Verbesserte Karrieremöglichkeiten durch Weiterbildungen

Auch im Handwerk können Berufstätige mit Weiterbildungen ihre Job- und Karrieremöglichkeiten verbessern. Dazu gehören unter anderem das Studieren ohne Abitur und der Aufstieg in Führungspositionen.

Das kennt wohl jeder gestandene Handwerker, der sein ganzes Berufsleben als Geselle gearbeitet hat. Zuerst in die Lehre gegangen und die Gesellenprüfung abgelegt. Dann einige Jahre auf die Walz gegangen und Berufserfahrung gesammelt. Und danach viele Jahre in unterschiedlichen Firmen gearbeitet. Und dann steht man vor der Frage: was kommt jetzt? Soll das wirklich schon alles gewesen sein? Soll das bis zur Rente so weitergehen? Wer als Handwerker schon alles erlebt hat, der möchte auch noch einmal etwas anderes sehen als immer nur den gleichen eintönigen Arbeitsalltag in ein- und derselben Firma.

Warum also nicht einfach aus dem Alltagstrott ausbrechen und beruflich noch einmal etwas anderes machen? Denn schließlich ist man doch noch jung und hat das ganze Leben noch vor sich.

Viele Handwerker träumen irgendwann davon, ihre Job- und Karrierechancen mit einer beruflichen Fortbildung zu verbessern und dann eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen, um den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu machen.

Weiterbildung im Handwerk für bessere Job- und Karrierechancen

Aber altgediente Handwerker können beruhigt sein. Denn was in anderen Branchen für Job- und Karrieremöglichkeiten gilt, das gilt natürlich auch im Handwerk: auch hier können Berufstätige durch berufliche Weiterbildung ihre Berufs- und Aufstiegschancen verbessern und sich neue, interessante Tätigkeitsfelder und Verantwortungsbereiche erschließen.

Außerdem ist berufliche Weiterqualifizierung alleine schon aufgrund des rasanten technischen Wandels immer ein aktuelles Thema. Die Digitalisierung hat auch das Handwerk vor neue Herausforderungen gestellt, die bewältigt werden müssen. Denn schließlich muss auch das Handwerk mit dem technischen Fortschritt mithalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Außerdem ist Fortbildung auch eine effektive Möglichkeit, um dem aktuellen Fachkräftemangel im Handwerk zu begegnen.

Viele private und öffentliche Aus- und Weiterbildungsanbieter haben die hohe Nachfrage nach beruflicher Weiterqualifizierung im Handwerk schon früh erkannt und ihr umfangreiches Weiter- und Fortbildungsangebot dementsprechend angepasst.

Sie bieten eine Vielzahl an maßgeschneiderten Weiterbildungen quer durch alle Branchen, die genau auf die individuellen Anforderungen jeder einzelnen Handwerksbranche ausgerichtet sind. Diese berufsrelevanten, geförderten Weiterbildungsmöglichkeiten überzeugen mit sehr guten Job- und Karriereaussichten.

Der Handwerksmeister – die wichtigste Weiterbildung im Handwerk

Die wichtigste berufliche Fortbildung im Handwerk ist die Weiterqualifizierung zum Handwerksmeister. Diese wird in jedem Gewerbe angeboten und ist ein wahrer Karrierebooster. Zulassungsvoraussetzung ist das erfolgreiche Ablegen der Gesellenprüfung.

Die Rechte, Kompetenzen und Job- und Karrierechancen, die mit dem Erwerb des Meistertitels verbunden sind, sind ein richtiger Quantensprung. Ein Handwerksmeister vereint viele verschiedene Qualifikationen und ist ein Allround-Talent.

Meister erwerben eine umfangreiche Expertise in ihrem Handwerk und werden zu hoch qualifizierten Fachkräften ihres Gewerbes. Der Meistertitel ist ein verlässliches Gütesiegel für handwerkliches Fachwissen und Können, das für Vertrauen, Respekt und Anerkennung bei Kunden und Verbrauchern sorgt.

Gleichzeitig bekommen Handwerksmeister auch umfangreiches betriebswirtschaftliches, kaufmännisches, rechtliches und arbeitspädagogisches Fachwissen vermittelt, werden auch in den Bereichen Betriebs- und Personalführung und Betriebswirtschaft ausgebildet und qualifizieren sich auch zum Unternehmer und Manager. Sie erhalten das Recht zur Betriebsführung, -gründung und -übernahme und die Ausbildungsberechtigung und übernehmen als Chef und Ausbilder Führungsverantwortung.

