Schallschutzfenster – Das gibt es zu wissen!

Schallschutzfenster – Das gibt es zu wissen!
Schallschutzfenster – Das gibt es zu wissen!
Fenster müssen heute vielen verschiedenen Aufgaben gerecht werden. Neben der energieeffizienten Dämmung der Gebäudehülle müssen Fenster vor ungewünschten Blicken schützen und Einbrecher draußen halten. Aber auch  Straßenlärm oder eine hohe Geräuschkulisse soll von den Fenstern abgehalten werden in den Innenraum zu dringen.

Vor allem in der Stadt  oder an stark befahrenen Straßen und Bahntrassen ist der Schallschutz eine wichtige Eigenschaft des Fensters. Denn zu viel dauerhafter Lärm macht krank. Schlafstörungen, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten, genauso wie Stress und Herz- Kreislauf Probleme können Folgen einer dauerhaften Lärmbelästigung sein. Ausreichender Schallschutz in den eigenen Vier Wänden ist daher wichtig für die Gesundheit.

Lesen Sie im Folgenden, wie der Schallschutz eines Fensters funktioniert, was es mit den verschiedenen Schallschutzklassen auf sich hat und was Sie beim Kauf eines Fensters mit Schallschutz beachten sollten.

So funktioniert der Schallschutz eines Fensters:

Ausschlaggebend für die Stärke des Schallschutzes eines Fensters ist der Aufbau der Scheiben. Bei einem Schallschutzfenster besteht die Verglasung aus mehreren Scheiben mit unterschiedlicher Scheibendicke. Auch der Abstand zwischen den einzelnen Scheiben trägt zum Schallschutz bei.

Trifft ein Geräusch in Form einer Schallwelle auf die Scheibe, wird diese in Schwingung versetzt. Bei gleichem Abstand und Dicke der nächsten Scheibe, wird die Schwingung an die nächste Scheibe weitergegeben und der Schall kaum merklich gemindert. Durch die unterschiedlich dicken Scheibenzwischenraum der Scheibe wird Sie nicht so schnell in Schwingung versetzt. Zudem ist Sie asymmetrisch aufgebaut und kann die darauffolgende Scheibe schwerer in Schwingung versetzten. Die Schallwellen brechen sich und der Geräuschpegel wird deutlich vermindert.

Bei einem Schallschutzfenster befindet sich meist die dickste Scheibe auf der Außenseite des Fensters. Um höhere Schallschutzwerte zu erreichen ist Sie meist dicker. Weshalb Sie auch oft aus einer Verbundglasscheibe besteht. Hier ist zwischen zwei Scheiben noch eine Schallschutzfolie verklebt. Weshalb der Schall zusätzlich mindern wird. Durch das Aneinanderfügen von zwei dünnen und leicht schwingenden Fensterscheiben brechen sich die Schallwellen. Durch eine elastische Folie als Verbundstoff werden die Schallwellen besser gebrochen. Dadurch schwingt die nächste Scheibe nicht so stark auf.

Neben der Anordnung der Scheiben, tragen auch eine Gasfüllung mit einem Edelgasgemisch im Scheibenzwischenraum und ein gut isolierter Rahmen zu einem besseren Schallschutz bei. Beim Fensterrahmen ist auf eine ausreichende Abdichtung zu achten um Lärm abzuhalten.

Schallschutzklassen

Schallschutzfenster werden nach der VDI 2719 und der DIN 4109  in sechs verschiedene Schallschutzklassen eingeteilt. Sie sagen aus um wie viel Dezibel sich der Straßenlärm durch die Fenster verringert. Je höher die Schallklasse ist, desto besser ist die Schalldämmung des Fensters und desto weniger Dezibel gelangen in den Innenraum.

Welche Schallschutzklasse richtig bestimmen

Mit einer Dezibel – Messung wird die benötigte Schallschutzklasse bestimmt. Um die Schallschutzklasse im Vorhinein aber näher zu bestimmen, ist der Abstand zur Straße, sowie die vorbeifahrende Zahl an Fahrzeugen zu messen. Je nach Anzahl der vorbeifahrenden Autos  ist die Schallschutzklasse zu wählen. Aus diesem Grund wird die Anzahl der Fahrzeuge innerhalb einer Stunde gemessen. Auf Grund der Anzahl wird die Schallschutzklasse näher eingekreist.

Machen Sie doch den Selbsttest:

Messen Sie den Abstand ihrer Wohnung zur Straße. Danach zählen Sie in einer stark befahrenen Zeit  die vorbeifahrenden Fahrzeuge 10 Minuten lang. Wenn Sie diese Anzahl mit sechs multiplizi

Schallschutzfenster Ratgeber
Schallschutzfenster Ratgeber

eren haben Sie einen ungefähren Anhaltspunkt. Es ergibt wie viele Fahrzeuge in der Stunde auf der Straße fahren. Mit diesen Werten können Sie in der Übersicht der verschiedenen Schallschutzklassen für Fenster die passende Klasse heraussuchen.

