Kunststoff lackieren – Grundierung & Lackierung von Plastik

The Army Painter – Colour Primer

9.2

GESAMTBEWERTUNG

9.2/10

Positiv

  • AUSGEZEICHNETE KONSTENZ
  • Ungiftig und umweltfreundlich
  • Grundierung ist perfekt für jede Art von Arbeit
  • perfekte Anwendung und Abdeckung
  • Inhalt: 400ml

Negativ

  • keine Bekannt

Möchte man Kunststoff lackieren, dann ist einiges zu beachten. Wichtig ist hierbei unter anderem der richtige Lack, denn nur so kann man ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.


Wie kann ich Kunststoff lackieren?

Bevor man mit dem Lackieren des Kunststoffs beginnt, muss man klären, um welchen Kunststoff es sich exakt handelt, denn sonst kann es nach dem Lackieren vorkommen, dass die Farbe sehr schnell wieder abblättert. Hat man dies geklärt, dann ist das Lackieren von Kunststoff nicht wirklich schwer und gibt so die Möglichkeit, dass man alten Kunststoffteilen schnell einen neuen Look verleiht.

Als erstes Muss man den Kunststoff komplett anrauen und dabei alle Kratzer und Riefen abschleifen. Anschließend wird mit einem feinen Sandpapier die komplette Oberfläche erneut angeraut. Im nächsten Schritt muss die komplette Oberfläche mit einer milden Seifenlauge gereinigt werden. Zum Schluss plötzlich man großzügig mit klarem Wasser nach und lässt alles gut trocken, sodass der Kunststoff in jedem Fall trocken, fett- und staubfrei ist.

Auf der einen Seite kann man mit einem Sprühlack arbeiten, jedoch sollte man wissen, dass hier die Farbe nicht sehr lange haftet. Besser ist also ein Anstrich mit einer Kombination aus Haftvermittler und Lack. Das Ergebnis ist deutlich langlebiger. Hat man die Grundierung auf den Kunststoff aufgebracht und ist diese trocken erfolgt ein Zwischenschliff, bevor man mit dem ersten Farbauftrag beginnt. Danach gibt es einen zweiten Zwischenschliff. Vor der End-Lackierung muss das Kunststoffteil gut ab gelüftet werden. Wichtig ist auch, dass man alle Trockenzeiten exakt eingehalten hat.

Was für Farbe hält auf Plastik?

Auf Plastik hält sehr gut Acrylfarbe. Damit man mit dem fertigen Ergebnis vollends zufrieden ist, müssen einige Vorarbeiten geleistet werden. Zum einen muss die Oberfläche gründlich mit einer warmen Seifenlauge gereinigt werden. Nach dem Abspülen mit klarem Wasser muss dies ausreichend trocknen.

Dann beginnt man die Oberfläche mit Schmirgelpapier mit einer Körnung von 220 bis 330 abzuschmirgeln. Danach muss die Fläche erneut gründlich gereinigt werden. Am besten geht dies mit Einigungsalkohol. Anschließend wird eine Grundierung aufgetragen, die ebenfalls sehr gut austrocknen muss. Jetzt kann man mit der Acrylfarbe zu werke gehen, denn diese Farbart haftet praktisch auf jedem Grund – auch auf Kunststoff mit nur ganz wenigen Ausnahmen.

Beim Streichen sollte man jedoch darauf achten, dass man die Acrylfarbe nicht zu dick aufträgt. Nach dem Streichen und Trocknen sollte man das Kunststoff versiegeln, sodass die Fabre deutlich länger hält. Allerdings sollte man wissen, dass bei einem Gebrauchsgegenstand selbst Acrylfarbe im Laufe der zeit abblättern kann.

Kann ich Kunststoff ohne Grundierung lackieren?

Möchte man Kunststoffe ohne eine vorherige Grundierung streichen, dann sollte man Wert auf einen guten Lack legen, denn sonst kann es passieren, dass die Farbe sehr schnell nach dem Streichen schon wieder abblättert. Sehr gut geeignet sind hier sogenannte Einschicht Spritzlacke. Diese speziellen Lacke haben jedoch auch ihren Preis, sodass es sich kaum lohnt auf die Grundierung zu verzichten, denn am Ende spart man nicht wirklich etwas – eventuell Zeit, aber das ist in den meisten Fällen nicht das ausschlaggebende Argument.

Sicherlich ist nicht immer ein Haftvermittler als Grundierung nötigt, insbesondere dann, wenn sowohl die Fabre wie auch die Grundierung die gleiche Farbe haben. Jedoch sollte man wissen, dass die Farbe später nicht richtig haftet und leichter abblättert.

Mit einem 2-in-1- Produkt kann man vielfach Kunststoffe auch ohne vorherige Grundierung streichen. Jedoch sollte man vorher die Oberfläche mit einem feinen Schleifpapier anschleifen.

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Welche Grundierung für Kunststoff?

