Ratgeber Carport – Von der Planung bis zum Aufbau

Wichtige Fakten zum Kauf oder Selberbau

Flachdach Carport 600 x 700 cm

9.3

GESAMTBEWERTUNG

9.3/10

Positiv

  • Massive Fichtenholz Konstruktion
  • 600 x 700 cm
  • Flachdach
  • Schneelast: 0,85
  • auch mit höheren Schneelastwerten

Negativ

  • keine bekannt

Was versteht man unter einem Carport?

Damit ein Auto nicht am Straßenrand stehen muss, gibt es verschiedene Alternativen. Bei einigen Grundstücken ist es eine Option, das Fahrzeug ohne besonderen Schutz in der Hofeinfahrt abzustellen. In wenigen Fällen gibt es auch eine Art Tiefgarage, in der das Fahrzeug eine Unterstellmöglichkeit findet. Fast immer allerdings steht das Auto in einer klassischen Garage oder in einem Carport.

Was ist ein Carport?

Vereinfacht lässt sich sagen: Ein Carport ist ein Unterstand für ein Auto. Im Unterschied zu einer Garage, die in der Front in der Regel ein aufschwingendes Tor besitzt und darüber hinaus mit festen Wänden versehen ist, besteht der Carport im Prinzip nur auf den tragenden Pfeilern und dem Dach. Man kann sich diesen Unterstand für das Auto also ähnlich vorstellen wie eine Tankstelle, bei der sich der Bereich mit den Zapfsäulen zumeist ebenfalls unter einem Dach befindet.

Je nach Art des Carports und dessen genauem Standort hat er entweder gar keine Wände oder er grenzt an eines oder mehrere bereits gebaute Gebäude an. Dabei kann es sich zum Beispiel um ein Wohnhaus, einen Schuppen oder eine Garage handeln. Es ist allerdings unüblich, ein Carport mit einer oder mehreren eigenen Wänden zu bauen.

Steht ein Carport vollkommen frei auf dem Grundstück, so ist das Auto also nicht gegen seitliche Winde und von dort kommenden Niederschlag geschützt. Erfahrungsgemäß ist aber vor allem ein Dach notwendig, um einem parkenden Auto einen gewissen Schutz zu bieten. Dies sehen auch die Autoversicherungen so, die ein Carport in der Beitragsberechnung besser bewerten als einen Parkplatz am Straßenrand oder einen unbedachten Stellplatz auf dem Grundstück.

weka Y-Einzelcarport, mit Stahldach, Pfosten12x12 cm, Schneelast 125 kp
Carport ELBE 1 Einzelcarport 3,04 x 5,10 m Flachdach Garage Unterstand Holz
Carport Flachdach AVUS XXIII 300 x 500 cm KVH Bausatz Konstruktionsvollholz Fichte

Was ist besser fürs Auto: Garage oder Carport?

Wie beschrieben, handelt es sich bei einem Carport um einen recht einfachen Unterstand für das Auto, bei dem es sich nur um ein Dach und die tragenden Säulen handelt. Dies bietet dem dort parkenden Auto zwar einen gewissen Schutz. Es ist aber nicht mit einer Garage zu vergleichen, die zusätzlich mit festen, stabilen Wänden und einem abschließbaren Garagentor punkten kann. In der Garage ist das Auto weit besser vor Wind, Wetter, Frost, Hitze, Vandalismus und Diebstahl geschützt, als es in einem Carport möglich ist. Für ein Carport spricht allerdings, dass Abgase zu allen Seiten abziehen können, während sie sich in einer geschlossenen Garage sammeln und sogar gefährlich werden können.

Ein oftmals übersehener Aspekt beim Vergleich von Garage und Carport kommt dem Auto zumindest indirekt zugute: Viele Garagen werden gerne als Abstell-, Partyraum oder gar als Werkstatt genutzt, sodass ein dort eigentlich parkendes Auto doch wieder im Freien abgestellt werden muss. Ein Carport hingegen bietet nicht so viele weitere Nutzungsmöglichkeiten und ist daher meistens frei, wenn das Auto abgestellt werden soll.

