Wieviel Digitalisierung brauchen wir Zuhause?

Während die ersten menschenähnlichen Roboter inzwischen mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, körperliche Gesten und Bewegungen von Menschen nachahmen und auf ausgesprochene Befehle reagieren oder antworten, ist die Integration der digitalisierten Maschinen in den menschlichen Alltag längst keine Seltenheit mehr. Roboter und automatisierte Geräte finden sich immer häufiger auch in Privathaushalten. Was bis vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war, ist heute gewöhnlicher Alltag.


Menschen sprechen mit ihren Lichtschaltern, schreiben Nachrichten an den Staubsauger und schalten aus dem WLAN im Flugzeug zuhause schon einmal die Heizung an. Dadurch entsteht ein ungewöhnlicher Komfort, den die wenigsten, die ihn einmal genießen konnten, jemals wieder missen möchten. Aber was fasziniert die Menschen so sehr an der Digitalisierung des eigenen Zuhauses? Abgesehen davon – wieviel Digitalisierung ist überhaupt nötig?

Automatisierung des Alltags

Der erste selbstständige Industrieroboter wurde in den 1960er Jahren entwickelt. Der sogenannte Unimate wurde vor allem in der Fertigung von Kfz-Bauteilen eingesetzt und hatte mit dem heutigen Bild eines in der Gestalt menschenähnlichen Bild eines Roboters nichts zu tun. Während vor allem in Asien auf Hochtouren an der künstlichen Intelligenz geforscht wird und die hierfür entwickelten Maschinen stark an das Aussehen und das Verhalten von Menschen angepasst werden, gibt es auch im gewöhnlichen und privaten Alltag viele Geräte, die den Menschen das Leben erleichtern.

Vor allem im Haushalt übernehmen einzelne Roboter heute viele Aufgaben, die bis vor einigen Jahren noch von menschlicher Hand erledigt werden mussten. So ist es inzwischen problemlos möglich, mithilfe von diversen Küchenmaschinen ohne weiteren Aufwand die kulinarischsten Köstlichkeiten herzustellen. Andere Geräte halten voll automatisiert und digital per App gesteuert die Böden sauber, putzen Fenster oder mähen Rasenflächen.

Wieder andere Geräte gehen noch weiter, wie zum Beispiel die sogenannte „Arbeitsplatte mit Gehirn“, die als digitale Arbeitsplatte über eine integrierte 3D-Kamera sowohl Tipps zum Kochen gibt als auch Rezeptvorschläge und Inhaltstoffe zu gescannten Lebensmitteln mitteilt. Gekoppelt werden alle digitalen Haushaltshelfer vom Smart Home, das nicht nur Heizung, Licht, Musik und TV, Jalousien und Sicherheit unter Kontrolle hat, sondern auch stets mit dem Internet verbunden ist, um zu jeder beliebigen Frage des Bedieners Rede und Antwort stehen zu können.


Das Smart Home als Ersatz für manuelle Schalter und Knöpfe im Haus

Das Smart Home, auch intelligentes Wohnen genannt, steuert sowohl auf verbalen Befehl als auch über digitale Bedienung die häuslichen Geräte. So können die Einstellungen der Geräte digital aus noch so großer geografischer Entfernung getätigt oder geändert werden. Für die Steuerung wird in erster Linie nur eine Internetverbindung und ein internetfähiges Mobilgerät benötigt, auf dem die zugehörige App installiert ist. Je nach Wunsch können sämtliche Geräte an die Smart-Home-Technologie angepasst und gekoppelt werden.

Ein weiterer praktischer Vorteil zeigt sich in der verbalen Steuerung. So können beispielsweise Licht, Musik, Raumklima und Tür- oder Fensteröffnung genauso über verbale Befehle gesteuert werden, wie Anrufe getätigt oder Online-Bestellungen abgeschlossen. Für ein Leben ohne manuelle Betätigung von Geräten.

