Carport Dach – Polycarbonat, Dachziegel oder Dachpappe

Ein Dach ist der wichtigste Bestandteil eines Carports. Denn ein solches soll der Carport dem darunter befindlichen Fahrzeug bieten, um selbiges vor Niederschlag und dem Wetter insgesamt zu schützen. Während ein Carport also nicht unbedingt eine oder mehrere Wände benötigt (durch die er sogar zu einer Garage werden könnte), darf das Dach eines Carports natürlich nicht fehlen. Je nach Art und Bauform des Carports kann das Dach ebenfalls ganz unterschiedlich beschaffen sein und verschiedene Bauformen aufweisen.

Was ist das Beste Dach für ein Carport?

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach dem besten Dach für ein Carport lässt sich nicht geben. Hier kommt es sehr auf die Bauform und die Größe des Carports, aber auch auf den Standort und die Bauweise an. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ein Carport einzudecken. Jede einzelne bietet Vorteile und Nachteile, die hier kurz aufgelistet werden sollen.

  • Dachziegel bzw. -Schindeln: Bei einem Carport mit Hochdach (Spitz- oder Walmdach) bietet es sich an, eine klassische Eindeckung zumindest in Erwägung zu ziehen. Dies gilt insbesondere bei Carports aus Holz, deren Bauform dem Haus oder der Garage nachempfunden wurde. Hier kann es eine schöne Optik ergeben, wenn die Eindeckung auf allen Gebäuden einheitlich ist. Der Nachteil ist ein, dass diese Eindeckung recht teuer und schwer ist, daher müssen Budget und Statik des Carports entsprechend belastbar sein.
  • Schiefer- oder Sandsteinplatten: In einigen Regionen des Landes sind diese Natursteine noch immer eine gebräuchliche Form der Eindeckung von Wohngebäuden, die sich natürlich über benachbarte Carports mit Spitz- oder Walmdach fortsetzen darf. Insbesondere dann, wenn sich das Grundstück in einer historischen Altstadt befindet. Leider sind diese natürlichen Dachplatten schwer zu bekommen und dann oft recht teuer. Auch auf das Eigengewicht der Platten muss unbedingt geachtet werden.
  • Dachpappe / Bitumen: Bei der Eindeckung von Haus und Garage sind Dachpappe oder Bitumenbahnen eher eine Unterkonstruktion. Bei Carports stellen sie manchmal die komplette Eindeckung dar. Allerdings muss beachtet werden, dass selbst besandete Bitumenschindeln oder Dachbahnen bei großer Hitze ihre Form verlieren und schmelzen können.
  • EPDM Dachfolie: In Sachen Witterungsbeständigkeit und Stabilität ist diese Folie mit Teichfolie zu vergleichen, sodass sie ein Carport aus Metall zuverlässig schützen kann. Allerdings kann sie manuell beschädigt werden, etwa durch herabfallende Gegenstände. Solche Beschädigungen können einen Austausch der gesamten Folie erfordern.
  • Gründach: Durch eine geeignete Unterkonstruktion lässt sich ein Carportdach auch begrünen – und kann dadurch sogar eine Art Dachterrasse beziehungsweise Dachgarten darstellen. Allerdings erfordert ein Gründach eine flache, stabile Unterkonstruktion aus korrosionsfreiem Metall.
  • Metallblech: Rostfreie Metallbleche sind absolut witterungsbeständig, manchmal mehr als die Unterkonstruktion des Carports. Allerdings können sich diese Bleche an Sommertagen extrem aufheizen. Um bei Regen kein penetrantes Trommelgeräusch zu erzeugen, müssen die Blechplatten zudem flächig unterfangen werden.
  • Kunststoff / Polycarbonat: Die meistgewählte Eindeckung für metallische Carports sind transparente, leichte, robuste und weitgehend kratzfeste (Doppelsteg-)Platten. Ihr besonderes Plus liegt in der guten Verarbeitbarkeit sowie dem günstigen Preis. Einige dieser Platten neigen allerdings zum Verkratzen.
  • Glas: Glas ist im direkten Vergleich zum Polycarbonat deutlich stabiler und hochwertiger, dafür aber auch weit schwerer. Ein weiteres Manko: Glasplatten für Carportdächer sind extrem teuer. Glas wird bei Carports fast nur für die Flachdächer von Metallcarports verwendet.

Welches Gefälle muss ein Dach beim Carport haben?

