Unbeschadet durch den Winter

Die wichtigsten Maßnahmen rund ums Haus

Der Winter ist eine Herausforderung, nicht nur für Mensch und Tier, sondern genauso für deren Heim. Deswegen gilt es, die eigenen vier Wände so gut wie möglich vor Schnee und Eis zu schützen – und die typischen „Schwachstellen“ im Blick zu behalten. 

Typische Schäden durch den Winter

Dier Bausubstanz können Schnee, Eis, Kälte und Feuchtigkeit in erheblichem Maße zusetzen und selbst, wenn der Winter vorbei ist, kann das Schmelzwasser für Beschädigungen sorgen. Betroffen sind vor allem Dächer und Fassaden, aber auch für Rohrleitungen können die äußeren Bedingungen schnell zu einer Belastungsprobe werden. Bleiben die üblichen „Schwachstellen“ unbeachtet, drohen im Frühjahr kostenintensive Instandsetzungen.

Die Schutzmaßnahmen, um Winterschäden so weit wie möglich vermeiden zu können, sollten eigentlich spätestens im Herbst ergriffen werden. Da sich aber auch der Dezember bislang verhältnismäßig mild präsentiert, können Sie versäumte Arbeiten durchaus noch nachholen. Dabei ist aber Eile gefragt, damit Sie nicht doch noch von einem heftigen Wintereinbruch überrascht werden. Angesichts der Gefahr, die undichte Stellen im Dach, eine gerissene Fassade oder zugefrorene Rohre für das Haus und den Geldbeutel bedeuten, sind vorbeugende Maßnahmen aber ebenso empfehlens- wie lohnenswert.

Systematisch vorgehen

Um keinen der gefährdeten Bereiche zu vernachlässigen, sollten Sie unbedingt systematisch vorgehen. Immerhin gilt es, sowohl den Innen- wie auch den Außenbereich winterfest zu machen. Allein draußen gibt es eine Vielzahl von Punkten abzuarbeiten, damit es nicht im Winter oder im Frühjahr zu unliebsamen Überraschungen kommt.

Punkt 1: Das Dach

Bislang war das Jahr noch arm an Schnee, die Belastung aus dieser Richtung für die Dächer entsprechend gering. Darauf sollten sich Hausbesitzer allerdings nicht ausruhen. Hausdächer gehören immer zu den Bereichen, für die ein erhöhtes Risiko einer Beschädigung besteht, deren Behebung mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sein kann. Die Schneelast ist dabei nur eines der Probleme, Gefahrenpunkte gibt es reichlich.

  • Selbst wenn Sie schon frühzeitig im Herbst das Dach auf lose Ziegel und undichte Stellen geprüft haben, schadet es unmittelbar vor dem Winter nicht, noch einen Kontrollgang folgen zu lassen. Dann sind bereits einige Herbststürme samt Niederschlägen darüber hinweggegangen und offenbaren jetzt vielleicht Schwachstellen, die vorher nicht zu erkennen waren. Kleinere Schäden lassen sich dann noch reparieren.
  • Ungeachtet des Zustands des Daches empfiehlt es sich, diese Prozedur im Frühjahr zu wiederholen. Gegebenenfalls, abhängig davon, wie sehr der Winter der Bedachung zugesetzt hat, muss dann sogar eine neue Dacheindeckung in Erwägung gezogen werden – vor allem, wenn über den Winter Feuchtigkeit in die Dämmung eingedrungen ist, lassen sich umfassendere Maßnahmen kaum verhindern.
  • Abgesehen vom Dach als solchem sollten Sie unbedingt die Regenrinnen von übriggebliebenem Herbstlaub säubern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich das Wasser in den Rinnen sammelt, gefriert und beim Abschmelzen nicht richtig abläuft. Stattdessen dringt es dann häufig ins Mauerwerk ein und verursacht unangenehme Folgeschäden. Gleiches gilt für die Fallrohre. Einfacher wird es durch das Einsetzen eines Laubschutzgitters.

Entdecken Sie beim Säubern der Dachrinnen undichte Stellen, sollten Sie diese umgehend verschließen, um ein mögliches Durchfeuchten der Fassade zu verhindern.

  • Vergessen Sie die Schneegitter nicht und überprüfen Sie unbedingt Antennen und Solaranlagen. Sind diese nicht ausreichend gesichert, kann Ihnen das für den Fall, dass durch herunterfallende Dachteile Menschen zu schaden kommen, als Fahrlässigkeit angelastet werden.

Unnötig zu erwähnen, dass diese Vorsichtsmaßnahmen selbstverständlich in gleicher Weise für die Dächer von Garagen, Carports oder Nebengebäuden gelten.

In Regionen mit größerer Schneebelastung ist eine regelmäßige Überprüfung der Statik des Dachs empfehlenswert.
In Regionen mit größerer Schneebelastung ist eine regelmäßige Überprüfung der Statik des Dachs empfehlenswert.

Bei Flachdächern bzw. Dächern mit einem geringen Neigungswinkel ist es außerdem ratsam, regelmäßig die Statik von einem Fachmann überprüfen zu lassen – wenn Sie in einer Region leben, in der mit viel Schneefall zu rechnen ist, sollte diese Prüfung am besten alle fünf Jahre vorgenommen werden. Generell schadet es aber nicht, über die zulässige Schneelast informiert zu sein, um gegebenenfalls mit der gebotenen Vorsicht für Entlastung zu sorgen.

Punkt 2: Die Außenwände

Ebenfalls kritisch, das wurde bereits mehrfach angedeutet, ist das Winterwetter für die Fassade des Hauses. Dabei geht es nicht allein um oberflächliche Beschädigungen, sondern vielmehr um die Folgen, die daraus resultieren können.

