Ordnung ist das halbe Leben – auch in der Werkstatt!

Beim Thema Ordnung scheiden sich bekanntlich die Geister. Die Ordnungsmuffel werden nicht müde, den Ordnungsfanatikern wiederholt zu erklären, dass sie nur zu faul zum Suchen seien. Die Ordnungsliebenden schwören im Gegenzug auf den nicht zu unterschätzenden Zeitvorteil, der entsteht, wenn alle Dinge an Ort und Stelle liegen. Vor allem in Familien oder unter Arbeitskollegen ist das Thema „Ordnung“ immer wieder Anlass für Streitigkeiten.


Richtig ist aber auch, dass eine gewisse Ordnung auch einen höheren Sicherheitsstandard garantiert. Nicht nur bei professionellen Werkstätten, sondern auch im Hobbykeller bzw. Hobbygarage sollte die Sicherheit an erster Stelle liegen. Ein auf dem Boden herumliegender elektrischer Bohrer ist nicht so sicher verstaut, als wenn er auf einem Werkstattregal liegt. Um Ordnung zu halten, muss nicht immer der große Werkzeugwagen angeschafft werden, auch kleinere Ordnungshelfer sind dafür geschaffen, im Zweifel wichtige Dinge schnell aufzufinden.

Der Werkzeugwagen für große Räume

Im Handel gibt es mehrere Arten von Werkstattwägen zu kaufen. Allen gemein ist die sehr robuste Ausführung aus Stahl und Räder, um den Wagen schnell dahin schieben zu können, wo er gebraucht wird. Deswegen lohnt sich die Anschaffung erst, wenn größere Strecken in der Werkstatt zurückgelegt werden müssen oder die zu reparierende Gegenstände außerhalb der Werkstatt liegen. Möchten Sie am Auto draußen auf der Auffahrt basteln, ist es natürlich bequem, wenn Sie alle Hauptteile Ihrer Geräte an Ort und Stelle zur Hand haben. Andernfalls müssen Sie für jedes Teil, welches Sie für die Reparatur benötigen, wieder in die Werkstatt laufen.

Der Werkstattwagen ist mit einigen Schubladen ausgestattet, die auch mit einem Schlüssel verschlossen werden können. Entweder generell gegen Diebstahl oder während des Rollens auf dem Weg zum Ziel. So können auch holprige Wege problemlos mit viel Werkzeug gefahren werden. Nach getaner Arbeit kann der Werkstattwagen dann mit komplettem Inhalt platzsparend in der Werkstatt abgestellt werden.

Sinnvoll ist es, die einzelnen Schubladen nach Themen mit dem Werkzeug einzusortieren. So müssen Sie während des Bastelns nicht alle Schubladen nach einem Teil durchsuchen. Die meisten Wagen haben oben eine gummierte Ablagefläche. Hier kommt nichts ins Rutschen und eignen sich hervorragend für ausgebaute Teile. So kann abschließend keine Schraube vergessen werden.

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Der Werkzeugkoffer in Trolley-Form für die kleineren Wege

Haben Sie keine riesige Werkstatt und gebrauchen das Werkzeug nur in einem Raum, lohnt eventuell die Anschaffung eines Werkzeug-Trolleys. Diese haben Ähnlichkeit mit dem Reisetrolley als Handgepäck beim Fliegen. Hier handelt es sich um einen Koffer, der mit kleinem Werkzeug voll gespickt ist. Die meisten Trolleys können Sie fertig gefüllt mit den üblichen Werkzeugen wie Schraubenzieher, Zangen, Wasserwaage, Heißluftkleber und sonstigen sinnvollen Kleinteilen kaufen.

Das lohnt sich natürlich nur, wenn Sie am Anfang stehen und eine Werkstatt aufbauen wollen. Mit dem Starterset können Sie sofort anfangen zu basteln. Haben Sie bereits eine Grundausstattung an Werkzeugen, sollten Sie sich eher um alternative Ordnungsmöglichkeiten umschauen.

Der Werkzeug-Trolley ist ebenfalls mit kleinen Rollen ausgestattet und kann somit schnell von einer Ecke zur anderen bewegt werden – wenn der Boden einigermaßen glatt ist. Der Vorteil eines vom Hersteller gefüllten Trolley liegt in der vorgegebenen Ordnung. Die einzelnen Werkzeuge haben ihren Platz im Koffer und müssen an der richtigen Stelle einsortiert werden. So behalten Sie auf einen Blick die Übersicht, ob Werkzeuge fehlen oder wo das benötigte zu finden ist.

Für vorhandenes Werkzeug Ordnung schaffen

Wenn es nur an der Ordnung Ihrer vorhandenen Werkzeuge und Geräte scheiterte, dann benötigen Sie leere Ordnungshelfer, die Ihnen helfen, die Übersicht zu behalten. Auch dafür gibt es im Handel einige Produkte zu kaufen. Diese werden überwiegend an den Wänden angebracht.


