Nachbarstreit

Wenn das Haus erst einmal fertig errichtet ist, soll der Friede walten, vor allem mit den Nachbarn. Sofern er nicht waltet, können Sie sich hier in Klassiker von Nachbarschaftsstreitfällen einlesen und mehr zu den Themen erfahren, wer wann meist den Kürzeren zieht.

Die hohe Bevölkerungsdichte in Deutschland, vor allem in Städten, trägt zu einem Leben Dicht-an-Dicht in der Nachbarschaft bei. Konflikte sind nicht ausgeschlossen, und meist emotional geladen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Sofern die Streitereien außergerichtlich geklärt werden können, ist dies wünschenswert, nur leider nicht immer der Fall. Manche Konflikte eskalieren und enden letztendlich vorm Richter. Damit Sie besser gleich wissen, wie Sie Ihre Chancen auf gerichtlichen Erfolg einschätzen können, hier die 7 häufigsten Nachbarschaftsstreitfälle mit Beratung.

Eine Rechtsschutzversicherung deckt einiges beim Streit ab.

Rechtslage im Nachbarstreit in verschiedenen Themen

Damit Sie besser gleich wissen, wie Sie Ihre Chancen auf gerichtlichen Erfolg einschätzen können, hier die häufigsten Nachbarschaftsstreitfälle.

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Herüberhängende Äste, Zweige oder Sträucher

Zweige und Äste eines Baumes, die über die Grundstücksgrenze langen, Sträucher die allmählich die Nachbarerde grüßen – nichts, was das Nachbarareal beeinträchtigt, muss als Betroffener hingenommen werden. Es besteht ein Anspruch auf Kürzung und/oder Beseitigung der herübertretenden Pflanzen und des Geästs.

Präzise zeitliche Limits, bis wann solche Korrekturen zu erfolgen haben, gibt es überdies nicht. Das ist jedoch kein Freibrief, nur wenige Tage nach der Kontaktierung seines Nachbarn selbst die Kettensäge zu wetzen! Neben der Einhaltung eines ausreichenden Zeitabstands sollten Sie auch Lichtbilder anfertigen.

Darauf zu sehen sein sollten das Corpus Delicti im Garten und eine Tageszeitung mit gut erkennbarem Bild. Davon machen Sie am besten in zeitlichem Abstand mehrere Bilder, angefangen vom Datum der Kontaktierung Ihres Nachbarn an.

Bevor Sie jedoch selbst Hand anlegen am Baum, versuchen Sie nochmals eine Einigung zu erzielen. Zeugen dafür sind dabei auch recht nützlich.

Unter der Erde: Baumwurzeln heben Gehwegplatten an

Suburban zur Grundstücksgrenze wachsende Baumwurzeln heben nicht selten Gehwegplatten des Nachbarn an und verursachen Wegschäden. In diesem Falle liegt beim Geschädigten ein Anspruch auf die Beseitigung und auf den Ausgleich der Schäden.

Jedoch aufgepasst: Forderungen nach einer Kostenerstattung für eine vollständige Neuverlegung des Weges sind haltlos, wenn nur ein Teil davon durch die Wurzeln in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Früchte des verbotenen Baumes

Damit sind die Früchte am Baum des Nachbarn gemeint. Wenn diese durch die Schwerkraft oder Wind und Wetter in Ihren Garten gefallen sind, dürfen Sie diese für sich beanspruchen. Hängen sie jedoch noch am Baum, gilt: Finger weg.

Tauben auf dem Dach

Tauben werden auf ländlichen Gütern rechtlich eher geduldet als in der Stadt. Tauben in urbanen Zonen gehen nämlich mit einer geringeren Erwartungshaltung der Nachbarn einher. Halter / Züchter müssen aufpassen, bei Beschwerden haben sie in städtischen Gebieten oft mit erfolgreichen Klagen gegen sich zu kämpfen.

