Was muss ich beim Hausbau bedenken

Baustellenvorbereitung: Schnurgerüst, Stromanschluss, Wasseranschluss und Bauschilder

Um eine fachmännische Baustelle für den Hausbau anzulegen, muss der Standort des künftigen Haus mittels exakter Bemessung festgelegt und mit einem Schnurgerüst festgesteckt werden.

Dies kann durch die zuständige Vermessungsbehörde oder von einem Vermessungsingenieur der vom Bauträger beauftragt wird ausgeführt werden. Auf jeder Baustelle müssen Strom und Wasser schnell zugänglich sein.

Wichtig ist auch Abfallcontainer zur Entsorgung von überschüssigem Material bereitzustellen. Ein Bauwagen und Toilettenhaus müssen für den Bau bereitstehen. Die Baustelle wird so abgesichert, dass sie für niemanden zur Gefahr wird.

Kennzeichnungen durch den Bauherren

Die Kennzeichnung erfolgt durch den Bauherren nach den Vorgaben der Bauordnung und umfasst eine ausreichende Beleuchtung und Baustellenschilder, die frühzeitig auf die Baustelle hinweisen.

Je nach Größe und Lage der Baustelle kann auch eine Überdachung des Gehwegs oder ein Bauzaun auf Kosten des Bauherren notwendig werden. Besonders wichtig ist auch eine angemessene Absicherung bei Dunkelheit und wenn die Bauarbeiten ruhen zu achten.

Offene Baugruben für das zukünftige Eigenheim stellen eine große Gefahr für Fußgänger und Fahrzeuge dar. Die Baustelle muss für die Baufahrzeuge gut zugänglich sein, gegebenenfalls werden hierfür Zufahrten für den Bau geschaffen.

Der Reibungslose Ablauf ist wichtig

Für einen reibungslosen Ablauf der Vorgänge ist eine gut funktionierende Logistik ausschlaggebend für Zeitersparnis und Wirtschaftlichkeit und helfen somit Geld sparen. Die Bauleitung hat dabei die zentrale Bedeutung für einen möglichst optimalen Verlauf des Bauvorhabens inne.

Auch die Vermeidung von Baustellenlärm gehört zu den vorbereitenden Maßnahmen, die sich am Bundesimmissionsschutzgesetz orientieren. Vermeidbare, schädigende Umwelteinwirkungen, die sich in erheblicher Belästigung der Anlieger äußern.

Diese müssen im Rahmen der Baumaßnahme möglichst gering gehalten oder während des bauen ausgeschlossen werden. Höchste Priorität haben Unfallverhütungsvorschriften, um Personen- oder Sachschäden auszuschließen.

Steht die Baustelle, wird mit dem Erdaushub für die Errichtung des Kellers oder der Bodenplatte begonnen. Mutterboden, das ist die obere Schicht des Erdaushubs, soll möglichst vollständig auf dem Grundstück weiterverwertet werden. Nicht benötigter Boden wird abtransportiert und auf dafür genehmigten Flächen aufgefüllt.

Was beim Hausbau trotz Checkliste passiert kann

Natürlich sind die Handwerker erfahren und ausgebildet und haben daher dem Bauherrn vieles voraus. Sie haben viele hundert Häuser gebaut und wissen in der Regel bei vielen Punkten, was sie tun.

Trotzdem kann es nicht schaden, ihnen auf die Finger zu schauen!

Wenn sich die Handwerker unbeaufsichtigt fühlen, wird auch gerne einmal geschludert. Die Antwort darauf ist: Einen unabhängigen Bausachverständigen beauftragen, der von Zeit zu Zeit einzelne Punkte kontrolliert und nach dem Rechten sieht.

Im Großen und Ganzen hatten wir Glück mit unseren Handwerkern. Im Wesentlichen ist alles zu unserer Zufriedenheit erledigt worden. Trotzdem gab es aber Pannen, die nicht hätten sein müssen:

  1. Der Fliesenspiegel im Bad war ca. 2 cm höher als der Fußboden im angrenzenden Flur. Das machte eine Anpassungsschiene erforderlich, die nun auch eine Stolperfalle ist und unschön aussieht.
  2. Der Installateur hat im Spülkasten einer Toilette seinen Schraubenzieher vergessen, was dazu geführt hat, dass die Spülung nicht mehr richtig funktioniert hat.
  3. Die Flies-Tapete im Wohnzimmer wurde völlig unnötiger Weise mit einem Pattex – ähnlichem Kleber verbaut. Wir finden, es hätte durchaus auch ein wasserlöslicher Kleber getan.
  4. Die Zisterne sollte keinen Ablauf bekommen. Völlig witzlos …
  5. Auf dem Spitzboden bildete sich aufgrund der unzureichenden Belüftung des Hauses Schimmel.