Auch ein sogenanntes Flachdach sollte immer ein geringes Gefälle von mindestens 2% aufweisen, damit aufkommender Niederschlag abfließen kann. Allerdings ist es bei einem sogenannten Flachdachcarport zumeist recht einfach, den Ablauf zu gewährleisten. Dafür wird entweder ein äußeres Fallrohr an der tieferen Seite der Dachfläche montiert, man kann hier aber auch ein Gulli integrieren. Welches System sich am besten eignet, ist immer vom Einzelfall abhängig.

Wichtig ist, dass ein Carportdach immer möglichst tragfähig ist, da es nicht nur Regen, sondern im Winter unter Umständen auch eine höhere Schneelast tragen muss. In schneereichen Gebieten empfiehlt es sich daher, Flachdachcarports immer möglichst stabil zu konstruieren, zum Beispiel mit einem tragenden Gerüst aus Aluminium- oder Stahlträgern. Alternativ bietet sich natürlich immer ein Carport mit Sattel- oder Walmdach an. Diese Dachformen machen einen Carport zwar recht teuer, dafür können Regen und Schnee viel einfacher abfließen. Darüber hinaus neigen Sattel- und Walmdächer durch ihr Gefälle kaum zum Verschmutzen.

Kann ich auf ein Carport eine Dachterrasse bauen?

Prinzipiell ist es natürlich möglich, das Dach eines Carports als Dachterrasse zu nutzen. Sofern die Statik es zulässt, kann ein Carportdach also relativ einfach zu einem Ersatz für einen Balkon werden.

Allerdings sind dafür baurechtliche Fragen zu klären: Carports werden prinzipiell sehr unbürokratisch genehmigt, sofern sie die richtigen baulichen Eigenschaften aufweisen. Genau hier gibt es aber eine Schwierigkeit, denn die Nutzung eines Carportdaches als Dachterrasse fällt ausdrücklich nicht darunter. Dies bedeutet zwar nicht, dass eine solche Dachterrasse prinzipiell abgelehnt werden muss. Das Genehmigungsverfahren kann sich aber recht kompliziert darstellen.

Eine Dachterrasse sollte in diesem Zusammenhang allerdings nicht mit einer Dachbegrünung verwechselt werden.

Was ist bei der Dachbegrünung beim Carport zu beachten?

Bei einem Gründach für einen Carport handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Dachterrasse. Zwar kann auch eine solche begrünt sein, also eine Rasenfläche oder auch andere Pflanzen besitzen. Unter einem Gründach für ein Carport versteht man allerdings immer eine Fläche, die in der Regel nicht betreten wird.

Trotzdem dürfen dort Gras und allerlei andere Pflanzen wachsen. Diese sorgen innerhalb des Carports für angenehmere Temperaturen (also für Kühle im Sommer und weniger Kälte im Winter) und bieten zudem vielen nützlichen Insekten ein tolles Zuhause. Außerdem ist das Gründach eines Carports immer ein toller Blickfang, den man bereits aus der Ferne bewundern kann. Fast alle Gründächer von Carports sind pflegeleichter, als man es vielleicht denkt. Denn zumeist müssen diese nur ein einziges Mal begrünt werden, später sähen sich die Grün- und Blühpflanzen dann ganz von selber aus.

Lediglich Bäume, die auf dem Carportdach wachsen wollen, sollten aus statischen Gründen ab einer gewissen Größe beseitigt werden. Generell sollte bei einer Dachbegrünung von einem zusätzlichen Flächengewicht von mindestens 300 Kilogramm pro Quadratmeter kalkuliert werden.

Übrigens ist es auch bei einem Gründach wichtig, ein gewisses Gefälle einzuplanen. Denn auch aus einem Gründach muss das Wasser entweichen können, damit es sich in Regenperioden nicht wie ein Schwamm vollsaugen kann. Nach starkem Schneefall kann es bei einem Gründach erforderlich werden, selbiges aufgrund des Gewichtes vom Schnee zu befreien.

Welches Dach aus PVC ist für ein Carport geeignet?

Die beliebteste Art der Eindeckung bei einem Carport sind Platten aus PVC. Dieses Material weist zahlreiche Pluspunkte auf, die es gegenüber fast aller anderen Carportdächer interessant erscheinen lassen.

  • Preis: PVC Platten für Carportdächer sind fast unschlagbar günstig und in jedem Baumarkt zu bekommen. Oft kann man sie dort sogar direkt mitnehmen, was bei den meisten anderen Dachelementen nicht der Fall ist.
  • Gewicht: PVC Platten sind sehr leicht, dabei aber stabiler als manch anderes Eindeckungsmaterial.
  • Beschaffenheit: In der Regel handelt es sich bei PVC Platten für ein Carportdach um transparente Doppelstegplatten, die robust und hagelbeständig sind. Die meisten Händler bieten bei solchen Platten zudem eine gewisse Auswahl in unterschiedlichen Stärken und Ausfertigungen.

