Staatliche Förderung der Holzheizung – Infos & Tipps

Neben den geringen Energiekosten sind Holzheizungen auch wegen staatlicher Förderung für viele Interessenten ein guter Grund, um die eigenen vier Wände mit Brennholz zu wärmen. Durch lukrative Zuschüsse unterstützt die Bundesregierung die Anschaffung von Hackschnitzel-Heizung oder von anderen Holzheizungen wie z.B. Pelletheizung.

Möchten auch Sie auf erneuerbare Energien umsteigen und Ihr Eigenheim für die Zukunft vorbereiten, dann können Sie von zahlreichen Förderprogrammen profitieren. Zur staatlichen finanziellen Förderung der Holzheizung existieren in den meisten Bundesländern Deutschlands viele Programme. Bei einer solchen Förderung ist vor allem die fristgerechte Antragsstellung entscheidend, ganz unabhängig vom jeweiligen Geldgeber.

Dabei unterscheiden wir drei unterschiedliche Förderungen:
– Eine Förderung der Bundesländer ist auf regionaler Ebene verfügbar
– Durch die KfW Bankengruppe ist Förderung einer Hackschnitzel-Heizung möglich
– Kredite für den Holzkessel sind dank Zuschüssen durch das BAFA möglich

Allgemeines zur Förderung der Holzheizung
Nur in den seltensten Fällen ist der Austausch einer Heizungsanlage ein Grund zur Freude, denn es muss nicht nur viel Geld investiert, sondern auch aufwändige Änderungsarbeiten durchgeführt werden. Trotzdem sollte man in die Zukunft schauen, denn moderne Heizungen sind langfristig betrachtet eine finanziell lohnende Investition.

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Die Effizienz neuer und umweltfreundlicher Heizungen kann mit alten Modellen kaum verglichen werden. Das gilt vor allem für die Holzheizung, mit welcher im Vergleich zu anderen konventionellen Heizungen (z.B. Öl- oder Gasheizung) deutlich günstiger und zudem auch CO2-neutral geheizt werden kann. Die Kosten für die Anschaffung einer Holzheizung ist jedoch häufig sehr hoch.

Obwohl die Betriebskosten und Wartung einer Holzheizung sehr niedrig sind, wirken die hohen Anfangsinvestitionen für die meisten Menschen eher abschreckend. Um die heimische Energieeffizienz zu steigern, gibt es zum Glück mehrere Möglichkeiten, eine staatliche Förderung zu erhalten – egal ob für eine Holzheizung, für Modernisierungs- oder Sanierungsarbeiten.

Um die Energiewende voranzutreiben, schreibt der Staat für die Verwendung erneuerbare Energien und für energetische Sanierungen großzügige Förderungen, in Form von Krediten und Zuschüssen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Voraussetzungen dafür gelten und welche Förderung für welche Heizung verfügbar ist.

Staatliche Förderung Holzheizung - Heizen mit Holz, ist das nicht etwas überholt?Staatliche Förderung Holzheizung - Heizen mit Holz, ist das nicht etwas überholt?
Staatliche Förderung Holzheizung – Heizen mit Holz, ist das nicht etwas überholt?

Die Höhe der Förderung für die Holzheizung
Um die Förderung bei einer Holzheizung zu erhöhen, gibt es zum Glück vielfältige Möglichkeiten. Wenn Sie diese einzelnen Punkte zusammenfassen, so erhalten Sie die maximale Förderung für eine besonders emissionsarme und effiziente Heizung. In der folgenden Liste können Sie sofort einsehen, für welche Art der handelsüblichen Holzheizung Sie eine Förderung erhalten können, aber auch wie hoch die minimale bzw. die maximale Förderungssumme beträgt.

  • Scheitholzvergaser: 2.000 € bis 8.375 €
  • Hackschnitzelheizung: 3.500 € bis 8.375 €
  • Pelletheizung bis 43,7 kW: 3.500 € bis 8.375 €
  • Pelletheizung 43,8 – 100 kW: 500 € bis 12.500 €
  • Pelletofen mit Wassertasche bis 25kW: 2.000 € bis 5.000 €

Beim Blick auf die Förderung Ihrer Holzheizung, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
– Handelt es sich bei der Förderung um einen Zuschuss, oder um einen zinsgünstigen Kredit?
– Kommen Sie als förderfähige Person auch mit einer kleineren Holzheizung in Betracht, oder ist die Förderung nur für Großanlagen gedacht?
– Ab welcher Größe werden die Heizanlagen beim jeweiligen Programm gefördert?
– Muss der Förderungsantrag vor oder nach der Installation der Heizung gestellt werden?
– Lässt sich die gefasste Förderung von Holzkessel oder Hackschnitzelheizung vielleicht mit anderen Förderprogrammen kombinieren?

