Tipps zur Immobilienfinanzierung

Für viele Deutsche sind die eigenen vier Wände noch immer eine beliebte Form der Altersvorsorge. Angesichts niedriger Bauzinsen und wenig rentablen Alternativen entscheiden sich immer mehr Personen für den Bau oder den kauf einer Wohnimmobilie. Die Gesamtkosten des Kredits lassen sich durch Eigenleistungen und staatliche Förderungen senken. Ganz ohne Fremdkapital können aber die wenigsten eine Immobilie finanzieren. Dennoch lohnt sich der Kauf, insbesondere je früher man sich von der Miete verabschieden kann.

Vorteile Kauf statt Miete

Die monatlichen Raten für einen Immobilienkredit muss man die monatlichen Mietkosten entgegenstellen. Während die Immobilie durch die Tilgung des Kredits Stück für Stück zum Eigentum wird, sind die Mietzahlungen am Ende des Monats schlicht weg. Je früher man daher in die eigenen vier Wände ziehen kann, desto effektiver können die eigenen finanziellen Mittel eingesetzt werden. Bei einer Miete von 1000 Euro sind in einem Jahr schon 12000 Euro weg, die anderweitig investiert werden hätten können.

Mit Eigenleistungen den Gesamtkreditbetrag verringern

Wer keine Bestandsimmobilie kauft, sondern selber bauen möchte, kann durch Eigenleistungen dafür sorgen, dass die Kreditsumme so gering wie möglich bleibt. Sicherlich sollten insbesondere Arbeiten an der Wasser- und Elektroinstallation dem Fachmann überlassen werden, dennoch lassen sich je nach handwerklichem Geschick einige Arbeiten selbst übernehmen. Folgende Arbeiten bieten sich hierbei an:

  • Maler und Tapezierarbeiten

Maler und Tapezierarbeiten können von den allermeisten Personen selbst durchgeführt werden. Da der zeitliche Aufwand relativ hoch ist, lassen sich hier etwa 70 Prozent der Kosten einsparen.

  • Fliesen legen

Die Kosten für das Fliesen legen werden zwar hauptsächlich von der Qualität der verwendeten Fliesen beeinflusst, immerhin lassen sich aber rund 30 Euro Lohnanteil pro Quadratmeter einsparen, wenn man die Arbeiten selber erledigt. Je nach Größe der Fläche kann sich das Fliesenlegen also lohnen.

  • Böden legen

Das selbe was für das Verlegen von Fliesen gilt, lässt sich auch auf den Boden übertragen. Wer Teppich, Laminat, Parkett (oder Fliesen) selbst verlegt spart pro Quadratmeter etwa 30 Euro ein. Auch eine Fußbodenheizung lässt sich theoretisch einfach in Eigenregie installieren.

  • Trockenbau

Wer Erfahrung im Verlegen, Verspachteln und Schleifen von Rigips Platten hat, kann durch entsprechende Trockenbauarbeiten etwa 60 bis 70 Prozent der Kosten einsparen. Der zeitliche Aufwand sollte hier auf keinen Fall unterschätzt werden.

Versierte Heimwerker können zudem auch folgende Arbeiten übernehmen.

  • Rohbauarbeiten

In der Regel lassen sich fast die Hälfte der Baukosten auf Rohbauarbeiten zurückführen. Da es in den wenigsten Fällen möglich ist tatsächlich alle Rohbauarbeiten zu übernehmen, lohnt es sich schon einfach mit anzupacken.

  • Fenster und Türen

Wer Fenster und Türen selber einsetzt, kann die Gesamtkosten des Baus um etwa 20 Prozent verringern. Grund für diese niedrige Summe ist, dass die Materialkosten hier den meisten teil einnehmen. Die Lohnkosten wiederum sind fast zu vernachlässigen.

  • Verputzen

Viel Sparpotential ergibt sich im Verputzen der Rohbauwände. Hier lassen sich etwa 70 Prozent der kosten einsparen, wenn man die Arbeit selber macht.

Der zeitliche Aufwand der einzelnen Arbeiten sollte keinesfalls unterschätzt werden. Die zu schaffende Eigenleistung sollte daher in jedem Fall realistisch eingeschätzt werden, da Verzögerungen der Eigenleistungen sich dementsprechend auf die Fertigstellung des Hauses auswirken und den Bauprozess verzögern. Keinesfalls sollte man sich hier überschätzen und alle erforderlichen Risiken beachten.

Staatliche Förderungen nutzen

Wer staatliche Förderungen in Anspruch nehmen kann, kann die Gesamtkosten des Kredits noch einmal drastisch senken. Dabei stehen eine ganze Reihe Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Neben dem klassischen Wohn-Riestern, Wohnraumförderung und Baukindergeld, günstigen KfW-Darlehen oder auch Eigenheimförderung der einzelnen Länder und Kommunen, können auch Förderungen für den Einsatz erneuerbarer Energien (etwa Wärmepumpen oder Solaranlagen) beantragt werden das genaue Sparpotential sollte hier auf jeden Fall ermittelt werden.

Kreditzinsen beachten

Die Immobilienfinanzierung wird selbstverständlich maßgeblich durch die aktuellen Bauzinsen beeinflusst. Die Bauzinsen sind in diesem Zusammenhang der Zinssatz, zu welchem das Immobiliendarlehen aufgenommen wird. Auch wenn die Zinsen für Immobilienkredite derzeit sehr niedrig sind, sollte vor der Auswahl eines Kreditgebers ein Vergleich der jeweiligen Zinsen stattfinden. Angesichts von Summen im meist sechsstelligen Bereich können schon kleine Zinsunterschiede einige Tausend Euro Unterschied machen. Folgender Link führt zu weiterführenden Informationen rund um Zinsen für Immobilienkredite. Nicht nur die Bauzinsen, auch eine Reihe anderer Faktoren bestimmen die Gesamtkosten einer Immobilienfinanzierung. Dazu zählen:

  • der Ort der Immobilie
  • die Dauer der Zinsbindung
  • die Immobilienfinanzierungssumme
  • die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers
  • die Nutzung der Immobilie
  • die Tilgungssumme
  • vorhandenes Eigenkapital

Wer handwerklich geschickt genug ist um Teile der Bauarbeiten selber zu übernehmen und staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden, kann die Kosten bei der Immobilienfinanzierung reduzieren. Je nach Umfang der Eigenleistungen und Inanspruchnahme von Fördermitteln kann somit ein wesentlich kleinerer Immobilienkredit beantragt werden als ohne diese Maßnahmen und Förderungen.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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