Das Smart Home – die fünf interessantesten Einsatzmöglichkeiten

  1. Sicherheit: Von elektronischen Türschlössern über Kameras bis hin zu Bewegungsmeldern und Alarmsirenen bei Einbrüchen oder Rauchentwicklung. Die mit der App gekoppelten Werkzeuge bieten die bestmögliche Sicherheit im und um das eigene Haus.
  2. Licht: In unzähligen Haushalten sind sämtliche Lampen schon mit einem Smart Home gekoppelt und werden nur noch auf Zuruf bedient. So kann problemlos auf unschöne Lichtschalter an den Wänden verzichtet werden. Außerdem muss niemand mehr im Dunkeln nach einem Lichtschalter suchen und dabei wohlmöglich auf liegengebliebene Legosteine treten oder anderweitige Verletzungen in Kauf nehmen.
  3. Raumtemperatur: Heizkörper und Fußbodenheizung werden über einen Adapter mit der Smartphone App gekoppelt und sind so sogar aus weiter Entfernung zu betätigen. Nie wieder kalte Füße für Urlaubsrückkehrer oder Wochenendpendler! Zusätzlich kann die Heizung während der restlichen Zeit der Abwesenheit heruntergefahren werden, um keine unnötige Energie zu verbrauchen. Der individuelle Fensterkontakt mit der intelligenten Heizungssteuerung ermöglicht das Einsparen der Heizenergie, solange gelüftet wird. Dank der Berechnung und dem funkgenauen Heizprotokoll kann bis zu 30% der Heizenergie eingespart werden.
  4. Sonnen- und Sichtschutz: Jalousien, Rollläden und Markisen können frühzeitig bedient werden und so einerseits vor erhöhter Zimmertemperatur durch Sonneneinstrahlung, als auch andererseits vor der Einsicht Fremder schützen.
  5. Umwelt: Die Kopplung zu Wetterdiensten mit der dadurch erkannten Wirkung der Umwelt lässt das Smart Home individuell die Bedürfnisse des Hauses berechnen. Raumklima, Licht und Sonnenschutz können darüber automatisch angepasst werden und ebenfalls für ein gemindertes Energie- und Kostenaufkommen sorgen.

Wie sinnvoll ist die Anschaffung des Smart Homes?

Ob sämtliche Geräte im eigenen Zuhause über ein Smart Home gesteuert werden sollen, muss individuell entschieden werden. Ein installiertes Smart Home bietet unzählige Vorteile. Die darunter wichtigsten zeigen sich in der Einsparung von Zeit, Energie und Kosten. Selbstverständlich werden dabei viele Vorgänge durch die Betätigung über die App vereinfacht.

Ein weiterer großer Vorteil ist die zusätzliche Sicherheit dank der erhöhten Überwachung der eigenen vier Wände, selbst aus geografischer Entfernung. Wenngleich ein Großteil der Deutschen Interesse am Smart Home hat, sträuben sich noch immer viele Menschen gegen die Digitalisierung des Eigenheims. Viele Menschen empfinden es als ruhiger und gelassener, in der digitalisierten, schnelllebigen Welt zumindest Zuhause etwas Abstand zu bekommen.

Gleichzeitig bleibt mit der Sicht auf die Zukunft zu sagen, dass das Smart Home eher an weiteren Funktionen und Interesse gewinnen wird, als dass die Forschung in diesem Feld zurückgehen würde. Pläne für eigenständig arbeitende Küchenmaschinen, digitalisierte Badezimmer inklusive aktueller Nachrichten auf dem Spiegel oder per Internet gesteuerte Fahrzeuge sind längst keine Utopie mehr.

Ob und wie lange es sich noch lohnt, bei gewöhnlichen Lichtschaltern, Türschlössern und analog zu betätigenden Heizungen und Fenstern zu bleiben, ist daher im Einzelfall zu entscheiden. Sicher ist, dass kaum etwas den Alltag heute schon derart vereinfacht, wie das Smart Home.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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