Also: Regelmäßig nach dem Rechten schauen und den Architekt mitnehmen, der sich wirklich auskennt!

Alle Bauphasen fotografieren

Natürlich wird der Bauherr den Fortschritt des Hausbaus fotografieren. Mein Tipp: Mindestens einmal pro Woche fotografieren. Auch wenn man im Moment feinden, das wäre zu häufig, ist man später sehr froh, wichtige Details wie den Einbau der Fenster noch einmal nachschauen zu können.

Es muss ja nicht gleich so sein, dass man Streit mit Handwerkern bekommt und Beweismaterial benötigt. Aber allein der Verlauf von Elektrokabeln und Rohrleitungen wird man immer wieder gerne auf Fotos anschauen, um sicher zu gehen, beim Bohren keine Leitungen zu treffen

Lagepläne und Vermessung

Einen (öffentlich bestellten) Vermessungsingenieur benötigt man sowohl für den Bauantrag als auch später beim Beginn des Bauvorhabens. Für den Bauantrag steuert der Vermessungsingenieur den Lageplan (den zeichnerischen und den schriftlichen Teil) bei und bestätigt die Übereinstimmung mit dem Liegenschaftskataster und dem Bebauungsplan.

Beim Beginn des Bauvorhabens steckt der Vermessungsingenieur die Baugrube ab, damit der Baggerführer weiß, wo er das Loch zu graben hat. Anschließend kommt er dann noch einmal, um das Schnurgerüst abzunehmen.

Die Kosten des Vermessungsingenieurs stehen meist nicht auf der Checkliste und sind in den Bauverträgen meist nicht enthalten und werden extra berechnet. Fragen Sie bei der Auswahl des Vermessungsingenieurs ruhig nach den Kosten, auch hier gibt es Unterschiede.

Welche Eigenleistungen sind beim Hausbau sinnvoll?

Der Bau eines Hauses kann nicht nur eine enorme finanzielle Belastung darstellen, die sich durch das Erbringen kostenintensiver Tätigkeiten in sogenannter Eigenleistung verringern lässt. Darüber kann die Durchführung verschiedener handwerklicher Tätigkeit dazu führen, dass der Hausbau schneller voran geht, was wiederum einen Kostenaspekt darstellt.

Die meisten ambitionierten und erfahrenen Heimwerker sowie auch die beruflichen Profis haben in Focus, die überwiegenden Arbeiten in Eigenleistung zu erledigen. Dennoch soll festgehalten werden, dass es nicht immer Sinn macht, alles in Eigeneleistung zu absolvieren. Dies ist dadurch bedingt, dass manche Tätigkeiten recht knifflig und arbeitsintensiv sind und bei nicht sach- und fachgerechter Ausführung zu Folgeschäden am Haus und Holz des Dachstuhls und auch zu gravierenden Unfällen führen können.

Dies gilt insbesondere für den Umgang mit tragenden und statisch bedeutsamen Bauteilen sowie für die Ausführung elektrotechnischer Arbeiten. Verheerende Fehler und falsche Tipps können ebenso bei der Erledigung mauerwerks- und fassadentypischer Gewerke wie beim Mauern, Verputzen oder Abdichten gemacht werden. Richtig fährt der Heimwerker, der sich bei der Auswahl der Eigenleistungen nicht überschätzt und auf Tipps von Freunden hört.

Das Große Thema Do it yourself

Das Thema “Do it yourself” hat gerade auf dem Bau eine große Bedeutung erlangt, zumal jeder Cent wichtig ist. Sinnvoll sind selbstständig erbrachte Leistungen überwiegend dort, wo die fachlichen Voraussetzungen und die entsprechenden Geräte sowie das grundlegende handwerkliche Knowhow vorhanden sind.

