Lichtschachtabdeckung begehbar – Nach Maß selber bauen oder kaufen?

Begehbare Lichtschachtabdeckung, was ist zu beachten?

Schellenberg 50364 Lichtschachtabdeckung

9.2

GESAMTBEWERTUNG

9.2/10

Positiv

  • Lichtschachtabdeckung mit Alu-Rahmen
  • Rahmen und Abdeckung aus hochwertigem Aluminium
  • licht- und luftdurchlässig
  • trittfest
  • witterungsbeständig

Lichtschächte sorgen dafür, dass es in Kellerräumen nicht stockdunkel ist. Moderne Lichtschächte sind dafür als fertige Bauelemente, etwa aus glasfaserverstärktem Kunststoff, in hellen Farben ausgeführt, die das von oben einfallende Licht verstärken. Den ebenerdigen Abschluss an der Außenseite des Gebäudes bildet hierbei die Lichtschachtabdeckung.


Dass der Lichtschacht nach oben hin in der Regel nicht höher als das umliegende Bodenniveau ausgeführt wird, hat seinen Grund. Würde der Lichtschacht etwa zusätzlich hoch gemauert, würde das den Lichteinfall erheblich reduzieren. Je geringer die Distanz zwischen dem Kellerfenster und der Oberkante des Lichtschachtes, desto mehr Licht kommt in die untersten Räume eines Hauses.

Dieser so erreichte Lichteinfall muss aber durch eine begehbare Lichtschachtabdeckung gesichert werden, es sei denn, der außen liegende Lichtschacht ist für Personen nicht zugänglich. Das aber ist in der Praxis eher selten der Fall. Ob sich der Lichtschacht am Gebäude eines Unternehmens oder an einem Privathaus befindet, ist dabei nebensächlich. Private Hauseigentümer wie auch Unternehmer stehen in der Verantwortung, potenzielle Gefahrenquellen auszuschließen oder unverzüglich zu beheben.

So wie im Winter die Räumung des Gehweges zu den Pflichten des Hauseigentümers gehört, obwohl der Gehweg öffentlicher Grund ist, so müssen ebenso alle technischen Einrichtungen des Gebäudes gegen Unfälle gesichert sein. Eine begehbare Lichtschachtabdeckung ist eine sichere bautechnische Einrichtung.

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Eine begehbare Lichtschachtabdeckung, wo finde ich die?

Hinter dem Begriff der begehbaren Lichtschachtabdeckung steckt weit mehr, als es die zwei Worte vermuten ließen. Es ist ein recht komplexes Regelwerk, das vor der Fertigung einer begehbaren Lichtschachtabdeckung zu beachten ist.

Das ist auch gut so, denn sonst könnte jeder Hersteller den Begriff „begehbar“ nach eigenem Gutdünken auslegen, etwa indem die Lichtschachtabdeckung nur für Kinder mit einem Höchstgewicht von 30 kg begehbar wäre. Es sind mehrere wichtige Normen, auf denen die Fertigung einer begehbaren Lichtschachtabdeckung beruhen. Welche dieser Normen zur Anwendung kommen, ist abhängig davon, in welchem Material die begehbare Lichtschachtabdeckung ausgeführt wird. Anwendbare Normen sind:

  • RAL-GZ 638
  • DIN EN ISO 14122-2
  • DIN EN 1051
  • DIN EN 1991-1-1 Eurocode


Die häufigste Form der begehbaren Lichtschachtabdeckung ist die eines Gitterrostes aus Stahl oder Edelstahl. Dessen Fertigung beruht auf den Vorgaben aus der RAL-GZ 638 sowie der DIN EN ISO 14122-2. Eine begehbare Lichtschachtabdeckung kann aber auch aus Glas oder Betonglas gefertigt sein. Hier sind es die Normen DIN 18008-5, DIN EN 1051 sowie DIN EN 1991-1-1 Eurocode 1, die zur Anwendung kommen.

