Metall-Dacheindeckungen: Die perfekte Lösung für Selbermacher?

Moderne Metall-Dacheindeckungen haben nicht mehr viel mit klassischen Blechdächern gemeinsam. (stock.adobe.com © cherokee4)
Moderne Metall-Dacheindeckungen haben nicht mehr viel mit klassischen Blechdächern gemeinsam. (stock.adobe.com © cherokee4)

Die schönste Dachkonstruktion bringt nichts, wenn darauf nichts befestigt ist, was Regen, Schnee und andere Witterungseinflüsse von einem Eindringen abhält, gleichsam die kostbar erzeugte Wärme am Verlassen des Hauses hindert und obendrein möglichst langlebig ist. Seit vielen Jahrhunderten bis in unsere Gegenwart sind dabei herkömmliche Dachziegel das wichtigste Mittel der Wahl. Regional und je nach Preisklasse des Gebäudes zudem Schiefer-Eindeckungen.

Seit einigen Jahren jedoch macht eine andere Form von Dacheindeckung Konkurrenz. Eine, die zwar selbst schon viele Jahrzehnte der Existenz vorzuweisen hat, aber gerade heute, unter anderem dank verbesserter Produktionsmethoden, einen völlig neuen Erfolg feiert – die Metall-Dacheindeckung.

So negativ dieser Begriff für manche auch anmuten mag, dahinter verbirgt sich eine Technik, die viele Probleme anderer Eindeckungsmaterialien nicht aufweist und sich nicht zuletzt im besonderen Maß für Selbermacher eignet.

Allgemeiner Überblick

Was ist eine Metall-Dacheindeckung? Letzten Endes handelt es sich dabei um entsprechend große und geformte Tafeln aus Metallblech. Sie werden auf einer Unterkonstruktion befestigt. Da Metall äußerst robust ist und bei modernen Eindeckungen zudem mit sehr leistungsfähigen Materialien beschichtet wird, ist es hervorragend dazu geeignet, Dächer und die darunterliegenden Gebäude mit einem langfristigen Schutz zu versehen.

Ist eine Metall-Dacheindeckung dasselbe wie ein Blechdach?

Im Prinzip ja – allerdings auf einem Niveau, als würde man einen alten VW Golf mit einer modernen Hybrid-Limousine vergleichen. Was seit den Anfängen über viele Jahrzehnte als Blechdach bezeichnet wurde, war selten mehr als flache Blechtafeln, die mit einigen wenigen Sicken und Riefen zur Versteifung und besseren Ableitung von Niederschlag versehen waren.

Eine moderne Metall-Dacheindeckung ist diesbezüglich wesentlich aufwendiger und vielfältiger und hat nur noch das Ausgangsmaterial und die Grundkonstruktion mit dem gemein, was manche vielleicht als typisches Eindeckungsmaterial für Scheunen und ähnliche Nebengebäude ansehen.

Was macht Metall-Dacheindeckungen so besonders?

Es ist vor allem eine Verbindung aus einigen sehr starken Vorteilen und gleichzeitig der Abwesenheit von vielen Nachteilen anderer Materialien beziehungsweise Formgebungen, die gerne zur Eindeckung herangezogen werden. Im Detail aufgelistet, stellt sich dies folgendermaßen dar:

