Zeitpunkt für die Sanierung oder den Austausch der Heizung?

Viele Hausbesitzer tauschen ihre Heizung erst dann aus, wenn sie nicht mehr funktioniert. Warum aber etwas wegschmeißen, was noch einwandfrei funktioniert? Die Austauschquote bei Gasheizungen beträgt drei Prozent und bei Ölheizungen nur ein Prozent pro Jahr. Zwei Drittel der Heizungen in Deutschland sind älter als 20 Jahre und damit sicherlich nicht mehr auf neuesten Stand der Technik.

Gründe für die geringe Austauschquote
Der offensichtlichste Grund ist natürlich das Geld. Die hohen Anschaffungskosten einer Heizungsanlage sind zunächst abschreckend. Selbst wenn Hausbesitzer das nötige Geld haben, stecken sie es nicht gleich in eine neue Heizungsanlage bzw. in deren Sanierung. Man investiert doch lieber in ein schickes Auto oder eine neue Küche, weil nur wenige rechnen sich aus, was die Sanierung der Heizung für Ersparnisse bei den Betriebskosten bringen könnte.

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Ein weiterer Grund ist sicherlich die Unentschlossenheit, in welche Art der Heizung man investieren sollte. Man weiß, dass man aus Klimaschutzgründen den Verbrauch von Kohle, Öl und Gas senken sollte, doch ab und zu sinken die Preise von fossilen Brennstoffen wie z. B. Öl deutlich. Es wurde in der Politik über ein Steuerbonus für Sanierungen und Optimierungen diskutiert, doch dazu kam es nicht. Die Unsicherheit hindert viele Hausbesitzer daran, einen Schritt in Richtung Sanierung zu wagen.

Sollte man die ältere Heizung doch erhalten?
Die Frage könnte durchaus berechtigt sein. Das Thema Klimaschutz ist in aller Munde und ein wichtiges politisches Ziel. Doch die üblichen Ersparnisse bei Betriebskosten sind nur mit einer großen Investition in die Heizungsanlage zu erwarten. Warum also nicht die alte Heizung behalten, wenn sie gut läuft?

Gegen den Erhalt der alten Heizung spricht grundsätzlich nichts, sollte der Kessel optimal laufen und den Wärmebedarf des Hauses decken. Doch man muss bedenken, dass die meisten Anlagen nicht richtig eingestellt sind. Dies führt irgendwann dazu, dass die stark veralteten Anlagen unerwartet kaputtgehen, wenn sie stark beansprucht werden – und das passiert in den Wintermonaten, gerade dann wenn man die Heizung am dringendsten braucht.

Sollte es passieren, dass die Heizung mitten im Winter den Geist aufgibt, kann man kaum wählerisch sein und muss sich mit gewissen Einschränkungen bei der Auswahl und dem Preis abfinden. Wenn die Heizung plötzlich kaputt ist, muss so schnell wie möglich installiert werden, was gerade auf Lager ist.

Mit einem Austausch von Öl- oder Gasheizkessel durch energieeffizientere öl- oder gasbasierte Brennwerttechnik kann man bis zu 30 Prozent der Energiekosten sparen. Eine andere Möglichkeit wäre die Umrüstung auf eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung, doch dies ist so schnell nicht machbar. Das bezieht sich auch auf den Einbau neuer Röhre.

Praktisch alle Heiztechnologien kann man durch Solarthermie nachrüsten. Sollte man sich jedoch für eine Sanierung entscheiden, wäre ein Kombisystem preiswerter und effizienter. So könnte das Gesamtsystem gleich aufeinander angepasst werden.

Wenn man sich für eine Sanierung der Heizung entschieden hat, muss man sich im Vorfeld gut informieren und mindestens 4 bis 6 Wochen für die Vorplanung einkalkulieren.

Welche Schritte sind bei einer Sanierung nötig?
Der erste Schritt wäre, sich gut informieren und ausführlich beraten zu lassen. Hausbesitzer wenden sich am besten an Handwerker und bitten um Beratung, vor allem bei einem älteren Heizsystem. Auch wenn die Heizung nach 15 Jahren noch gut läuft, sollte man sich zumindest mit dem „was wäre wenn“ beschäftigen, denn schon bald könnte es soweit sein. Beim Beratunsgespräch mit dem Handwerker kann man sich schon mit dem Thema auseinandersetzen, was man in Zukunft haben möchte, sodass man im Falle eines Scheiterns einen Plan hat.

Bei der Solarthermie müsste man zusätzlich einen Energieberater um Beratung bitten. Bei anderen Energieträgern muss man damit rechnen, dass sich der gewohnte Heizungsbauer nicht so richtig damit auskennt und man einen Experten für regenerative Energien engagieren muss.

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Eine Menge Hausbesitzer wissen nicht, wie es um den Zustand ihrer Heizungsanlage steht. Der nächste Schritt nach der Beratung wäre also, die Anlage vom Experten begutachten zu lassen. Einfach den Schornsteinfeger oder den Heizungsbauer beim nächsten Routineeinsatz bitten, den Gesamtzustand und den energetischen Zustand der Heizung einzuschätzen. Er könnte auch vorschlagen, die Heizung nicht gleich auszutauschen, sondern sie nur zu optimieren. Es wäre sogar unter Umständen möglich, einen Zuschuss vom Staat zu bekommen. Anschließend könnte man bis zu 10 Prozent bei Betriebskosten sparen.

Zuletzt sollte man sich gründlich über die staatlichen Förderungen informieren und diese auch nutzen. Dazu ist aber ein gewisses Wissen und etwas Planung nötig. Es sind nämlich staatliche Fördergelder und zinsgünstige Kredite für das Aufrüsten und Modernisieren von Heizungsanlagen vorgesehen. Es ist hierbei wichtig genau zu wissen, wann man einen Antrag stellen und welche Standards man dazu erfüllen müsste.

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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