Verfahren zur Mauerwerkstrockenlegung – diese Optionen gibt es

Wenn Feuchtigkeit zu Schäden am Mauerwerk führt, müssen Maßnahmen zur Trockenlegung des Mauerwerks eingeleitet werden. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine kleine Aufgabe. Es ist daher wichtig, sich ausreichend darüber Gedanken zu machen. Wichtig ist beispielsweise, welches Verfahren zur Mauerwerkstrockenlegung genutzt wird. Inzwischen stehen nämlich einige zur Verfügung. Es ist daher ratsam, seine Optionen zu kennen.


Die Trockenlegung von Mauerwerk ist nicht mit einer Reinigung vergleichbar und erfordert nicht nur hinreichendes Know-how, sondern in der Regel auch spezielle Geräte. Am besten wir schauen uns einfach einige der vorliegenden Optionen an. Dann können Sie sich selbst ein Bild darüber machen, welches Verfahren sich für Ihren Fall am ehesten anbietet.

Elektrophysikalische Mauerwerkstrocknung

Das elektrophysikalische Verfahren basiert auf einer kleinen Steuereinheit und ins Mauerwerk eingebrachte Elektroden. Ziel des Verfahrens ist die Bekämpfung von Feuchtigkeit nach dem elektrophysikalischen Prinzip. Ein Beispiel für so eine Form der Trockenlegung wäre die Drymat Mauerwerkstrockenlegung. Die Lösung des Anbieters basiert auf besagtem elektrophysikalischem Prinzip.

Wie die Anforderungen diesbezüglich aussehen, wird in der ÖNORM festgelegt. Dabei handelt es sich um eine nationale Norm in Österreich, die mit der DIN in Deutschland vergleichbar ist. Wenngleich die Methode in einigen Ländern immer noch ein Diskussionsthema darstellt, gibt es einige Referenzen, die für eine (professionelle) elektrophysikalische Anwendung sprechen.

Injektionsverfahren

Bei diesem Verfahren wird erst einmal ein Raster aus Bohrlöchern angelegt. Sollte das Mauerwerk dadurch nicht drucklos werden, wird es zusätzlich mit wasserlöslichen Produkten auf Bitumen- oder Paraffinbasis behandelt. Der technische Aufwand bei diesem Verfahren ist gering, was sich in den Kosten niederschlägt. Ob das Verfahren Erfolg hat, lässt sich jedoch nur schwer beurteilen. Gerade bei Mauerwerk, das stark mit Salz belastet ist, kann es zu Komplikationen kommen. Ein langfristiger Schutz ist in der Regel nicht gegeben. Bei kleineren Schäden stellt das Injektionsverfahren jedoch eine denkbare Option dar. Zumal es keine handwerklichen Fähigkeiten oder spezielle Geräte erfordert.

Mauersägeverfahren

Dieses Verfahren erfordert entweder eine Schwert- oder eine Seilsäge, die dazu genutzt wird, die feuchte Kellerwand mit einem horizontalen Schnitt zu teilen. In die geöffnete Kellerwand wird dann ein Dichtungselement eingeführt. Das Problem bei diesem Verfahren sind vor allem die anfallenden Kosten, die stark mit dem hohen Geräteverschleiß zusammenhängen.

Entsprechende Dienstleister müssen die Preise daher höher ansetzen. Des Weiteren können statische Probleme auftreten. Trotz dessen wird das Mauersägeverfahren weiterhin oft genutzt. Ausschlaggebend dafür ist beispielsweise die Tatsache, dass sich das Ergebnis leicht überprüfen lässt.


Mauertauschverfahren

Hierbei handelt es sich um eines der teuersten Verfahren zur Mauerwerkstrocknung. In einigen Fällen, beispielsweise wenn eine extrem hohe Belastung mit Salz vorliegt, kann sich das Mauertauschverfahren dennoch lohnen. Bei dem Verfahren werden bestimmte Bereiche des Mauerwerks durch frischen Beton ersetzt. Zu diesem Zweck erfolgt die Durchführung mehrerer überlappender Kernbohrungen.

Trotz des hohen Arbeits- und Zeitaufwands ist das Verfahren nicht perfekt. Problematisch sind unter anderem die Aspekte, dass das Verfahren nicht bei Bruchsteinmauerwerk angewendet und statische Probleme verursachen kann. Es sollte also wirklich nur dann genutzt werden, wenn es keine andere Alternative gibt. Andernfalls sind unter anderem das Injektions- und elektrophysikalische Verfahren weit sinnvoller.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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