  1. Im Vergleich mit praktisch allen anderen Eindeckungsmaterialien ist eine solche aus Metallblech pro Flächeneinheit sehr leicht. Das heißt, es kann entweder eine generell leichtere und somit kostengünstigere Dachstuhlkonstruktion gewählt werden oder ein derartiger (alter) Dachstuhl kann auf relativ unkomplizierte Art und Weise mit einer neuen Eindeckung versehen werden – ohne eine Modernisierung bzw. Verstärkung des Dachstuhls selbst vornehmen zu müssen. Zudem bedeutet das relativ leichte Gewicht, dass bei einem normgerechten Dach mehr Reserven für Dachlasten verbleiben. Ganz gleich ob unerwartet starker Schneefall oder beispielsweise Photovoltaik. Ein weiterer Nebeneffekt des geringen Gewichts: Das Eindeckungsmaterial lässt sich viel einfacher handhaben.
  2. Praktisch alle anderen Dacheindeckungen bestehen aus recht kleinen Elementen, die einzeln nach festen, landesspezifischen Vorgaben verlegt und auf dem Giebel sogar vermörtelt oder auf vergleichbare Weise befestigt werden müssen. Es dauert also dementsprechend lange, damit ein Dach einzudecken – natürlich auch eine Frage des Arbeitslohns. Metall-Dacheindeckungen hingegen bestehen häufig aus deutlich größeren Tafeln, meist wesentlich größer als ein Quadratmeter. Dadurch sind selbst relativ große Dächer in äußerst kurzer Zeit gedeckt.
  3. Dachziegel müssen in Deutschland je nach sogenannter Windzone und Dachneigung lediglich lose an Dachlatten eingehängt werden und halten durch Überlappung und das damit wirkende Eigengewicht. Metall-Dacheindeckungen hingegen werden immer großflächig mit der gesamten Unterkonstruktion verschraubt. Dadurch sind sie gegen alle einwirkenden Kraftformen (Stichwort Windsog) deutlich widerstandsfähiger, obwohl sie so leicht sind. Zudem wird bei Metall-Dacheindeckungen alles lediglich geschraubt. Es ist kein Einsatz von Mörtel, Montagekleber oder ähnlichen Haftmaterialien nötig.
  4. Sachen Farben und Formen haben Blech-Dacheindeckungen nur sehr wenige Limits. (stock.adobe.com © Maksym Yemelyanov)
    In Sachen Farben und Formen haben Blech-Dacheindeckungen nur sehr wenige Limits. (stock.adobe.com © Maksym Yemelyanov)

    Blech lässt sich industriell sehr leicht verformen. Im Handel sind deshalb stark unterschiedlich anmutende Metall-Dacheindeckungen erhältlich – darunter eine ganze Reihe von Systemen, die wie Schindeln, Ziegel oder andere, herkömmliche, Eindeckungsmaterialien aussehen, obwohl es sich dennoch um große Tafeln mit mehreren „Ziegeln“ pro Stück handelt. Besonders vom Boden aus ist der Unterschied kaum erkennbar. Überdies sind sogenannte Sandwich-Bleche erhältlich. Bei diesen ist eine feste Dämmung bereits Teil der Eindeckung, wodurch ein zusätzlicher Arbeitsschritt eingespart wird.

Hinzu kommt die Möglichkeit, unterschiedliche Materialien zu nutzen. Typische Dacheindeckungen bestehen in aller Regel aus verzinktem Stahlblech. Das heißt, das Metall ist in seiner Grundform bereits durch die Zinkschicht sehr gut gegen Korrosion geschützt. Durch Pulverbeschichtungen wird dann eine zweite (ebenfalls) sehr robuste Schutz- und gleichzeitig die Farbschicht aufgetragen. In Kombination mit der vielfältigen Formgebung lassen sich so großartige Dächer erschaffen.

Neben dem Stahlblech gibt es zudem solche Elemente, die aus Aluminium bestehen oder aus Kupfer. Letzteres hat einen besonders edlen Look, da es blank verlegt wird und mit der Zeit patinieren kann, ist allerdings die teuerste Spielart der Metall-Dacheindeckung.

Haben Metall-Dacheindeckungen auch Nachteile?

Ja, diese sind natürlich vorhanden – wie es bei jedem Baumaterial der Fall ist. Konkret handelt es sich um drei Probleme:

  • Durch die geringe Materialstärke sowie die hohe Wärmeleitfähigkeit von Metall schützt diese Dachdeckung selbst praktisch gar nicht gegen Wärmeverluste – obwohl sie flächig verschraubt und ohne Öffnungen ist. Die Nutzung einer Dämmschicht ist also, wenn sie nicht sowieso durch das GebäudeEnergieGesetz (GEG) vorgegeben ist, dringend angeraten.
  • Ebenfalls aufgrund der Materialstärke sowie der Oberflächendichte ist eine Metall-Dacheindeckung ziemlich hellhörig. Ohne zusätzlichen Schallschutz macht sich dies speziell bei Regen bemerkbar – das Prasseln ist deutlich stärker zu hören als bei den meisten anderen Eindeckungen.
  • Da Metall absolut luftdicht ist, müssen sämtliche Wärme- und Kältebrücken vermieden werden, zudem eine gute Hinterlüftung sichergestellt sein, damit es keine Probleme durch Kondenswasserbildung auf der Unterseite der Eindeckung gibt.

