Winkelschleifer – Ratgeber und Kaufempfehlung

Je nachdem, in welchem Landesteil Sie sich auf einer Baustelle umhören, können Sie für den Winkelschleifer sehr unterschiedliche Bezeichnungen hören. „Von einem „Trennjäger“ oder einer „Trennhexe“ ist da die Rede. Auch „Feuerradl“ wird er in südlichen Gefilden Deutschlands genannt. Ein Begriff, den alle verstehen, ist die „Flex“.

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Der Winkelschleifer – um bei diesem Begriff zu bleiben – ist ein sehrvielseitiges Gerät, das man vor allem für die Bearbeitung von Metall nutzen kann. Je nach der eingesetzten Scheibe, kann der Winkelschleifer schleifen, aber auch polieren. Er kann aber auch Trennen, also auseinanderschneiden.

Die Arbeit mit dem Winkelschleifer mutet immer sehr dramatisch an, denn wenn die Schleif- oder Trennscheibe auf Metall stößt, fliegen die Funken. Dabei handelt es sich um kleine Späne, die durch die große Reibung zum Glühen gebracht wurden. Die Arbeit mit dem Winkelschleifer ist also nicht ganz ungefährlich. Dennoch handelt es sich um ein sehr wirkungsvolles und nützliches Gerät, das jeder, der mit Metall umgeht, zu schätzen weiß.


Worauf sollten Sie beim Kauf eines Trennschleifers achten?

  •  Vorsicht vor Funken und Lärm!
  •  Schutzvorrichtung
  •  Schutz vor Staub

Vor einem Winkelschleifer sollten Sie Respekt haben. Das Gerät selbst ist nicht lauter als vielleicht eine Bohrmaschine. Doch wenn es auf Metall stößt, ändert sich das schlagartig. Vor dieser Geräuschentwicklung sollten Sie sich unbedingt mit Ohrenstöpseln schützen. Der Funkenflug erinnert zunächst an eine Wunderkerze. Doch wenn die Funken über längere Zeit auf dieselbe Stelle fliegen, herrscht Brandgefahr. Ein Schutzanzug wäre sicherlich übertrieben, aber vielleicht sollten Sie bei der Arbeit mit einem Winkelschleifer nichts tragen, was leicht entzündlich ist. Außerdem sollten Sie unbedingt Ihre Augen vor Metallspänen schützen und auch das Tragen von Handschuhe ist kein Fehler.

Von einer Schleif- oder Trennscheibe sehen Sie eigentlich immer nur die Hälfte. Die andere Hälfte verschwindet in einer Abdeckung am Gerät. Entfernen Sie diese bitte nicht, denn sie schützt das Gerät und den, der es in der Hand hält, sollte die Scheibe unter zu großer Belastung platzen. Das kann vorkommen.

Beim Trennen von Beton oder Stein kann eine Menge Staub entstehen. Aus technischen Gründen ist es nicht möglich, einen Winkelschleifer genauso wie einen Schwing- oder Bandschleifer mit einem Staubsaugeranschluss auszustatten. Von daher sollten Sie bei solchen Tätigkeiten eine Schutzmaske tragen um zu verhindern, dass Sie den Staub einatmen.

Neben Ratgebern und Tests sollten Sie bei einem Winkelschleifer vor allem auf eine starken Motor achten. Die Leerlaufdrehzahlen sollten zwischen 11.000 und 13.000 U/min liegen.

Vielleicht haben Sie in einem Baumarkt in Ihrer Näher selbst mal die Möglichkeit, den Winkelschleifer Ihrer Wahl einem kleinen Test zu unterziehen.


Hersteller und Marken

Bei der Auswahl eines Winkelschleifers sehen Sie sich einem recht großen Angebot durch die verschiedenen Hersteller gegenüber. Sollten Sie nach der Devise „viel hilft viel“ auswählen und mit einem Gerät mit besonders kräftiger Motorenleistung liebäugeln, so mag hier der Versuch erfolgen, Sie ein wenig zu bremsen.