Bei der Suche nach einer begehbaren Lichtschachtabdeckung können diese Normen helfen, eine wirklich sichere Lichtschachtabdeckung zu finden. Auch wenn in Europa das Produkthaftungsgesetz angewendet wird und der Händler oder Hersteller im Schadensfall Regresspflichtig ist, sollte ein Unfall mit einer begehbaren Lichtschachtabdeckung durch die richtige Wahl im Voraus ausgeschlossen sein.

Wie muss eine begehbare Lichtschachtabdeckung ausgeführt sein?

Der wichtigste Punkt bei einer begehbaren Lichtschachtabdeckung ist der der sogenannten lotrechten Nutzlast durch planmäßigen Personenverkehr. Etwa, wenn Menschen darüber spazieren oder auch mal darauf stehen bleiben. In der Norm wird dafür eine Belastungsfähigkeit von 5 kN/qm verlangt. In Kilogramm umgerechnet bedeutet dies, dass eine begehbare Lichtschachtabdeckung mit der Größe von einem Quadratmeter mindestens 509,86 Kilogramm aushalten muss.

In der Praxis bedeutet dies, dass es schon ein etwa 240 kg schwerer Mensch sein muss, der die begehbare Lichtschachtabdeckung an die Grenze der Nutzlast bringen würde, aber selbst zwei Personen dieses Kalibers würden die begehbare Lichtschachtabdeckung nicht beeinträchtigen, denn maximale Nutzlast bedeutet nicht maximale Höchstlast, die ungefähr das Doppelte beträgt.

Realisiert wird diese hohe Nutzlast durch entsprechende Materialien. So muss eine begehbare Lichtschachtabdeckung in Form eines Gitterrostes aus 4 mm dickem Flachstahl gefertigt sein, dessen Längsstäbe mindestens 30 mm und die Querstäbe mindestens 10 mm hoch sind. Die Maschenweite des Rostes hängt vom Einsatzort ab.

Im öffentlichen Verkehrsraum, etwa eine Lichtschachtabdeckung in einem Gehweg, darf die Maschenweite maximal 10 mm betragen, sonst sind bis zu 34 x 50 mm oder 33 x 55 mm zulässig. Eine begehbare Lichtschachtabdeckung aus Glas muss aus dreifachem Verbundsicherheitsglas bestehen oder aus Betonglas. Begehbare Lichtschachtabdeckungen aus Acrylglas dürfen nur im Verbund mit Materialien verbaut werden, die in Kombination die zulässige Mindesttragkraft von 5 kN/qm erreichen.

Lichtschachtabdeckung begehbar nach Mass
Lichtschachtabdeckung begehbar nach Mass

Fazit: Warum eine begehbare Lichtschachtabdeckung?

Wieso eine Lichtschachtabdeckung begehbar sein soll?

Eine Lichtschachtabdeckung befindet sich fast immer auf Bodenniveau, sie wird so als Bestandteil der begehbaren Umgebung wahrgenommen oder eben nicht wahrgenommen. Damit es nicht dadurch zu Unfällen kommt, dass eine Person durch die Lichtschachtabdeckung einbricht, sollte diese grundsätzlich als begehbar ausgeführt sein.

Das ist nicht nur eine Frage der Verantwortung, sondern auch der Haus-Schadenshaftpflichtversicherung. Der Versicherer kann im Schadensfall die Leistung verweigern oder Zahlungen vom Versicherten zurückfordern.

Muss eine begehbare Lichtschachtabdeckung luftdurchlässig sein?

Kellerräume besitzen in der Regel einen nur eingeschränkten Luftaustausch, wodurch die Luftfeuchtigkeit gerade in Kellerwohnungen höher ist als in Wohnungen über Bodenniveau. Es empfiehlt sich, die begehbare Lichtschachtabdeckung mit einer Lüftung zu versehen. Dies auch in Hinsicht auf die Norm DIN 1946-6 sowie der EnEV, in denen die Lüftungsanforderungen sowohl für Wohn- wie auch Nutzraum festgelegt sind.

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