Im Vergleich zu anderen Systemen sind dies jedoch händelbare Probleme, die sich bei korrekter Ausführung recht gut vermeiden lassen.

Wir wird eine Metall-Dacheindeckung realisiert?

Zunächst muss Aufmaß genommen werden. Dabei sind die den jeweiligen Baunormen entsprechenden Überhänge zu berücksichtigen, um möglichst wenig Verschnitt zu verursachen. Typischerweise erfolgt die Montage auf einer Unterkonstruktion von im passenden Abstand parallel zueinander verschraubten Dachlatten.

Der erste Arbeitsschritt beginnt damit, sogenannte Dachbleche an den Rändern zu installieren:

  • Traufbleche werden an der Traufkante montiert. Die Überlappung beginnt abgewandt von der vorherrschenden Wetterseite.
  • Anschließend werden Kantenwinkel entlang der Giebelkante montiert. Sie werden von unten nach oben überlappend angebracht.

Diese Bleche bilden den Rahmen des Daches. Gleichsam verhindern vor allem die Kantenwinkel eine diesbezügliche Windangriffsfläche unter das eigentliche Eindeckungsmaterial.

Dann muss es präzise werden. Eine erste Reihe von Dachplatten wird, von unten nach oben überlappend und gegenüber der Wetterseite beginnend, lose aufgelegt. Sie muss exakt ausgerichtet und vermessen werden. Die Vorderkante muss etwa 1/4 bis 1/3 in die Dachrinne hineinragen.

Mittels Blechschere können nur kleinere Anpassungsarbeiten vorgenommen werden. (stock.adobe.com © photo 5000)
Mittels Blechschere können nur kleinere Anpassungsarbeiten vorgenommen werden. (stock.adobe.com © photo 5000)

Anschließend werden die Platten abgenommen und es werden alle auf das passende Maß geschnitten. Hierbei können zwei Techniken zum Einsatz kommen:

  • Bei kleineren Dächern kann mit einer Blechschere gearbeitet werden.
  • Bei größeren Dächern und insbesondere Sandwich-Platten ist eine entsprechende Kreissäge besser. Sie muss jedoch unbedingt mit zum exakten Material passenden Blättern versehen sein – hierbei gibt es sehr große Unterschiede. Zudem muss äußerst langsam und vorsichtig gesägt werden, um die Pulverbeschichtung nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.

Sind alle Platten auf Maß gebracht, empfiehlt es sich, die Schnittkanten mit einem farblich passenden Metalllack zu bestreichen, damit die Schutzwirkung wieder vollständig hergestellt wird. Anschließend werden sie in korrekter Überlappung festgeschraubt. Meist gibt hierbei der Hersteller exakte Vorgaben darüber, wie viele Schrauben welcher Art pro Quadratmeter benutzt werden müssen.

Ist die gesamte Dachfläche auf diese Weise gedeckt, werden erst die passenden Firstbleche zugeschnitten und festgeschraubt. Es folgen die äußeren Abdeckungen entlang der Giebelkante.

Zusammenfassung

Metall-Dacheindeckungen wurden in den vergangenen Jahren stark vom bis dato üblichen Blechdach weiterentwickelt. Heute zeigen sie sich deshalb als optisch extrem wandlungsfähige, leichte und im Vergleich mit vielen anderen Materialien preisgünstige Alternative. Insbesondere deshalb, weil sie aus großen und leicht zu handhabenden Elementen bestehen und zudem nur mit simplen Techniken verschraubt werden müssen, sind sie eine sehr gute Alternative für Selbermacher, denen traditionellere Herangehensweisen zu komplex und/oder teuer sind.

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