Dies kann möglicherweise im Trocken- und Innenausbau der Fall sein. Von diversen Arbeiten, die jedoch mit dem Klempner- und Installateurhandwerk oder der Elektrik zu tun haben, ist unbedingt abzuraten. Bei fehlerhafter Ausführung sind die Risiken und Folgeschäden doch zu groß.Auch bei der Montage von Heizung, Solarelementen auf dem Dach oder dem Einbau von Wand- oder Fußbodenheizungen sind die ausgebildeten Handwerker vorzuziehen. Dies ist oft nachvollziehbar unter dem Aspekt der Garantie und Gewährleistung.

Wer zu viel in Eigenleistung macht und den Handwerkern bei der Bauplanung “ins Handwerk pfuscht”, kann unter Umständen die Ansprüche auf Gewährleistung und einen Versicherungsschutz verlieren. Dies gilt ebenfalls für brandschutztechnische Ausstattungen. Alle Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten, die des Ofensetzers sowie die Aufgaben des Dachklempners und Maurers sollten den Fachleuten überlassen werden.

Eine zielgerichtete Einsparung von Kosten in Euro für Handwerker ist in solchen Bereichen realisierbar, in denen die Eigenleistungen mit dem Anbringen von Fliesen, dem Tapezieren oder dem Verlegen einfacher Fußböden zu tun haben.Eher ohne Folgen sind ebenfalls das Anlegen eines Gartens oder der Bau eines Gerätehauses. Zeitaufwendige Reinigungs- und innengestalterische Aufgaben können ebenfalls in Eigenregie ausgeführt werden. Beim Aufhängen einer Lampe stellt dies auch kein Problem dar.

Im Hinblick auf eine Wärmedämmung des Hauses und Keller oder einzelner Bereiche in Eigenregie können unsachgemäße Bauausführungen zu einem kosten- und nervenintensiven Schaden an der gesamten Bausubstanz führen.

Darüber hinaus profitieren die Eigenleister bei unsachgemäßer Wärme- und Feuchtigkeitsdämmung nicht von den Energieeinsparungen, die im Vergleich normalerweise möglich sind. Zugige Wohnräume, Wärme-Kältebrücken an den Fenster und Türen und kalte, muffige Innenbereiche sind die Nachwirkungen. Was nützt da eine hochwertige Heizanlage?

Die meisten Experten, die sich mit dem Thema Eigenleistungen beim Hausbau auskennen, räumen schon ein, dass es eine ganze Reihe von handwerklichen Aufgaben gibt, die selbstständig oder mit Freunden und Verwandten erledigt werden können. Die Eigenleistungen gelten jedoch lediglich als ein kleiner Ausweg oder eine Reservetätigkeit.

Um real durch die Eigenleistung Geld und Zeit sparen zu können, sollte vorab geklärt werden, welche Eigentätigkeiten nützlich, zweckmäßig und effizient sein können. Ein Handwerker oder ein Baufachmann geben gern Auskunft darüber. Dies schützt davor, dass sich die späteren Hausbesitzer nicht nur überschätzen, sondern gleichsam überfordern und eigentlich gar nichts fertigt wird. Oftmals fehlt es schon an den leistungsstarken Werkzeugen und Spezialmaschinen.

Die Eigenleistungen, die von den Kreditinstituten lakonisch als Muskelhypothek bezeichnet werden, setzen viel handwerkliches Geschick und Freizeit voraus. Dies fehlt den Bauherren meist, weil sie einem Job nachgehen. Es dürfte kaum zu schaffen sein, dass neben dem Berufsalltag mehr als 25 Stunden pro Woche umsetzbar sind, um wirklich wirtschaftlich merkliche Eigenleistungen zu vollbringen.

Es gibt zum Thema Eigenleistung in fast jedem Infocenter Checklisten mit Inhaltsverzeichnis oder auch Online die gute Ratgeber mit Antworten zu diesem Thema zu finden sind. Ich habe die Bitte sich in der Frage der Eigenleistung nicht zu überschätzen.

Die Finanzierung für unser Fertighaus

Noch heute gratulieren wir uns beim Vergleich mit anderen Bauherrn uns selbst dazu, dass wir uns schon beizeiten auf die Finanzierung des Projekts Haus bauen und den Themen rund um den Bau vorbereitet haben. Schon als ich ausgelernt habe, habe ich den ersten Bausparvertrag abgeschlossen und diesen über die vermögenswirksamen Leistungen meines Arbeitgebers bedienen lassen.