  1. I) BAFA Förderung für Hackschnitzelheizung und Holzvergaser
    Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördert im Rahmen des Marktanreizprogramms unterschiedliche Biomasse- Heizanlagen, zu Gunsten erneuerbarer Energien. So fördert die BAFA Förderung beispielsweise eine Hackschnitzelheizung oder eine Kombikessel, die zusammen mit Hackschnitzel und Pellets auch Scheitholz verbrennt, aber nicht herkömmliche Holzkessel, die nur mit Holzscheiten betrieben werden. Neben dieser Basisförderung gibt es auch weitere Möglichkeiten eine BAFA Förderung zu erhalten, beispielsweise durch entsprechende Boni, die jedoch an Zusatzkonditionen geknüpft sind. Dabei konzentriert sich die Förderung für Holzvergaser und andere Biomasseheizungen vor allem auf den Bestandsbau, doch auch im Neubau sind bestimmte Boni möglich. Die Basisförderung gilt als die Grundlage und kann auch zusammen mit einer Innovationsförderung, mit einem Kombinationsbonus oder dem Effizienzbonus beantragt werden. Beim Antrag auf eine BAFA-Förderung sollten Sie unbedingt die Fristen beachten: Als Privatperson können Sie den Förderantrag einer Holzheizung spätestens sechs Monate nach Installation der Holzheizung stellen. Für Holzheizungen gibt es auch Förderung der Bundesländer, die mit der BAFA-Förderung kumulierbar sind.

Höhe des BAFA-Zuschusses einer Basisförderung
Je nach dem um welche Heizanlage es sich konkret handelt, hängt davon auch die Höhe des gewährten Zuschusses ab. So zahlt das BAFA eine Basisförderung in Höhe von 36 €/kW Leistung für alle automatisch beschickte Biomasseanlagen, die eine Nennwärmeleistung bis zu 100 kW haben.

Es gibt aber jeweils auch Mindestförderbeträge, die festgelegt sind und nicht unterschritten werden. Dementsprechend beläuft sich die Basisförderung auf mindestens 1400 € für einen Pelletofen mit Wassertasche bzw. 2400 € für einen Pelletkessel.

Einen Mindestförderbetrag in Höhe von 2900 € gibt es für einen Pelletkessel mit neu errichtetem Pufferspeicher von mindestens 30 l/kW. Als förderfähig werden auch Kombinationskessel erachtet, die zur Verbrennung von Holzpellets und Scheitholz dienen. Als Hauseigentümer sollten Sie bei der Wahl Ihrer Holzheizung also unbedingt darauf achten, dass die entsprechende Anlage auch förderungsfähig ist.

Die Förderung der BAFA greift bei folgenden Holzheizungen:
• Pellets/Scheitholz-Kombikessel: Grundsätzlich bietet die BAFA bei einer solchen Kombiheizung in der Regel eine Förderung von 80 € für jedes Kilowatt Leistung, bei einem Mindestbetrag von 3000 €. Die Voraussetzung dafür ist ein Mindestpufferspeichervolumen von 55 Liter für jedes Kilowatt Leistung.
• Scheitholzvergaserkessel: Sie erhalten pauschal 2000 Euro, wenn pro Kilowatt Leistung ein Pufferspeicher von mindestens 55 Liter vorliegt.
• Hackschnitzelheizung: Wenn ein Pufferspeichervolumen von 30 l/kW vorliegt, dann wird auch die automatisch beschickte Hackschnitzelheizung pauschal mit 3.500 Euro gefördert.

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Die BAFA Bonusförderung für Holzheizungen
• Für eine Kombination aus Holzheizung und Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe wird von der BAFA ein Kombinationsbonus von 500 € gewährt. Diesen Kombinationsbonus gibt es auch, wenn die Holzheizung an ein Wärmenetz angeschlossen wird.
• Die Basisförderung kann mit einem Effizienzbonus um 50 % erhöht werden. Dazu muss ein Energieeffizienzniveau des Gebäudes von ungefähr KfW 55 erreicht werden.
• Effizienzbonus und Kombinationsbonus sind kumulativ, also miteinander kombinierbar.