Je nach Kunststoff muss eine spezielle Grundierung gewählt werden. Aus diesem Grund muss im Vorfeld möglichst genau bestimmt werden, um welche Art von Kunststoff es sich tatsächlich handelt. Einfach ist dies natürlich, wenn das entsprechende Kunststoff-Teil einen sogenannten Materialstempel trägt. Meist ist dies nicht der Fall und man muss ausprobieren, welcher Lack sich eignet.

Bei Unsicherheiten sollte man sich daher auch nicht scheuen in einem Baumarkt, um Rat zu fragen. Möchte man Plastikteile aus PP (Polypropylen) oder aus PE (Polyethylen) streichen, wird man schnell auf großen Widerstand stoßen, was die Grundierung angeht. Ähnlich schwer wird es auch bei verschiedenen PVC-Mischungen (Polyvinylchlorid) Schuld daran sind die enthaltenen Weichmacher. Hier muss man einen ganz speziellen Haftgrund und einen speziellen Lack wählen, damit man von Ergebnis überzeugt ist.

An Grundierungen haben sich die folgenden Produkte bewährt. Dupli-Color bei allen Kunststoffteilen, die später lackiert werden sollen. Die Grundierung ist sowohl für Innen wie auch Außen geeignet. Allerdings enthält sie Lösungsmittel, bietet aber eine gute Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse. Die Grundierung ist bereits nach 15 Minuten soweit getrocknet, dass sie überstrichen werden kann.

Bei RUCO Universalprimer handelt es sich um einen lufttrocknenden Einkomponenten Reaktionsprimer für den Innen- und Außenbereich. Er haftet sehr gut auf schwierigen Untergründen, wie zum Beispiel harte Kunststoffe und bietet eine hohe Hitzebeständigkeit. Diese Grundierung trocknet sehr schnell, sodass man zügig weiterarbeiten kann.

MIPA 1K Kunststoffprimer wird sehr gerne für alle Kunststoffteile in Fahrzeugen eingesetzt. Vorher müssen alle Flächen jedoch gründlich mit einem speziellen Kunststoffreiniger gesäubert werden.

Der Hesse Lignal Haftgrund TG 5250 ist ein farbloser Einkomponenten Spezial Haftprimer, der sowohl mit einer Lackierpistole wie auch mit einem Preval Sprayer (befüllbare Sprayflasche) aufgetragen werden kann.

Was ist Kunststoffprimer?

Eine andere Bezeichnung für den Kunststoff Primer ist der Kunststoff Haftvermittler. Durch den Kunststoff Primer oder den Kunststoff Haftvermittler wird die Haftung des nachfolgenden Farbauftrages auf Kunststoff deutlich verbessert.

Mit einem Kunststoff Primer kann man alle handelsüblichen Kunststoffe aus PP, EPDM, ABS, PC, PPO, PA, PVC, PUR, PBT, und UP-GF problemlos lackieren, sodass die nachfolgende Deckfarbe eine sehr gute Haftung bekommt und die Farbe nicht so leicht abblättert. Mit einem Kunststoff primer wird also die Haftung der nachfolgenden Farben auf dem Kunststoff erhöht, sodass man auch bei stärkerer Belastung länger Freude an dem lackierten Kunststoff hat.

Wie weiß ich beim Lackieren welchen Kunststoff ich habe?

Im Idealfall befindet sich auf dem Kunststoff ein sogenannter Materialstempel, der genau Auskunft gibt, um welche Art von Kunststoff es sich handelt. Ist dies nicht der Fall, dann kann man sich auch in einem Baumarkt beraten lassen.

Anhand der verschiedenen Recycling-Codes kann man vielfach auch erkennen, ob welche Art Kunststoff es handelt.

  • 1 – PET
  • 2 – PE-HD
  • 3 – PVC
  • 4 – PE-LD
  • 5 – PP
  • 6 – PS
  • 7 – O
  • ABS

In der Regel werden Kunststoffe in Duroplaste, Thermoplaste und Elastomere unterteilt. Die Duroplaste sind hart und plastisch nicht verformbar. Durch Erwärmen werden sie ebenfalls nicht weich, sondern gehen eher kaputt. Ein thermoplastischer Kunststoff wird beim Erwärmen weicher und lässt sich dann verformen. Bei Elastomeren handelt es sich um Kunststoffe, die sich nicht schmelzen lassen, dafür aber extrem dehnbar sind und auch bei Zimmertemperatur elastisch bleiben.

Ein harter und stabiler Kunststoff mit einer nicht zu glatten Oberfläche lässt sich meist sehr gut lackieren. Allerdings muss dieser vor dem Lackieren gut gereinigt, geschliffen und mit einer Grundierung versehen sein.

