Stromkosten sparen mit einer Wärmepumpe – so funktioniert es

Wenn es um die Beheizung von Gebäuden geht, spielen erneuerbare Energien wie beispielsweise Wärmepumpen eine immer größere Rolle. Aus Sicht von Wirtschaftsexperten und Klimaforschern gelten diese Energien als Schlüsseltechnologie. Sie sind von großer Bedeutung für die Energiewende. So gelten Wärmepumpen als umweltfreundlich, auch wenn für ihren Betrieb nach wie vor Strom benötigt wird.

Handelt es sich hierbei um Grünstrom, kann mit einer Wärmepumpe nahezu klimaneutral geheizt werden. Allerdings sind es noch immer zu einem großen Teil klimaschädliche Kohlekraftwerke, die den Strom produzieren und liefern. Umso wichtiger ist es, mithilfe einer Wärmepumpe sparsam mit Strom umzugehen.

Wie funktionieren Wärmepumpen?

Das Heizen über eine Wärmepumpe ist umweltfreundlich und entwickelt sich zu einem immer beliebteren Heizsystem in einem Neubau. So wurden im Jahr 2019 von etwa 120.000 genehmigten Wohngebäuden fast die Hälfte mit Wärmepumpen ausgestattet.

Eine Wärmepumpe ist in der Lage, aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Heizenergie zu erzeugen. Die dazu erforderliche Energie bezieht die Pumpe aus Wärme, die in der Luft, im Grundwasser und im Boden gespeichert ist. Mit Hilfe der Wärmepumpe wird dem Element Wärme entzogen und dem Innenbereich – also dem Gebäude – zugeführt. Es ist das umgekehrte Prinzip eines Kühlschranks. Dieser entnimmt seinem Innenbereich Wärme, die er nach außen abgibt.

Wie sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?

Zur Ermittlung von Stromverbrauch und Effizienz einer Wärmepumpe wird die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) benötigt. Diese beschreibt über den Zeitraum von 12 Monaten das Verhältnis der von der Pumpe abgegebenen Wärme zu der dafür benötigten elektrischen Energie. Hierbei gilt, dass eine Wärmepumpe umso effizienter arbeitet, je höher ihre Jahresarbeitszahl ist.

Aktuell liegt die JAZ je nach Wärmequelle im Durchschnitt zwischen 3 und 4,5.
Aktuell liegt die JAZ je nach Wärmequelle im Durchschnitt zwischen 3 und 4,5.

Mit entsprechenden Tricks lassen sich beträchtliche Stromkosten sparen

Es ist nichts Neues, dass der Strompreis hierzulande seit Jahren nur in eine Richtung geht – nämlich nach oben. So betrug der Preis für eine Kilowattstunde Strom im Sommer 2020 mehr als 30 Cent. Noch vor 10 Jahren lag der Preis in Deutschland bei etwa 24 Cent. Heute müssen Verbraucher für Wärmepumpenstrom durchschnittlich 22,5 Cent pro Kilowattstunde zahlen, womit die Kosten einer Wärmepumpe über denen für Heizöl, Erdgas oder Pellets liegen. Dennoch gilt die Pumpe als sparsamer und effektiver, da sie nur 20 bis 25 Prozent Energie benötigt, um 100 Prozent Heizwärme zu erzeugen. Darüber hinaus können in Deutschland beispielsweise über das Bundesprogramm für effiziente Gebäude Fördergelder beansprucht werden.

Wie können Verbraucher mit einer Wärmepumpe Strom sparen?

Wem die Stromkosten für eine Wärmepumpe zu hoch sind, kann sich unter Umständen auch für eine mit Gas betriebene Pumpe entscheiden Dies ist dann eine interessante Option, wenn im Haus ein Erdgasanschluss vorhanden ist. Der größte Teil der Wärmepumpen wird allerdings elektrisch angetrieben, hier ist auch das Angebot von Wärmepumpen am vielfältigsten. Wer die folgenden Tipps beherzigt, kann mit Wärmepumpe heizen und dabei die Stromkosten beträchtlich senken.

  1. Tarife vergleichen

Ein Tarifvergleich bei Wärmepumpen immer. Im Netz finden sich mehrere Vergleichsportale, was einen Vergleich und möglichen Wechsel zu einem Wärmepumpentarif recht einfach macht. Ein Tarifwechsel kann auch direkt online abgeschlossen werden und ist für Verbraucher unkompliziert. Das Vergleichsportal kümmert sich um den Kontakt zum neuen Stromanbieter, um die Kündigung des alten Vertrags sowie um sämtliche weitere mit dem Wechsel verbundenen Formalitäten.