Neben den erwähnten, transparenten Doppelstegplatten gibt es auch PVC-Wellplatten und PVC Platten aus nicht transparentem Kunststoff. Auch diese eignen sich prinzipiell für ein Carportdach, werden aufgrund der Materialeigenschaften aber seltener genutzt. Ähnlich verhält es sich mit PVC-Planen. Solche werden gerne als Carportdach genutzt, wenn der Carport nur temporär aufgebaut wird (zum Beispiel im Rahmen einer Veranstaltung). Für den Dauerbetrieb eignen sie sich aber nur unzureichend.

Wie baue ich ein Dach aus Trapezblech auf das Carport?

Trapezblech ist eine gleichermaßen preisgünstige wie leichte Art, einen Carport einzudecken. Anders als typische Wellblechplatten weisen Trapezbleche sogenannte Sicken und Stege auf, also breite, flache Streifen, die jeweils von einem schmalen, aufrecht stehenden Steg unterbrochen werden. Diese Form des Bleches sorgt dafür, dass selbiges extrem stabil ist, ohne dabei besonders schwer zu sein. Außerdem handelt es sich um ein recht preisgünstiges Material, das man teilweise sogar im Baumarkt finden kann.

Da Trapezbleche in den allermeisten Fällen aus rostfreiem Metall bestehen, können sie entweder geschweißt, gelötet oder verschraubt werden. Die letztgenannte Variante bietet sich für den geschickten Heimwerker am ehesten an, da nur äußerst wenig Werkzeug für die Konstruktion erforderlich ist. Außerdem ist das Handling insgesamt recht einfach, sofern man darauf achtet, dass die Verschraubungen wasserundurchlässig versiegelt sind.

Wichtig ist zudem, dass die Trapezbleche an möglichst vielen Stellen unterfangen werden, um trommelnde Geräusche bei starken Regenfällen zu verhindern. Aus statischen wie optischen Gründen müssen Trapezbleche immer dicht an dicht gelegt werden. Die Ausrichtung der Sicken und Stege verläuft dabei in Richtung der Steigung beziehungsweise des Gefälles. So kann das Wasser leicht über das neue Carportdach abfließen.

Fazit: Welches Dach für das Carport wählen?

Das beste Dach für ein Carport ist nicht nur das, das optisch am besten zum Carport selbst passt. Vor allem sollte es natürlich preislich erschwinglich, dabei aber leicht, robust und dauerhaft haltbar sein. Fast immer erfordert diese Auswahl einen Kompromiss in die eine oder andere Richtung. Zu Lasten der Sicherheit darf ein solcher Kompromiss aber niemals ausfallen – und dies gilt es bereits in der Planungsphase des Carports zu bedenken.

Fragen nach der Tragfähigkeit und der Stabilität des Carports sind einerseits aufgrund der späteren Verwendung (z.B. Gründach, Solardach, Lagerraum unterhalb der Dachfläche) zu treffen. Darüber hinaus muss aber auch geklärt sein, ob der Carport zum Beispiel in wind- oder schneereichen Gebieten aufgebaut werden soll. In Gegenden, in denen es häufig stürmt, kann ein Carport aus Stahl oder Aluminium mit einem robusten Flachdach die beste Lösung sein, da er extrem stabil ist und dem Wind nur wenig Angriffsfläche bietet.

Anders sieht es dort aus, wo im Winter häufiger starke Schneefälle erwartet werden. Denn eine hohe Schneelast beeinträchtigt die Statik eines Carports unter Umständen so stark, dass dieser einsturzgefährdet ist. Daher kann es sich in solchen Gegenden anbieten, sich für den Bau eines Carports mit Walm- oder Satteldach zu entscheiden. Auf diesen Dächern kann der Schnee kaum liegenbleiben und stellt damit auch keine Gefahr für die Statik des Carports dar. In einigen Städten gibt es hinsichtlich der Bau-,  und damit auch der Dachform eines Carports aus solchen Gründen genaue Vorschriften.

Wenn keine besonderen Aspekte (wie die hier genannten) zu beachten sind, ist die Eindeckung eines Carports mit Trapezblech oder PVC Doppelsteg-Platten meistens eine so preisgünstige wie vernünftige Entscheidung. Diese Platten sind preisgünstig, leicht zu handhaben und im Fall des Falles auch recht einfach zu reparieren oder auszutauschen.

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