt sich auch, wo er Hindernisse umfahren muss.

Wie erkennt der Roboter zum Mähen seine Grenzen?

Um Hindernisse (etwa Steine, Bäume, Gartenmöbel, aber auch Menschen und Tiere) zu erkennen und zu umfahren, verfügen die meisten Mähroboter über spezielle Sensoren. Diese sprechen bereits an, bevor es zu einem Zusammenstoß kommen kann. Diese Hinderniserkennung ist bei modernen Mährobotern bereits sehr ausgereift, flache Gegenstände können aber nach wie vor ein Problem darstellen.

Das Auffinden der Ladestation kann ebenfalls über den Begrenzungsdraht erfolgen. Der Mähroboter fährt dafür direkt an den Begrenzungsdraht und folgt ihm dann bis zu seiner „Garage“. Vor allem bei großen Rasenflächen können aber auch zusätzliche Suchdrähte verlegt werden. Dann muss der Mähroboter nicht bis zum Rande des Grundstücks fahren, sondern folgt einem mittig verlegten Draht bis zur Station.

Mähroboter der Spitzenklasse finden ihren Weg sogar über Satellitentechnik. Dafür besitzt der Mähroboter einen integrierten GPS-Empfänger, der jede Position des Gerätes exakt bestimmen kann. Programmiert man nun einmalig die Positionen der Grundstücksgrenzen, der Ladestation und permanenter Hindernisse einmalig in das System ein, bewegt sich der Mähroboter zuverlässig und präzise wie ein Uhrwerk über die Grasfläche. Natürlich kann in diesem Fall auf einen Begrenzungsdraht verzichtet werden.

Wenn der Mähroboter zusätzlich zum GPS-Empfänger einen selbstlernenden Prozessor besitzt, kann er sich bereits nach kurzer Zeit mit einer schier unglaublichen Präzision durch den Garten bewegen.

Einige der besten Mähroboter sind darüber hinaus mit einem GSM-Modul ausgestattet. Darüber meldet sich das Gerät, wenn es den eigentlichen Aktionsradius verlässt (etwa durch einen technischen Defekt, aber auch durch Diebstahl o.ä.). Zudem kann der Mähroboter darüber neue Befehle empfangen und zum Beispiel zur Basisstation zurückgeschickt werden, wenn Kinder oder Tiere auf der Rasenfläche spielen wollen.

Auf was ist bei der Verwendung eines Mähroboters zu achten?

Fakt ist, dass einem ein Mähroboter eine Menge Arbeit abnehmen kann. Einmal richtig installiert und in Betrieb genommen, ist sein Einsatz kaum noch ein Problem. Ein paar Aspekte sollten für den Betrieb eines Mähroboters allerdings beachtet werden.

  • Beschaffenheit / Eignung der Rasenfläche:

Die zu mähende Rasenfläche sollte möglichst eben und weitgehend frei von Hindernissen wie Steinen oder Wurzeln sein. Darüber hinaus ist es wichtig, dass das zu mähende Gras nicht zu lang und nicht von zu kräftigem Wuchs ist, denn der Elektromotor eines Mähroboters hat nicht die Kraft, die man von gewöhnlichen Rasenmähern kennt.

Ebenfalls wichtig ist, dass zwischen dem Rasen nicht zu viel andere Pflanzen wachsen. Typischer Wiesenbewuchs wie Löwenzahn, Gänseblümchen oder Grünklee ist kein Problem, Disteln oder andere feste Stängel können schlimmstenfalls aber sogar die Schneideklingen des Mähroboters beschädigen.

  • Energieversorgung:

Der Mähroboter hat einen internen Akku und ist daher kabellos unterwegs. Da der Akku aber zwischenzeitlich aufgeladen werden muss, haben sich die Hersteller der Mähroboter eine clevere Lösung überlegt: Diese besteht aus der Kombination einer Ladestation und einer „Garage“ für den Mähroboter. Diese Station muss selbstverständlich mit Strom versorgt werden.

  • Sicherheit für Mensch und Tier:

Die meisten Mähroboter sind mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, um eine größtmögliche Sicherheit für Mensch und Tier zu gewährleisten. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass Hund und Katze sich während des Mähroboter-Betriebs nicht im Garten aufhalten und auch Wildtiere möglichst nicht auf das Gelände gelangen können.

  • Sicherheit für den Mähroboter:

Für den Roboter gibt es zwei Unsicherheitsfaktoren, die es zu beachten gilt. Einerseits darf das Gerät bei Sturm oder Regen nicht eingesetzt werden. Dafür sind zwar Sensoren verbaut, die einsetzenden Regen oder kräftigen Wind erkennen und den Mähroboter dann zurück in die Station fahren lassen. Trotzdem ist es sinnvoll, den Mähroboter bei unbeständiger Witterung gar nicht erst arbeiten zu lassen.

Außerdem sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass ein Mähroboter auch die Begehrlichkeiten von Langfingern wecken kann. Wer sich nicht durch hohe Zäune oder Gartenmauern vor einem Diebstahl schützen kann, sollte also immer ein Auge auf den Mähroboter haben. Wenn niemand zu Hause ist, sollte der Mähroboter generell gut und sicher verwahrt werden.

  • Budget und individuelle Anforderungen an den Mähroboter:

Wie bereits angedeutet, gibt es Mähroboter in verschiedenen Ausstattungen für unterschiedliche Anforderungen in vielen Preisklassen. Hier gilt es also auszuloten, welche individuellen Anforderungen man an das Gerät stellt. Was soll der Mähroboter können – und was darf er dafür kosten?

Fazit:

Schon vor langer Zeit hätten sich die Menschen gewünscht, durch den Einsatz eines Mähroboters weniger Arbeit mit der Rasenpflege zu haben. Mittlerweile sind sie kein Novum mehr, sondern gehören zum Alltag. Sie bieten ein Maximum an Komfort und arbeiten fast vollkommen autark. Außerdem sind Mähroboter sehr leise und effizient im Betrieb und darüber hinaus weitgehend wartungsfrei. Dass sie längst zu erschwinglichen Preisen zu haben sind, ist ein zusätzliches Verkaufsargument.

Allerdings macht ein Mähroboter nur dann Sinn, wenn er eine ausreichend große, ebenmäßige Rasenfläche bewirtschaften soll. Diese muss außerdem weitestgehend frei von Steinen und Fremdbewuchs sein.

Zudem gilt natürlich: Nicht jeder möchte in seinem Garten einen kurzgeschorenen Rasen mit dem Charme eines Fußballplatzes haben. Wenn die Gräser gerne länger und wilder sprießen dürfen, sollten diese allenfalls mit anderen Gerätschaften gekürzt werden.

Auf einen Mähroboter sollte generell verzichtet werden, wenn sich oft viele Tiere im Garten aufhalten. Gleiches gilt in Gebieten, die sehr stark von fremden Menschen frequentiert werden. Denn dort sind auch Langfinger unterwegs und ein Diebstahl des Mähroboters kaum zu verhindern.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
Back to top button