Schwerlastregale sind immer sinnvoll

Schauen Sie sich in Ihrer Werkstatt oder Garage um. Meistens gibt es in solchen Räumen kaum Fenster, aber dafür viel freie Wandfläche. Diese freien Flächen können Sie nutzen, um Regalsysteme zu montieren. Setzen Sie nicht auf wackelige Kunststoff-Regale, denn Sie werden dort auch schwere Werkzeuge oder Zubehör sicher verstauen. Nichts ist schlimmer als eine Regalwand, die zusammenstürzen könnte.

Hier bietet sich auf jeden Fall ein Schwerlastregal an und Sie brauchen nicht mehr zu überlegen, ob das Regal hält oder nicht. Die Systeme können Sie selbst „designen“, indem Sie beim Aufbau die Abstände der einzelnen Regalböden selbst bestimmen. Jeder Regalboden für sich kann eine Last von 80 kg tragen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld, wo welches Teil platziert werden sollte. Rein physikalisch wäre es am sichersten, wenn die schwersten Geräte auch unten im Regal einsortiert werden. Das gibt dem gesamten Regalsystem eine höhere Stabilität.

In den Regalen können Sie selbstverständlich auch andere Ordnungshelfer integrieren.

Kleinteilemagazine als Ordnungshelfer in den Regalen

Haben Sie Ihre großen Arbeitsgeräte in den Regalen einsortiert, geht es an die Kleinteile. Hierfür gibt es extra vorgefertigte Kleinteilemagazine, die Ihnen helfen, sämtlichen Kleinkram zu sortieren. Diese Magazine bestehen meistens aus vielen kleinen Plastik-Boxen oder -Dosen, in denen Schrauben, Muttern, Gummibänder, Nägel usw. einsortiert werden können. Das Einsortieren kostet zwar einmal Zeit und Arbeit, aber es lohnt sich, wenn Sie später alles sofort wiederfinden, was Sie gerade benötigen.

Diese kleinen Behälter sollten Sie von außen nach dem Einsortieren mit dem Inhalt beschriften. Nur so können Sie mit einem Griff später die benötigte Schraube schnell finden und müssen nicht alle Behälter durchsuchen. Der Ordnungsmuffel wird sonst früher oder später wieder in sein altes Muster zurückfallen.

Teilen Sie Ihr gesamtes Zubehör zum Werkeln nach Thema auf und sortieren dieses dann in kleine Behälter. Die Behälter sollten auf jeden Fall stapelbar sein, damit sie möglichst alles in die Regalsysteme unterbringen. Nur so können Sie Ordnung herstellen und – was ganz wichtig ist – die Ordnung in der Zukunft beibehalten.

Besen und ähnliche Dinge an die Wand hängen

Nicht nur Ordnung ist in der Werkstatt wichtig, sondern auch die Sauberkeit. Die dafür benötigten Besen, Schrubber und ähnliche Dinge benötigen ebenfalls ihren festen Platz und dürfen auf keinen Fall als Stolperfallen dienen. Stellen Sie diese Geräte einfach an die Wand, könnten sie schnell umfallen und Sie mit schweren Geräten in der Hand darüber stolpern und sich verletzen.

Besorgen Sie sich Wandgerätehalter, die zusätzlich auch noch Haken zum Aufhängen besitzen. In diese Klemmen können Sie längliche Artikel wie Besenstiele einfach und sicher mit einer Hand einhängen. Durch die gummierte Schicht können die Stiele nicht nach unten rutschen und sind so sicher an einem Platz aufbewahrt. An die Haken können Sie beispielsweise ein Kehrset oder Putztücher und Handtücher bequem aufhängen.

Sicherheit in der Werkstatt und das A und O

Gerade in der Werkstatt, in der oftmals mit elektrischen Gerät hantiert wird, sollten Sie sehr auf die Sicherheit achten. Aus diesem Grunde ist die Ordnung in diesen Räumen so wichtig. Vermeiden Sie Stolperfallen mit Kabeln und halten Sie den Boden immer sauber und somit rutschfest. Ziehen Sie nach dem Gebrauch eines elektrischen Gerätes immer sofort den Stecker und räumen Sie es an den vorgesehenen Platz.

Wenn Sie Ordnung in der Werkstatt halten, können Sie einfach schneller und effektvoller arbeiten. Sie finden Ihre Arbeitsgeräte auf einen Blick und werden weniger gefrustet, weil Sie ein wichtiges Teil nicht auf Anhieb finden. Frust wiederum lässt Sie unter Umständen fahrlässig handeln, was wiederum auf Kosten Ihrer Sicherheit geht.

Denken Sie immer daran: Das Werkeln in der Werkstatt soll Ihnen Spaß machen und keinen Frust verursachen. Das geht mit Ordnung und Sauberkeit am Bastelort am besten.

Ordnung ist das halbe Leben – auch in der Werkstatt!
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Autor: Peter Baumeister

Der Autor > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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