Was darf mein Nachbar und was nicht

Eine immer ungewisse Frage ist: Was darf mein Nachbar und was nicht?“

Bellende Hunde und zwitschernde Kanarienvögel

Die Rechtsprechung kann immer nur so gut wie möglich auf die Lebenswirklichkeit angepasst werden. Wenn Menschen miteinander zu tun haben, liegen die Dinge meistens nie in abstrakter und greifbarer Form vor, was Regeln und Urteile so schwierig macht.

Wenn dazu aber noch Tiere mit ins Spiel kommen und eine Rolle im Rechtsstreit spielen, ist es gleich doppelt heikel. Hier geht es um den Lärm, den Wellensittiche oder Hunde verursachen. Manche Zeitgenossen bellen und zwitschern kaum bis gar nicht, andere umso mehr.

Man hat sich im Nachbarschaftsrecht letzten Endes so geeinigt:

  • Länger als 10 Minuten permanentes Hundegebell muss niemand dulden.
  • Mehr als 30 Minuten insgesamt am Tage ebenso wenig.
  • Dies alles gilt auch nur für die Zeiten außerhalb der Ruhezeiträume (Mittagspause, nachts).
  • Führen Sie am besten ein Protokoll, sollten Sie rechtliche Schritte in Erwägung ziehen.

Grillzeiten beachten

Auch hier unterscheiden sich die Dinge je nach Nachbar. Manch einer steht beim ersten Grillduft schon am Gartenzaun auf Abruf, herüberzukommen und mitzugrillen, anderen sind Rauchentwicklung und Gerüche einfach zuwider.

Regelungen zu Grillzeiten

  • Es gilt, dass ab 10 Uhr abends keine Kohle mehr lodern darf und auch das Gas abgestellt werden muss, je nach Art des Grills.
  • Ab 22 Uhr müssen Gas oder Kohle erloschen sein, danach darf niemand mehr diesen Begleiterscheinungen des Grillens ausgesetzt sein.
  • Davon ausgenommen sind genau 4 Tage pro Jahr, in denen der Grillspaß bis 24 Uhr dauern darf.

Wie viele Katzen sollst du neben dir dulden…?

Der gemeine Haustiger an sich respektiert, gar noch ohne Aufsichtsperson, nur allzu selten fremde Grundstücksgrenzen. Nachbarn müssen dies jedoch hinnehmen, sofern es nicht mehr als vier Katzen sind von einem Halter. Sonst werden Unterlassungsansprüche möglich.

Nachbarschaftsstreit und der Vermieter

Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter können aus den verschiedensten Anlässen entstehen. Die Parteien sollten sich die Vorwürfe in Ruhe anhören und sich auch in die Lage des anderen versetzen.

Lösungsvorschläge sind zu unterbreiten, um die Situation ohne gerichtliche Auseinandersetzung zu bereinigen. Erst wenn diese nicht angenommen werden, ist ein Anwalt hinzuzuziehen.

Je nach vermieteten Objekten ist dieser Punkt für Vermieter kritisch. Um die Anwaltskosten abzufedern, eigenen sich Vermieterrechtsschutzversicherungen.

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Erhöhung der Miete

Die Erhöhung der Miete kann auch zu einem Streitfall werden. Der Vermieter darf nicht einfach nach Belieben die Miete einfach hochsetzen. Wenn beispielsweise ein Mieter eine Wohnwertverbesserung auf eigene Kosten durchführt, dann bedeutet dies nicht, dass der Vermieter nun die Miete erhöhen darf.

Die Kosten hat der Mieter selbst getragen. Nur wenn der Vermieter dem Mieter die entstandenen Kosten zurückerstattet hätte, dann wäre eine Mieterhöhung zulässig. Leider gibt es Vermieter, die solche Dinge gern anders angehen.

Wohnungsmängel

Falls es Mängel in der Wohnung geben sollte, hier ist an undichte Fenster, Schimmel oder beispielsweise an kaputte Aufzüge zu denken, dann sollte der Mieter Beweise zusammentragen und diese Mängel möglichst schnell melden und zwar am besten in Schriftform. Auf jeden Fall muss auf diese Mängel hingewiesen und diese müssen vom Vermieter behoben werden.