Kennt man also den Kunststoff genau, dann ist es relativ leicht die passende Grundierung und auch die passende Farbe zu kaufen. Nach Möglichkeit sollte man sich für einen Hersteller entscheiden, denn dessen Produkte sind aufeinander aufgebaut und es kann nicht zu Problemen bei der Verarbeitung kommen. Am besten nutzt man also Grundierung, Haftvermittler, Primer, Füller, Spachtel und Fabre von einem Hersteller. Seit einigen Jahren bieten viele Hersteller ihre Farben in der RAL Plastic an. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Farbsammlung extra für Kunststoffe.


Fazit: Anleitung um Kunststoff mit Spraydose lackieren?

Man muss dazu nicht eine spezielle Lackierpistole für Profis nutzen, sondern es geht auch mit einfachen handelsüblichen Lacksprays aus dem Handel. Folgende Punkte sollte man dabei jedoch beachten.

Ist der Kunststoff noch nicht grundiert, dann sollte er sorgfältig mit Wasserschleifpapier P 800 angeschliffen werden. Danach erfolgt eine gründliche Reinigung mit einem Silikonentferner. Dies ist nötig, da viele Kunststoff-Hersteller ein spezielles Lösungsmittel beim Gießen der Kunststoffteile verwenden, damit diese sich aus der Gießform lösen. Allerdings vertragen sich diese Lösungsmittel nicht mit Grundierung, Kitt und Lack, sodass sie vollständig entfernt werden müssen. Mit diesem Reinigungsvorgang kann man späteren Problemen gezielt vorbeugen.

Ist das Kunststoffteil geschliffen und gereinigt werden zwei Schichten des Kunststoff Primer aufgetragen. Diese müssen gut ab lüften. In den meisten Fällen beträgt die Trocknungszeit 20 Minuten. Danach kann der Füller und der Kitt sowie die Farbe aufgetragen werden.

Sobald der Grundfüller aufgetragen und gut getrocknet ist, kann man mit dem Schleifen beginnen. Meist dauert das Trocknen ca. 20 Minuten. Vor dem Sprühen mit dem Lack sollte man die Spraydose für mindestens 5 Minuten ausreichend kräftig schütteln, bis die innenliegende Kugel hörbar anschlägt. Dies garantiert, dass alle Komponenten in der Dose gut miteinander vermischt sind. Erst dann wird der Handgriff aufgesteckt und die erste dünne Lackschicht, die sogenannte Klebeschicht aufgetragen. Diese muss anschließend für ca. 3 Minuten ab lüften.

Danach kann man in dünnen Schichten den Lack auftragen, bis eine gleichmäßig deckende Farbschicht erreicht ist. Dabei ist es wichtig, dass jede Farbschicht ausreichend ab lüften und trocknen kann. Also immer zwischen den einzelnen Vorgängen die 3 Minuten Ablüftzeit einhalten. Laut Experten liegt der optimale Spritzabstand bei Spraydosen bei ca. 30 cm. Die ideale Temperatur, die im Raum oder in der Garage herrschen sollte, liegt bei 15 bis 20 Grad Celsius. Es sollte weder kälter noch deutlich wärmer sein. Wichtig beim Sprühen ist, dass man nicht zu viel Lack auf einmal aufsprüht, denn dies führt unweigerlich zur sogenannten Tränenbildung des ablaufenden Lacks.

Sobald die Farbe in ausreichend vielen Schichten aufgetragen ist und man mit der Farbe zufrieden ist, sollte man das Ganze mindestens 30 Minuten trocknen lassen, bevor man den Klarlack oder auch den Decklack aufträgt. Auch die Dose mit dem Klarlack sollte man vor Nutzung wieder für mindestens 5 Minuten kräftig schütteln, damit sich auch hier alle Komponenten gut vermischen. Der Klarlack wird dann in 3 bis 5 Schichten dünn aufgetragen. Auch hier gilt nach jeder Schicht ein Ab lüften von ca. 3 Minuten einplanen.

Klarlack als Schutzschicht ist zwingend nötig, denn er schützt die Farbpartikel vor Oxidation und lässt dadurch die Farbe sehr gut glänzen. Jedoch gibt es auch einige Lacke, bei denen man keinen extra Klarlack übersprühen muss. Dies muss aber zwingend auf der Dose angegeben sein.

Nachdem der Klarlack komplett getrocknet ist, überprüft man das Kunststoffteil. Sollten irgendwo kleine Kanten, Übergänge oder auch Tränen entstanden sein, dann ist dies kein Problem. Nach 2 bis 3 Tagen ist der Klarlack komplett durchgetrocknet, sodass man die Unebenheiten ganz einfach mit Wasserschleifpapier P 2000 vorsichtig überschleifen kann und anschließend nur noch auf Hochglanz polieren muss.

Werden diese Schritte ordnungsgemäß befolgt und hat man im Vorfeld genau geklärt, um welchen Kunststoff es sich handelt, sodass man auch die richtigen Farben und Grundierungen gekauft hat, kann man sich über ein tadelloses Ergebnis freuen. Dies hält meist auch bei größeren Beanspruchungen über einen gewissen Zeitraum an, sodass sich sowohl der Aufwand wie auch die Kosten gelohnt haben.

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