Aufgrund dieser Vielzahl an Qualifikationen ist der Meisterbrief ist die beste Voraussetzung für die Selbstständigkeit.

Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Handwerksmeister nicht nur viele Rechte und Kompetenzen besitzt, sondern als Ausbilder auch eine große Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber seinen Gesellen und damit gegenüber der Gesellschaft übernimmt.

Außerdem gilt der Meistertitel als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und ermöglicht das Studium an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen – und das sogar ohne Abitur. Im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), in dem alle Qualifikationen und Abschlüsse der akademischen und beruflichen Bildung aufgeführt werden, sind der Handwerksmeister und der Bachelor auf Stufe 6 als gleichwertige Abschlüsse eingestuft.

Egal, ob als eigener Chef im eigenen Betrieb oder als angestellter Meister in einem fremden Betrieb – Handwerksmeister haben hervorragende Job- und Karrierechance und exzellente Gehaltsaussichten. Die Auftragslage im Handwerk ist sehr gut. Und da immer viele gut laufende Handwerksbetriebe aus Altersgründen nach neuen Chefs suchen, haben Handwerksmeister bei der Betriebsübernahme die Qual der Wahl. Die Erwerbslosenquote von Meistern liegt mit gerade einmal 1,5 Prozent sogar noch unter der von Hochschulabsolventen, die 2,1 Prozent beträgt.

Darüber hinaus öffnet der Meisterbrief die Tür für das Arbeiten und die Karriere im Ausland. Die Meisterqualifikation ist innerhalb der gesamten Europäischen Union anerkannt und ermöglicht Arbeiten in allen EU-Ländern. Außerdem ist der Meistertitel auch weltweit als Qualitätssiegel für handwerkliches Können bekannt und damit auch außerhalb der EU eine Jobgarantie.

Weitere mögliche Berufsfelder für Handwerksmeister sind die Arbeit als Dozent an einer Meisterschule oder in einem Prüfungsausschuss, als Sachverständiger vor Gericht und als Gutachter in außergerichtlichen Fällen.

Der Geprüfte Betriebswirt im Handwerk – die höchste Weiterbildung im Handwerk

Eine weitere wichtige berufliche Fortbildung im Handwerk ist die Weiterqualifizierung zum Geprüften Betriebswirt. Diese ist die höchste Qualifikation im Handwerk und wird ebenfalls in jedem Gewerbe angeboten. Im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) sind der Geprüfte Betriebswirt und der Master auf Stufe 7 als gleichwertige Abschlüsse eingestuft.

Zulassungsvoraussetzung ist das erfolgreiche Ablegen der Meisterprüfung

Diese berufliche Fortbildung richtet sich an Handwerksmeister, die das in der Meisterprüfung erworbene kaufmännische-betriebswirtschaftliche Wissen auf das hohe Niveau entwickeln, vertiefen und erweitern wollen, das für die Arbeit als Führungskraft im Handwerk erforderlich ist. Dabei liegt der Schwerpunkt weniger auf der bloßen Vermittlung von theoretischem Wissen, sondern vielmehr auf der Verbesserung von praxisorientierten Aufgaben- und Problemlösungskompetenzen, um in Unternehmen rechtliche, kaufmännische und betriebswirtschaftliche Probleme erfolgreich zu analysieren, zu bewerten und zu lösen.

So wird z.B. unter dem Schwerpunkt Unternehmensstrategie die Fähigkeit verbessert, erfolgreiche unternehmerische Strategien für die Betriebsführung unter Berücksichtigung einer Vielzahl von externen Faktoren wie der Wirtschaftspolitik, den Markt- und Preismechanismen, dem Geld- und Kreditmarkt und dem demografischen, gesellschaftlichen und technologischen Wandel zu entwickeln.

Unter dem Stichwort Unternehmensführung werden Kompetenzen in Bereichen wie Betriebsführung, Rechnungswesen, Marketing, Kundenmanagement, Wertschöpfungsoptimierung, Gesprächsführung und Rhetorik erweitert.

Unter dem Schwerpunkt Personalmanagement werden Fähigkeiten in Bereichen wie Personalplanung und -führung sowie Mitarbeitergewinnung und -entwicklung vertieft.

Unter dem Stichwort Innovationsmanagement müssen die Teilnehmer eine komplexe betriebswirtschaftliche Problemstellung eines Unternehmens in Teamarbeit analysieren, bewerten und lösen und damit ihr betriebswirtschaftlich-analytisches Denken und ihre Problemlösungsfähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Job- und Karrieremöglichkeiten eines Geprüften Betriebswirts entsprechen denen eines Handwerksmeisters.

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