Renovierungsvereinbarung

Was auch oft zu Streitfällen zwischen Mietern und Vermietern führt, ist die Frage der Renovierungen oder besser gesagt, wer die Kosten dieser Renovierung übernimmt. In der Regel ist es so, dass der Vermieter für Renovierungsarbeiten zuständig ist, kann diese aber auch über den Mietvertrag auf den Mieter abwälzen.

Die Kaution ist oft ein weiterer Streitfall

Der Vermieter muss die Kaution gesondert und getrennt von seinem Vermögen verwahren. Ansonsten kann es passieren, dass der Mieter beispielsweise bei einer Insolvenz des Vermieters sein Geld verliert.

Nebenkostenvorauszahlungen sollten besser etwas oberhalb der Schätzung veranschlagt werden, um spätere hohe Nachzahlungen zu vermeiden.

Während des Mietverhältnisses

Dem Mieter sollten termingerecht Nebenkostenabrechnungen zugestellt und zu gering angesetzte Abschlagszahlungen zeitnah angepasst werden.

Weiterhin ist dem Hausbesitzer nahe zu legen, das vermietete Objekt in zeitlichen Abständen von ca. 1 Jahr zu besichtigen; dieses muss selbstverständlich im Einvernehmen mit dem Bewohner erfolgen.

Vom Mieter gewünschte bauliche Veränderungen, die er selbstständig vornehmen möchte, bedürfen des schriftlichen Antrages, der Dokumentation und Genehmigung des Hauseigentümers.

Bei auftretenden Zahlungsschwierigkeiten oder Mietzahlungsrückständen sollte ein Rechtsbeistand eingeschaltet werden, denn die Rechte der Mieter sind bei Nichteinhaltung von Vertragsvereinbarungen nicht zu unterschätzen.

Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter ohne Nachbarschaftsstreit

Selbstverständlich sind so genannte Mietnomaden heute noch die Ausnahme, jedoch sollten die 10 besten Tipps für Vermieter deutliche Beachtung finden, um eine mögliche Enttäuschung nach Beendigung des Mietverhältnisses zu vermeiden.

Um sich vor Auseinandersetzungen, die auch schnell vor Gericht enden können, zu schützen, ist über eine Vermieterrechtsschutzversicherung nachzudenken.

Vor Vertragsabschluss Nachbarstreit schon vermeiden

In erster Linie ist es sinnvoll, vor Abschluss des Mietvertrages ein ausführliches Gespräch mit dem Interessenten zu führen, in dem die wichtigsten Fragen geklärt werden.

Obwohl man sich beim Besichtigungstermin bereits einen ersten Eindruck verschaffen konnte, sollte man den zukünftigen Mieter nach seinen Familienverhältnissen sowie nach seinem Einkommen und seiner Berufstätigkeit befragen, denn die Mietzahlungen müssen in jedem Fall gewährleistet sein.

Unter vorgenanntem Aspekt wird dazu geraten, gegebenenfalls mit dem Arbeitgeber Kontakt aufzunehmen, um sich die Angaben dort bestätigen zu lassen.

Aus Erfahrung wird des Weiteren empfohlen, sich bei dem Vormieter nach dem korrekten Verhalten. Sowohl in der Gemeinschaft als auch bei den Begleichungen des Mietzinses des zukünftigen Bewohners zu erkundigen.

Es ist auch nicht ungewöhnlich, den Wohnungsbewerber zu bitten, ihn in seiner Wohnung aufsuchen zu dürfen, um sich einen Einblick in die Haushaltsführung zu verschaffen.

Interessenten, deren Miete durch das Sozialamt übernommen wird, sollten eine Abtrittserklärung unterschreiben, d. h., die Behörde überweist den Mietzins direkt an den Vermieter.

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