Last, but not least: Fahranfänger oder Autofahrer, die sich beim Parken eher ungeschickt verhalten, können mit einem besseren Gefühl in ein Carport fahren als in eine Garage. Denn im Carport hat man in der Regel nach hinten und zu den Seiten Platz, sodass Parkrempler unwahrscheinlich sind und man außerdem gut ein- und aussteigen kann. Ein Carport kann durch diese Eigenschaften auch eine gute Übungsmöglichkeit darstellen, um das Parken in Garagen oder engen Parklücken zu üben. Insbesondere dann, wenn das Dach seitlich an einem Nachbargebäude befestigt ist und keine Stützpfeiler touchiert werden können.

Kann man ein Carport ohne Baugenehmigung bauen?

Grundsätzlich gilt: Wer auf seinem Grundstück ein feststehendes, dauerhaftes Gebäude errichten möchte, der benötigt eine Baugenehmigung. Dies gilt also prinzipiell auch für Carports. Doch jedes Bundesland regelt selbst, welche Anforderungen dabei erfüllt werden müssen und ob es grundsätzlich Ausnahmegenehmigungen gibt.

Fast alle Bundesländer haben hier recht komplizierte Paragraphen, sodass es dringend empfohlen ist, bei der zuständigen Behörde der Stadt oder Gemeinde nachzufragen. Einige Kommunen haben über das Landesbaurecht hinaus eigene Bauordnungen, in denen die Details hinsichtlich der Errichtung eines Carports genauer geregelt sind. Gründe zur Genehmigung oder Verweigerung eines Carports können zum Beispiel in den baulichen Gegebenheiten liegen (Breite der Straße, Lage des Grundstücks etc.), aber auch in der Optik, wenn beispielsweise ein einheitliches Straßenbild gewünscht wird.

Beim Landesbaurecht sehen die meisten Bundesländer vor, dass Carports mit bis zu einer Fläche von 30 Quadratmetern und einer mittleren Wandhöhe von bis zu 3 Metern genehmigungsfrei sind. Am einfachsten sind die Vorschriften in Bayern, Brandenburg und Schleswig-Holstein zu verstehen.  In Bayern heißt es laut Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b BayBO sinngemäß, dass bei Garagen und überdachten Flächen mit bis zu 50 Quadratmetern Verfahrensfreiheit besteht, in Brandenburg lautet die Vorschrift für eine Verfahrensfreiheit laut § 55 der BbgBO auf eine eingeschossige, oberirdische Garage mit maximal 150 Quadratmetern Grundfläche, in Schleswig-Holstein nennt § 60 BauO S-H zu diesem Punkt schlicht „notwendige Garagen mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 2,75 m“.

Derzeit ist es leider noch ein unerfüllter Traum, dass auch andere Bundesländer ihre jeweiligen Regelungen so formulieren, dass sie auch von einem Laien problemlos zu verstehen sind.

weka Doppelcarport 616 A mit Rundbogen, kdi
Carport 6,16 x 6,00 m mit 2 Bögen von easycarport
Doppel-Carport Walmdach SAUERLAND II 600x800cm Carport Walmdachcarport

Wie viele Carports darf ich bauen?

Auch an dieser Stelle besteht keine bundesweit einheitliche Regelung. Selbst die Regelungen der Bundesländer sind nicht unbedingt hilfreich, wenn sich etwa Schleswig-Holstein schlicht auf „notwendige Garagen“ bezieht. Denn aus dieser Sicht könnten bei einem Haus mit mehreren Wohnungen schnell ein Dutzend Carports als „notwendig“ erachtet werden, wenn jeder Hausbewohner ein eigenes Auto fährt und für dieses einen Stellplatz benötigt. Aus der Sicht des Landes spräche nach dieser Formulierung nichts dagegen, den gesamten Vorgarten des Hauses mit Carports zu bestücken. Allerdings wird sich wohl kaum eine Kommune finden, deren Bauordnung ein solches Vorgehen zulassen würde.