So ist das Kapital schnell angewachsen. Außerdem hatte ich das Glück, dass er bis zum Baubeginn bereits vollständig bespart war und wir ihn beim Kaufen komplett in die Immobilienfinanzierung als Eigenkapital mit einbringen konnten. Auch das Grundstück, das mir meine Eltern schon zu Lebzeiten überschrieben haben, hat hier einen guten Beitrag dazu geleistet, dass wir von der Bank gute Konditionen für unsere Hypothek angeboten bekommen haben.

Die Hälfte davon haben wir auch schon wieder abtragen können. Mein Berater hatte damals einen guten Tipp für mich. Er meinte nämlich, dass wir zusätzlich jeder einen kleinen Bausparvertrag abschließen sollten, um alle staatlichen und steuerlichen Förderungen mitnehmen zu können.

Das haben wir auch getan. Mit einem davon haben wir letztes Jahr einen Teil der Baufinanzierung ablösen können. Das Guthaben in dem anderen Vertrag bleibt als Reserve, so dass wir für den Fall einer größeren Reparatur oder für weitere Ausbauten immer Rücklagen zur Verfügung haben. Wahrscheinlich werden wir einen Teil davon in einen Wintergarten investieren.

Eigentlich war unserer Baufinanzierung so konzipiert, dass wir mit Ende 50 mit dem Abzahlen fertig werden und planen dann 0 Euro Schulden haben. Jetzt sieht es aber ganz so aus, als ob das eher der Fall sein könnte. Ein Jahr nach dem eigentlichen Bau habe ich im Dachgeschoss in Eigenregie ein kleines Appartement ausgebaut.

Das haben wir gut an einen Studenten aus Heidelberg vermieten können. Die erzielte Miete haben wir auf ein Sparkonto gepackt. In vier Jahren haben wir das nächste Mal die Möglichkeit für eine Zwischentilgung. Und genau dafür werden wir den größten Teil des dort gesammelten Guthabens verwenden. Schließlich weiß man ja nie, wie sich die Bauzinsen weiter entwickeln.

Was in der Bauphase auf den Bauherrn zukommt

Eigentlich hatten wir uns den Bau unseres Eigenheims etwas einfacher vorgestellt, obwohl wir von vornherein beschlossen haben, einiges an Eigenleistungen beim bauen mit hinein zu stecken. Zuerst einmal machte uns Petrus einen Strich durch die Rechnung und der Baubeginn verzögerte sich.

An der Stelle waren wir schon einmal froh, dass wir unsere Finanzierung als Abrufkredit bei den Banken hatten auslegen lassen und dadurch nur die ganz niedrigen Bereitstellungszinsen zahlen mussten.

Das zweite Problem ergab sich schnell durch die Verzögerung beim Hausbau bei unserer bisherigen Wohnung. Wir hatten nämlich im Mietvertrag ein halbes Jahr Kündigungsfrist und zur Sicherheit rechtzeitig gekündigt.Leider ließ der sich bei besten Willen nicht verlängern, weil der Eigentümer schon einen Vertrag mit einem Nachmieter hatte. Und so mussten wir in den sauren Apfel beißen und in unser Einfamilienhaus einziehen, bevor es endgültig fertig gestellt war.

Im Nachhinein ist aber anzumerken, dass sich das wirtschaftlich positiv ausgewirkt hat, denn uns blieb die Doppelbelastung aus der vollen Höhe der Kreditraten und der Mieter erspart.

Eine echte Herausforderung war die Planung der Umzugsphase. Unsere Urlaubstage wollten wir dafür nämlich nicht in Anspruch nehmen. Als Bauherr war ich zur Kontrolle und zum Arbeiten zusammen mit Freunden so gut wie jeden Tag auf der Baustelle.

Also blieb die gesamte Arbeit beim Packen an meiner Frau hängen. Die kleineren Sachen habe ich nach und nach schon mit unserem Auto mitgenommen und in den fertig gestellten Keller eingelagert. Zu beachten ist, das wirkte sich günstig auf die Kosten für den Umzugstransport aus, denn am Ende blieben wirklich nur noch die großen Möbel übrig.

Und nach dem Hausbau haben wir uns erst mal einmal beim Architekten bedankt und eine Ruhephase gegönnt. Den Anspruch, den kompletten Garten auch gleich noch zeitnah fertig zu stellen, haben wir zu Gunsten unserer Gesundheit darauf verzichtet. Deshalb sah es im ersten Sommer in Jahre 2015 ein wenig öde aus, aber dafür wird unser Garten im Frühjahr 2016 umso schöner.

 

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