  1. II) KfW Holzheizung Förderung
    Zur Förderung einer Holzheizung bietet auch die KfW-Bankengruppe zahlreiche Programme – sowohl beim Neubau als auch bei Sanierung von Altbau. Die Programme decken ein großes Leistungsspektrum ab und sind unter den Bezeichnungen „Energieeffizient Sanieren“, „Energieeffizient Bauen“, „Erneuerbare Energien – Premium“ u.s.w. bekannt. Dementsprechend erstreckt sich die KfW-Förderung über verschiedene Einzelmaßnahmen und ist jeweils unter bestimmten Konditionen erhältlich. Somit fördert beispielsweise das Programm „Erneuerbare Energien – Premium“ nur größere Heizanlagen zur Wärmegewinnung, mit einer Leistung ab 100 kW. Eine solche KfW Förderung übernimmt bis zu 100 % der Investitionskosten und besteht aus einem zinsgünstigen Kredit. Sie eignet sich jedoch nicht zur Förderung von kleineren Holzheizungen wie zum Beispiel der Hackschnitzelheizung oder Holzvergaser. Eine solche Heizung kann jedoch bei der Haussanierung oder beim Hausbau gefördert werden, und zwar als eine von mehreren Maßnahmen im Gesamtpaket. Somit kommen für Privatpersonen folgende KfW-Programme für eine Holzheizung in Frage:
  • „Energieeffizient Bauen (153)“ ist ein zinsgünstiger Kredit und fördert bis zu 100 Prozent der Baukosten mit bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit.
    • „Energieeffizient Sanieren (151)“ ist ein zinsgünstiger Kredit, bei dem Sie bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit erhalten.
    • „Energieeffizient Sanieren (430)“ ist auch eine mögliche KfW Förderung, von welcher Sie z.B. bei der Installation Ihrer Holzheizung profitieren. Sie zahlt jedoch nur einen prozentualen Anteil der förderfähigen Kosten.
    • „Wohnraum Modernisieren (141)“ ist ein Programm für einzelne Modernisierungs-Maßnahmen. Sofern die Holzheizung als Zentralheizung funktioniert, können Sie auch den Einbau einer Holzheizung wie z.B. Hackschnitzelheizung oder Holzvergaser fördern lassen.
    • Ab dem 01.01.2016 gibt es auch bis zu 7.500 Euro pro Wohneinheit für den „Heizungs- und/oder Lüftungspaket“. Beim Heizungspaket werden ineffiziente Heizungsanlage durch effiziente Anlagen ausgetauscht. Beim Lüftungspaket soll der Einbau von Lüftungsanlagen gefördert werden, in Kombination mit mindestens einer weiteren förderfähigen Maßnahme am Gebäude. Ab dem 01.04.2016 können Sie Ihren Antrag direkt bei der KfW stellen.

Folgendes gilt bei einer KfW-Förderung zu beachten
Die Förderung der KfW kommt hauptsächlich in Form günstiger Kredite vor. Möchten Sie Ihr Haus komplett energetisch sanieren, können Sie mit einem rechtzeitigen Antrag eine Förderung durch KfW und BAFA gleichzeitig erhalten.

Die KfW-Förderung ist also mit anderen Fördermitteln flexibel kombinierbar. Diese Förderung eignet sich vor allem für private Eigentümer, die einen sanierten Wohnraum kaufen oder ihren aktuellen Wohnraum energetisch sanieren. Ab 01.04.2016 ist die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen nicht mehr möglich.

Die KfW fördert auch Einzelmaßnahmen wie z.B:
• Erneuerung der Außentüren oder Fenster
• Wärmedämmung von Keller- und Geschossdecken, Dachflächen und Wänden
• Optimierung oder Erneuerung der Heizungsanlage
• Einbau oder Erneuerung einer Lüftungsanlage

Diese Einzelmaßnahmen müssen jedoch bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen, um förderfähig zu sein. Außerdem fördert die KfW auch Baunebenkosten, Wiederherstellungskosten, sowie Planungs-, Beratungs- und Baubegleitungsleistungen. Die Förderprodukte kommen jedoch nicht infrage für Ferienwohnungen und Ferienhäuser, zur Nachfinanzierung abgeschlossener oder bereits begonnener Vorhaben.

III) Förderung der Holzheizung durch die Bundesländer
Neben der staatlichen Förderung gibt es in einigen Bundesländern auch weitere Förderprogramme und bundeslandbezogene Zuschüsse für Holzheizungen. Die Nutzung erneuerbarer Energien wird sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Bereich entweder durch zinsgünstige Kredite oder in Form von Zuschüssen forciert.

Allerdings sind die Fördermöglichkeiten von Bundesland zu Bundesland recht unterschiedlich. Inwieweit und ob überhaupt diese existent sind, sollte sich am besten bei den jeweiligen Kommunen oder im zuständigen Amt erfragen. Regionale Förderprogramme für die Holzheizung sind zum Teil mit BAFA und KfW Förderungen kombinierbar, allerdings ist das Finden solcher spezifischen Förderprogramme keine leichte Aufgabe, da jedes Bundesland eigene Programme aufsetzt, die an die Interessenten auch unterschiedliche Anforderungen stellen.

Schließlich möchten die Bundesländer bei der Förderung der Holzheizung mit den verschiedenen Programmen unterschiedlichste Zielgruppen im Auge haben, und auch unterschiedlichste Heizungsanlagen fördern. Die beste Anlaufstelle für Anfragen auf Länderebene sind die offiziellen Webseiten der Bundesländer. Auch bei den Interessenverbänden (Holzwirtschaft, Holzheizung etc.) könnten Sie nachfragen, ob hier konkrete Informationen vorliegen. Alternativ können Sie auch auf der Website www.energiefoerderung.info sehr umfassend nach konkreten Förderprogrammen suchen.

Video: Staatliche Förderung Holzheizung – Heizen mit Holzheizung

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