  1. Eine gute Wärmedämmung

Für die optimale Effizienz einer Wärmepumpe spielt die direkte Umgebung eine wichtige Rolle. Hierbei sind vorrangig eine gute Dämmung und geringe Vorlauftemperaturen zu nennen.

  1. Eine Kombination mit Fußboden- bzw. Flächenheizung

Zudem ist es ideal, wenn eine Flächenheizung, wie z.B. eine Fußbodenheizung, vorhanden ist. Flächen- bzw. Fußbodenheizungen haben eine geringe Vorlauftemperatur und eignen sich daher sehr gut für die Kombination mit einer Wärmepumpe. Allerdings sollte der Boden dabei nicht von zu viel Teppich bedeckt sein. In einem Neubau lässt sich die Flächenheizung unkompliziert realisieren. In bestehenden Bauten hingegen ist der nachträgliche Einbau oft nicht ohne weiteres möglich.

  1. Richtiges Lüften

Kühlen Räume durch sehr langes Lüften aus, wird dadurch viel Strom verbraucht. Es empfiehlt sich daher besonders im Winter ein gelegentliches kurzes Stoßlüften, um die Stromkosten für die Wärmepumpe gering zu halten.

  1. Die Vorlauftemperatur richtig einstellen.

Unter Vorlauftemperatur einer Heizung verstehen wir die Temperatur des Heizungswassers beim Austritt aus dem Wärmeerzeuger. Hierbei sollte das Wärmeverteilungssystem so eingerichtet sein, dass der Energiebedarf bei möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen gedeckt wird. Als Faustregel gilt, dass jedes Grad weniger eine Ersparnis von bis zu 2,5 Prozent bedeutet.

  1. Einsatz von Solarenergie

Unter den geeigneten Bedingungen kann eine Photovoltaikanlage einen großen Teil der Stromerzeugung übernehmen. Eine Solaranlage, wie sie hierzulande häufig auf Einfamilienhäusern zu sehen ist, produziert jedoch nicht genügend Solarenergie, um eine Wärmepumpe stets alleine mit dem notwendigen Strom zu versorgen. Das liegt daran, dass die Solarerträge gerade im Winter, wenn die meiste Wärmeenergie benötigt wird, am niedrigsten sind. Diesem Problem lässt sich unter Umständen mit einem Solarspeicher begegnen. Allerdings sollte hier das Verhältnis von wirtschaftlichem Aufwand und Energieersparnis geprüft werden, denn nicht immer rechnet sich das Speichermedium.

Die Nutzung von Solarenergie ist umweltfreundlich und klimaneutral
Die Nutzung von Solarenergie ist umweltfreundlich und klimaneutral 
  1. Kombination mit einem Gasbrennwertkessel

Die meiste Heizwärme wird an kalten Wintertagen benötigt. Verfügt das Gebäude über keine gute Dämmung, kann eine Kombination von Wärmepumpe und Gasbrennwertkessel sehr hilfreich sein. Dieser wird als Spitzenlastkessel verwendet, und zwar dann, wenn mehr Wärmeenergie benötigt wird als die Wärmepumpe erzeugen kann.

  1. Die Nutzung von Umwälz- und Solepumpen

Auch die Nutzung einer Umwälz- oder Solepumpe ist eine gute Möglichkeit der Einsparung von Stromkosten. Über die Regelung dieser Pumpen kann eine Wärmepumpe den Zufluss des Heizwassers in die Heizkörper besser steuern.

  1. Die Nutzung von Erdwärmepumpen

Eine Erdwärmepumpe ist eine besonders effiziente und günstige Heizmethode. Die Installation einer solchen Pumpe ist eine kostenintensive Investition, die sich allerdings langfristig lohnt. Auf lange Sicht ergibt sich eine Ersparnis von bis zu 50 Prozent verglichen mit einer herkömmlichen Erdgasheizung.

Fazit: Stromsparmöglichkeiten ausschöpfen und Fördergelder nutzen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Stromkosten für eine Wärmepumpe möglichst niedrig zu halten. Eine der einfachsten davon ist der Wechsel zu einem Wärmepumpentarif. Abhängig von der Möglichkeit, die Verbraucher wählen lassen sich zudem Fördergelder vom Staat beantragen.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"