  • Erste Anzeichen, die bereits auf die Gefahr schwerwiegenderer Folgeschäden hindeuten, sind Risse oder Stellen, an denen der Putz abgesplittert ist. Dort kann Nässe eindringen, die mit der Zeit für Schimmelbildung etwa in der Dämmung sorgt oder bei frostigen Temperaturen noch größere Schadstellen verursacht.
  • Achten Sie besonders bei Fenstern, Vordächern, Balkonen oder Anbauten darauf, ob sich etwa beim Übergang der Putzfassade in ein anderes Material (man denke nur and die Fensterbleche) Risse gebildet haben. Das gilt mit noch größerer Dringlichkeit für die Wetterseite, wo übersehene Schäden sehr viel schneller zu größeren Problemen werden können.
  • Problematisch ist unter Umständen auch Pflanzenbewuchs an der Fassade und das nicht nur im Winter. Diesen sollten Sie daher unbedingt zurückschneiden, damit die Pflanzen keine Gelegenheit bekommen, in die Regenrinnen hineinzuwachsen und diese zu verstopfen.

Fallen Ihnen bei Ihrem Kontrollgang beschädigte Stellen auf, sei es im Putz, im Mauerwerk oder in den Gummidichtungen der Fenster auf, ist jetzt noch die Gelegenheit, diese entweder selbst zu beheben oder Fachleute damit zu betrauen. Überhaupt bietet sich eine ausgedehnte Überprüfung an, einen genaueren Blick auf Fenster und Türen zu werfen: Zwar sind in diesen Bereichen nicht unbedingt Wasserschäden zu befürchten, eine unnötig hohe Heizkostenabrechnung ist dafür aber umso wahrscheinlicher. Fensterscharniere, Fensterritzen und Dichtungslippen der Haustüren sollten Sie deshalb tunlichst nicht vernachlässigen.

Zur Überprüfung des Außenbereichs gehören außerdem vorhandene Treppen samt Geländern und eventueller Überdachung, der Zustand von Terrassen und Wegen und nicht zuletzt der Beleuchtung. Denken Sie auch rechtzeitig daran, sich gegen Schnee und Eis mit Sand und Schneeschippe zu wappnen.

Nicht nur das Haus selbst, sondern der gesamte Außenbereich sollte in die Vorbereitungen auf den Winter einbezogen werden.
Nicht nur das Haus selbst, sondern der gesamte Außenbereich sollte in die Vorbereitungen auf den Winter einbezogen werden.

Punkt 3: Wasser im Außenbereich

So praktisch es im Sommer ist, den Garten ohne größere Umstände mit Wasser versorgen zu können, im Winter sollten Sie in diesem Punkt Vorsicht walten lassen. Das gilt sowohl für Rohrleitungen, die vom Inneren des Hauses nach draußen verlaufen, als auch für Wasserbehälter, mit denen Sie etwa im Sommer Regenwasser auffangen. Sie alle sollten gründlich entleert werden, damit das Wasser nicht gefrieren und Rohre oder Behälter zum Bersten bringen kann – eine Gefahr, die im Übrigen nicht nur in Altbauten besteht.

Tritt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – etwa, weil Sie für längere Zeit verreist waren und das Haus nicht ausreichend geheizt wurde – der schlimmste Fall ein und Sie bemerken eine vereiste Wasserleitung, müssen Sie schnell handeln. Allerdings sollten Sie es dabei belassen, die Wasserzufuhr umgehend abzustellen und alle Wasserhähne zu öffnen. Danach ist es Aufgabe des Fachmanns, die Rohrleitungen vorsichtig wieder zu erwärmen – greifen Sie also nicht zum Heizstrahler, um selbst für Abhilfe zu sorgen.

Kleinere Schäden eigenhändig beheben

Von sensiblen Punkten wie den Rohrleitungen oder größeren Instandsetzungsmaßnahmen etwa im Dachbereich einmal abgesehen, können Sie kleinere Schäden durchaus und mit einfachen Mittel selbst beheben.

Beschädigte Regenrinnen beispielsweise lassen sich mit Bitumenklebeband abdichten. Schneiden Sie dazu das Klebeband großzügig zurecht, damit es die undichte Stelle auch wirklich vollständig abdeckt und benutzen sie anschließend einen Haartrockner, um Rinne und Bitumen zu erwärmen. Das Klebeband müssen Sie dann nur noch fest an der entsprechenden Stelle andrücken. Vorsicht: Diese Arbeit sollten Sie auf gar keinen Fall ohne Handschuhe ausführen, um sich nicht am flüssigen Bitumen zu verletzen.

Ebenfalls recht einfach lassen sich weniger dramatische Undichtigkeiten im Fensterbereich beheben. Mit dauerelastischen Kompribändern oder passenden Dichtstoffen aus der Kartusche können Sie kleinere Fugen oder Risse an Randanschlüssen verschließen.

Ansonsten sollten Sie alle winterlichen Maßnahmen, zu denen Sie zwecks Verkehrssicherung verpflichtet sind, unbedingt ernstnehmen. Nicht nur bei herabfallenden Dachteilen sind Sie ansonsten haftbar, sondern auch bei Schadensfällen durch fallende Eiszapfen oder herabstürzende Schneeüberhänge auf dem Dach. Abgesehen davon dient das Beseitigen von Schneeverwehungen um das Haus herum und auf dem Dach dazu, die eigenen vier Wände vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, was spätestens mit dem einsetzenden Tauwetter akut wird.

Unbeschadet durch den Winter
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Autor: Peter Baumeister

Der Autor > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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