Wenn Sie nicht gerade ständig Stahlteile zu zertrennen haben, werden Sie auch keine allzu schwere Ausführung brauchen. Winkelschleifer sind ohnehin recht kraftvolle Geräte, sodass Sie auch mit einem Gerät, das eher für Heimwerker gedacht ist, schon recht weit kommen werden.
Hier einige Beispiele für Hersteller von Winkelschleifern, die in Tests regelmäßig gut abschneiden:

  • Das hessische Unternehmen Dewalt bietet eine große Auswahl an Winkelschleifern für verschiedene Zwecke an. Sie unterscheiden sich in unterschiedlichen Motorenleistungen und verschiedenen Scheibendurchmessern. Darunter sind auch Geräte, die mit Akkubetrieb laufen können. Die Firma Dewalt überzeugt in fast allen Tests.
  • Das Unternehmen Hilti gibt es seit 75 Jahren. Der Name hat auf Baustellen in der ganzen Welt Klang. Von Hilti gibt es auch eine Reihe von Winkelschleifern für Schleif- und Schneidarbeiten. Die Test – Ergebnisse fallen bei fast allen Magazinen und Verbraucherportalen überdurchschnittlich gut aus
  • Winkelschleifer mit und ohne Akku gibt es natürlich auch von der japanischen Firma Makita.
  • Bosch produziert seine Winkelschleifer in der professionellen Linie unter der Maßgabe, besonders leicht, aber trotzdem sehr kraftvoll zu sein. Unabhängige Tests bestätigen dies. Im Heimwerkerbereich sind die Motoren weniger leistungsstark, dafür sind die Geräte günstiger.
  • 1996 hatte das Unternehmen Ackermann + Schmitt ein Einsehen und benannte sich um in FLEX. 1954 hatte die Firma nämlich einen Winkelschleifer produziert, der unter Handwerkern einfach nur als „Flex“ bezeichnet wurde. Damit umzugehen hieß fortan „flexen“. Seit 2006 steht der Begriff sogar im Duden! Mit einem Winkelschleifer von Flex holt man sich also quasi das Original ins Haus.

Verwendungsarten der Winkelschleifer

Der Winkelschleifer entfaltet seine Vielseitigkeit über die unterschiedlichen Scheiben, mit denen Sie ihn bestücken können. Wenn Sie einen neuen Winkelschleifer kaufen, wird sich in dem Koffer oder der Verpackung auch ein kleines Sortiment an unterschiedlich nutzbaren Scheiben befinden. Im Handel werden Sie davon ein breites Angebot für jeden Zweck finden.
Wenn Sie den Winkelschleifer zum Trennen einsetzen wollen, arbeiten Sie mit der Kante der Trennscheibe. Zum Schleifen benutzen Sie ihre Fläche. Für das Trennen von Metall aber auch für Stein gibt es Trennscheiben aus Edelkorund, einem sehr harten Mineral. Mit diesen Scheiben können Sie das Material auch schleifen.

Beispielsweise zur Glättung von Schweißnähten können Sie diese Scheiben verwenden. Für das Auseinanderschneiden von Betonplatten, Keramik aber auch Naturstein gibt es Trennscheiben, die mit Industriediamanten besetzt sind. Zum Schleifen von Metall aber auch Stein gibt es eine Reihe von Spezialscheiben aus unterschiedlichen Materialien. Auf einem einspannbaren Schleifteller mit Schleifkorn, aber auch mit entsprechenden Sandpapierbögen können Sie einen Winkelschleifer auch zur Bearbeitung von Holz heranziehen, wenn es um sehr grobe Arbeiten geht.
Mit runden Drahtbürsten unterschiedlicher Härte können Sie einen Winkelschleifer auch zum Entrosten benutzen sowie zur Vorbereitung von Schweiß- oder Lötarbeiten.
In einigen wenigen Momenten kann ein Winkelschleifer aber auch ein sehr sanftes Gerät sein. Dann bekommt er eine mit Fell bezogene Scheibe und Sie setzen ihn beim Polieren von Metall ein. Dazu müssen Sie allerdings die Drehzahl des Motors deutlich herabregeln.


Fazit

Wenn Sie viel mit Metall arbeiten, kommen Sie an einem Winkelschleifer kaum vorbei. Das vielseitige Gerät können Sie zum Trennen genauso gut nehmen wie zum Schleifen oder Polieren. Allerdings ist der Winkelschleifer nichts für schwache Nerven und es gibt einiges, was sicherheitstechnisch bedacht werden sollte.

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