In der Praxis zeigt sich aber, dass die meisten Kommunen einen recht pragmatischen Umgang mit der Genehmigung von Carports pflegen. Ein Carport neben der bereits bestehenden Garage wird fast immer genehmigt. Auch ein erhöhter Carport, in dem beispielsweise ein Wohnmobil Platz findet, wird in den meisten Fällen gestattet. Einer der Hauptgründe für die meist recht Carport-freundliche Haltung der Kommunen ist am Straßenrand zu erkennen: Jedes in der Garage oder im Carport parkende Auto schafft Platz auf der Straße, sodass auch größere Fahrzeuge wie Busse oder Lkws problemlos passieren können.

Auch hierbei gibt es allerdings Ausnahmen: Wenn eine Kommune den Verkehr auf einer bestimmten Straße bewusst herunterbremsen möchte, so kann sie dies auch durch die am Straßenrand abgestellten Fahrzeuge tun. Dieses Vorgehen erweist sich allerdings nur in Einzelfällen in Wohngebieten als sinnvoll.

Aus welchem Material wird ein Carport gebaut?

Die Antwort auf diese Frage scheint klar zu sein: Holz ist der meistgenutzte Baustoff bei Carports. Zumindest scheint es so zu sein, wenn man einen Blick in die Grundstückszufahrten der Wohngebiete wirft. Allerdings ist diese Antwort auch wieder sehr unpräzise. Denn erstens bezieht sich diese Antwort nur auf die Unterkonstruktion des Carports. Zweitens gibt es verschiedene Holzarten, die sich für den Bau eines Carports eignen – insbesondere dann, wenn der Carport zum Beispiel einen integrierten Geräteschuppen besitzt.

Carports bestehen in der Unterkonstruktion in den meisten Fällen tatsächlich aus Holz, wobei hier meistens das Nadelholz der Fichte oder Tanne genutzt wird.

Alternativen, die deutlich witterungsbeständiger und zumeist auch stabiler sind, haben eine Unterkonstruktion aus Aluminium beziehungsweise rostfreiem Stahl. Beim Dach des Carports ist die Materialpalette ungleich größer, denn hier kann man zum Beispiel auf Dachpappe, Kunststoffplatten im Dachschindel-Design, Transparente Doppelstegplatten oder speziell behandelte Holzelemente zurückgreifen.

Oft werden aber auch die Materialen verwendet, die bereits für die Eindeckung des Hauses und möglicherweise der Garage verwendet wurden. Schieferplatten, Dachziegel oder -Schindeln, Sandsteinplatten und an der Küsste sogar Reet: Grenzen sind nur insofern gesetzt, als dass die Unterkonstruktion des Carports stabil genug sein muss, um die Eindeckung zu tragen. Diesen Aspekt gilt es insbesondere bei Carports „Marke Eigenbau“ zu beachten. Denn hier kommt das Material häufig aus dem Baumarkt.

Das ist auch vollkommen in Ordnung, allerdings ist das dort erhältliche Material zumeist nicht für den Einsatz im Schwerlast-Bereich geeignet. Es ist also unbedingt notwendig, die Tragfähigkeit des Unterbaus zu ermitteln und dabei auch die Witterungsaspekte im Blick zu behalten. Dort, wo häufiger mit extremen Wetterlagen zu rechnen ist, muss ein Carport entsprechend stabiler gebaut sein.

Welche Bauformen von Carports gibt es?

Zwar handelt es sich bei einem Carport stets um einen Unterstand für Fahrzeuge, der komplett ohne Seitenwände, Türen und Tore auskommt. Trotzdem gibt es ihn in verschiedenen Bauarten und Bauformen.

