Radonbelastung im Haus – mit einfachen Mitteln reduzieren

Radon dringt als radioaktives Gas unbemerkt in ein Gebäude ein und verursacht enorme Gesundheitsschäden bei den Bewohnern. Meist geschieht das durch einen undichten Keller oder ein Leck im Erdgeschoss. Die Folgen einer Radonbelastung sind tödlich, meist durch Lungenkrebs. Lange Zeit war das Problem unbekannt und oft unterschätzt – heute gibt es einfache Mittel für Alt- und Neubauten, diese Gefahr zu eliminieren und seine Gesundheit zu schützen.

Entstehung von Radon – in vielen Gesteinen und Böden

Das Radonvorkommen ist natürlich bedingt und geschieht beim Zerfall von Thorium und Uran. In fast allen Gesteinen und Böden Deutschlands lässt sich das Gas nachweisen und wandert langsam an die Oberfläche. Allerdings ist das Vorkommen von den geologischen Bedingungen abhängig und damit das Risiko regional sehr unterschiedlich. Experten gehen von einem durchschnittlichen Jahresmittelwert von 50 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft in Wohnräumen aus.

Eine starke Radonkonzentration bezeichnet den Wert von 1.000 Becquerel pro Kubikmeter und mehr. Vor allem bergige Regionen mit steinigem Boden sind betroffen. Allerdings lässt sich nur bedingt abschätzen, wie stark die Häuser eines Wohngebietes belastet sind. Viel zu stark variieren die Bauweisen der Häuser und die Gegebenheiten im Untergrund. Ältere Häuser sind aber grundsätzlich mehr belastet, unterstützt durch Mängel in der Bausubstanz oder Lehmböden. Neue Gebäude sind meist besser abgedichtet, aber auch kein Garant für eine unbedenkliche Wohnumgebung.

Radonbelastung messen – für mehr Gewissheit

Eine Radonmessung lässt sich schnell und einfach Vorort durchführen. Passive Radon-Detektoren nehmen dabei die Raumluft auf und speichern die Werte etwa drei bis zwölf Monate. Der Messvorgang sollte also nicht nur einmalig erfolgen, sondern zieht sich über einen gewissen Zeitraum.

Die Detektoren lassen sich über das Bundesamt für Strahlenschutz bestellen oder werden von qualitätsgeprüften Messlaboren ausgegeben. Diese werten die Messung auch nach der Zeitspanne aus, was sich als erstaunlich preiswert zeigt. Im Sinne der eigenen Sicherheit ist also eine Radonmessung in Risikogebieten empfehlenswert.

Warum ist Radon so gefährlich?

Das Edelgas Radon selbst birgt nicht die einzige Gefahr. Es zerfällt in weitere radioaktive Stoffe, die sich als winzige Partikel in der Luft befinden und durch die Atmung vom Körper aufgenommen werden. Dabei ist das Gas weder zu riechen, zu sehen oder zu schmecken. Die Gefahr liegt im Ungewissen und wird von vielen Hausbesitzern gar nicht wahrgenommen.

Durch den Zerfall der radioaktiven Teilchen im Körper leidet das Lungengewebe und wird förmlich bestahlt. Radon ist daher die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem aktiven Rauchen von Tabak. Etwa 1.900 Todesfälle pro Jahr soll es durch die Belastung geben. Dabei macht die Dosis das Gift: je mehr Radon in der Raumluft liegt und je länger sich die Betroffenen in dem Raum aufhalten, desto höher ist das Krebsrisiko.

Allerdings gibt es in Deutschland keinen richtigen Grenzwert, der als ungefährlich gilt. Das Bundesamt für Strahlenschutz diskutiert über einen Wert von 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft, der ohne Sanierungsmaßnahmen akzeptiert werden könnte.

Wie und wo dringt Radon in ein Haus ein?

Radon lagert wie gesagt im Erdreich und kommt hier mit dem Mauerwerk und Fundament des Hauses in Berührung. Kleine Risse und Spalte reichen schon aus, um das Gas in den Wohnraum zu lassen. Auch undichte Fugen zwischen einzelnen Bauteilen, Rohrschächte oder Kabelkanäle sind gefährdete Stellen. Meist dringt das Radon im Keller oder Erdgeschoss ein und verteilt sich von hier aus in die höher gelegenen Räume.

Begünstigt wird das Ganze durch die Wärmeverteilung im Haus. Die warme Luft steigt nach oben und im Keller entsteht förmlich ein kleiner und kaum wahrnehmbarer Unterdruck. So strömt laufend eine radonhaltige und kalte Luft aus dem Boden nach. Die Konzentration nimmt zwar in den oberen Stockwerken wieder ab, doch die Belastung ist ständig gegeben. Folgende fünf Tipps sollten hier als Sofortmaßnahme umgesetzt werden:

  • intensives und regelmäßiges Lüften im Keller
  • große Risse, Fugen und Durchlässe abdichten
  • Kellertüren auf Dichtheit prüfen
  • Keller nicht als Wohnraum nutzen
  • Radonmessung in Auftrag geben

Sanierung von Keller und Fundament – Gefahrenbereich abdichten

Eine Sanierung ist immer dann sinnvoll, wenn es sich um undichte Kellerwände und Fundamente handelt. Baustoffe altern mit der Zeit und kleine Risse reichen bereits aus, um das gefährliche Gas ins Haus strömen zu lassen. Hier gilt: was gegen Feuchtigkeit hilft, schützt auch vor Radon.

Das Unternehmen Remmers kennt sich mit diesem Problem aus und bietet zertifizierten Strahlenschutz für Alt- und Neubauten an. Die Radonabdichtung funktioniert beispielsweise über eine Bitumendickbeschichtung, die auf Wände oder Böden aufgetragen werden kann. Die Schicht erfüllt das deutsche Strahlenschutzgesetz und bringt eine besondere Materialzusammensetzung mit sich.

Eine weitere erprobte Sanierungsmaßnahme ist das Absaugen der radonhaltigen Bodenluft. Hier muss der Baugrund aber ausreichend durchlässig für das Gas sein. Zudem sind die Anlagen recht kostenintensiv, sorgen aber für eine Dauerhafte Entlastung. Neubauten steuern mit einer soliden Bodenplatte und einem wasserundurchlässigen Beton gegen das Eindringen von Radon. Darüber hinaus gibt es Schutzfolien oder dichte Konstruktionen, die das Erdreich effektiv abschirmen sollen.

Förderungen durch die KfW-Bank

Die KfW-Bank unterstützt derartige Sanierungsmaßnahmen mit dem Programm „Wohnraum Modernisieren“. Hier sind zinsgünstige Kredite zu bekommen, die als Fördergeld für die Sanierung betrachtet werden können. In den betroffenen Regionen sollten Bauherren sich bei der Sanierung und auch beim Neubau direkt über das Thema informieren. Dabei ist die Radondichtheit bei einem Neubau meist kostengünstiger als eine aufwendige späte Sanierung.

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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