Wenn von der Bauform eines Carports die Rede ist, so bezieht sich dies zumeist auf die Anzahl der Einstellplätze. Es gibt daher den Einzelcarport, den Doppelcarport, den Dreifachcarport und den Reihencarport, bei dem es beliebig viele Stellplätze nebeneinander geben kann. Auf Privatgrundstücken ist der Einzelcarport allerdings die meistvertretene Bauform.

Eine Sonderform eines Carports, bei dem es selbstverständlich nicht auf die Anzahl der Stellplätze ankommt, ist der Carport mit Geräteraum. Auch dieser lässt sich mit einer Tankstelle vergleichen, bei der sich die Zapfsäulen unter einem auf Säulen ruhenden Dach befinden, während der Kassenraum beziehungsweise Shop ein geschlossenes Gebäude ist. Analog dazu ist ein Carport mit Geräteraum die Symbiose aus Carport und Gartenhaus. Meist nimmt ein solches Gerätehaus nur einen Teil einer Carportseite ein. So kann es beliebig betreten oder verlassen werden, auch wenn ein Auto im Carport steht.

Ebenfalls auf die Bauform des Carports bezieht sich die Form des jeweiligen Daches. Unabhängig davon, ob ein Carport komplett auf eigenen Stützen ruht oder an einem Gebäude angebracht ist, gibt es ihn mit Flachdach, mit Spitzdach (das zumeist nach gleicher Art eingedeckt ist wie das Wohnhaus), mit Walmdach oder gar mit Rund- oder Bogendach.

Auch bei der Bauform beziehungsweise Bauart des Carports kann es womöglich eine Regelung durch das Landesgesetz oder die lokale Bauvorschrift geben. Es empfiehlt sich daher, dies vor dem Bau oder Kauf eines Carports in Erfahrung zu bringen.

Fazit: Was bringt ein Carport wirklich?

Ein Carport ist keine Garage, wohl aber eine gute Unterstellmöglichkeit für das Auto, wenn keine Garage zur Verfügung steht. So lassen sich die Eigenschaften eines Carports in kurzen Worten zusammenfassen. Überall dort, wo keine Garage gebaut werden darf oder kann (was unterschiedlich begründet sein kann), ist ein Carport womöglich eine gute Alternative. Zwar kann auch ein Carport nicht immer und überall ohne Baugenehmigung errichtet werden (Eine Nachfrage bei der zuständigen Behörde bietet sich immer an), doch das Genehmigungsverfahren ist in der Regel einfacher als bei einer geschlossenen Garage.

Weitere Vorteile eines Carports liegen in der offenen Bauweise, durch die eine Sicht auf die Straße beziehungsweise Zufahrt nicht versperrt wird. Abgase des Fahrzeugs können leichter abziehen und das Einparken wird deutlich erleichtert. Außerdem sind die Baukosten für ein Carport, natürlich abhängig von der Größe, dem Material und der Bauform, deutlich niedriger als bei einer Garage. Die Bauzeit verkürzt sich dementsprechend.

Nachteile eines Carports sind etwa, dass ein Auto hier vor Diebstahl oder Vandalismus kaum mehr geschützt ist, als wenn es komplett ohne Schutz in der Hofeinfahrt stände. Auch der Schutz vor Unwettern, Hitze oder Frost ist in einem Carport nicht annähernd so gut gegeben wie in einer Garage. In der Praxis zeigt sich, dass in einem Carport eher ein Zweitwagen untergebracht wird, während der teure Erstwagen in der sicheren Garage daneben Platz findet.

Übrigens bewerten die Versicherungen ein Carport entsprechend: Ein Carport gilt im Vergleich zum Straßenrand oder der Hofeinfahrt als die bessere Abstellmöglichkeit für das Auto. Daher fällt der zu zahlende Versicherungsbeitrag entsprechend niedriger aus. Wird das Auto in einer abschließbaren Garage geparkt, so liegt der Satz noch etwas tiefer.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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