Fenster der Schallschutzklasse 1 minimieren die Lautstäre des Lärms um 25-29 dB. Dagegen Schallschutzfenster der Klasse 6 reduzieren den Lärm um über 50 dB.  Zum Vergleich: Der Lärm einer stark befahrenen Straße kann bis zu 80 dB betragen. Dagegen wird eine ländliche Ruhe mit 20 dB gemessen. Mit Fenstern der Schallschutzklasse 6 ist es möglich den Lärm auf ein angenehmes Maß zu reduziert.

Zu Bedenken ist hier allerdings auch, dass der Schallschutz für die Zeit, in der die Straße nicht oder kaum befahren wird nicht zu hoch ist.  Bei zu hoher Schallschutzklasse ist ein Isolationsgefühl möglich. In den eigenen Vier Wänden werden da jegliche Geräusche von außerhalb gedämmt. Somit werden alltägliche Geräusche der eigenen Wohnung stärker wahrgenommen. Möglicherweise werden Nachbarn verstärkt wahrgenommen. Um dies vorzubeugen sollte bei einem Bedarf einer hohen Schallschutzklasse ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Das kosten Schallschutzfenster

Ein besserer Schallschutz spiegelt sich auch im Preis der Fenster wieder. Bei Fenstern der Schallschutzklasse 3 ist mit einem Aufpreis von ca. 40-50€ pro Quadratmeter Fensterfläche zu rechnen. Möglicherweise ist der Aufpreis bei Schallschutzklasse 5 bis 150-200 € pro Quadratmeter. Einen genauen Preis für Ihre Fenster bekommen Sie im Angebot eines Fensterfachmanns.

Das sollte bei Kauf und Einbau von Schallschutzfenstern auch noch beachtet werden:

Bei Schallschutzfenstern sollte der Fokus nicht nur auf die Fensterscheiben gelegt werden – auch der Fensterrahmen, sowie eventuell vorhandene Rollladenkästen können den Schallschutz einschränken. Moderne Fensterrahmen besitzen mehrere Dichtungsebenen, welche ein Durchdringen des Lärms mindern. Aber auch die Rollladenkästen sollten beim Fenstertausch beachtet werden.

Sind diese nicht ausreichend gedämmt, kann hier Lärm in den Innenraum dringen und den Schallschutz des Fensters verringern. Genauso verhält es sich mit der Montage des Fensters. Nur durch den luftdichten Abschluss des Fensters kann der Schall bei geschlossenen Fenstern gebrochen werden und der Lärm nicht in den Wohnraum eindringen. Daher ist ein fachgerechter Einbau der neuen Schallschutzfenster maßgeblich.

Geräusche können angenehm sein. Schließlich dienen Geräusche um Gefahren anzuzeigen. Richtigerweise dienen Sie auch der Kommunikation. Nehmen sie jedoch überhand, kann man sie als Lärm bezeichnen. Und Lärm kann krank machen. Durch gute Schallschutzfenster kann man dafür sorgen, dass es wenigstens in der eigenen Wohnung angenehm ruhig ist.

Was sind Schallschutzfenster?

Lärm kann sogar krank machen, wenn die betroffenen Menschen ihn gar nicht als störend empfinden. Vor allem die Dauer, die Intensität und die Art des Lärms entscheiden darüber, wie dieser auf die Menschen wirkt.

Gerade die eigene Wohnung sollte ein ruhiger Rückzugsort sein, an dem man von der meist lauten Umgebung entspannen kann. Fahrzeuge, Schienenverkehr, Industrielärm oder Baustellengeräusche sollten also möglichst ferngehalten werden. Natürlich auch dann, wenn sie in der direkten Nachbarschaft der eigenen Wohnung entstehen.

Im Jahr 2018 hat das Umweltbundesamt (UBA) eine Umfrage zum Thema Lärm durchgeführt. Demnach fühlen sich 75% aller Befragten durch Straßenlärm in ihrem Wohnumfeld gestört. Über Störungen durch Flugverkehr klagten 42%, beim Schienenverkehr betrug der Wert noch 35%. Und auch die Geräusche der Nachbarn werden als Lärm empfunden: 60% der Befragten gaben diese als störend an.

Bei der Lärmdämmung sind die Fenster die größte Schwachstelle. Ein altes Fenster hat laut Umweltbundesamt eine Schalldämmung von etwa 25 Dezibel. Dies ist ein Wert, der tausendmal geringer ist als bei einer guten Außenwand. Die Dämmung durch Schallschutzfenster kann bis zu 50 Dezibel abhalten. Dies klingt nicht nach einem wesentlich besseren Wert. Doch schon eine Reduzierung des Lärms um 10 Dezibel wird akustisch als eine Halbierung wahrgenommen.

Was bringen Schallschutzfenster wirklich?

Maßgeblich in Bezug auf die Wirkungsklasse von Schallschutzfenstern ist das Schalldämmmaß. Dieses gibt an, wie gut der Schall abgehalten wird. Gemessen wird das Schalldämmmaß der Einfachheit halber auch in Dezibel. Anhand des Schalldämmmaßes kann man also erkennen, welches Schallschutzfenster für den jeweiligen Raum benötigt wird. Der Verein der Ingenieure (VDI) empfiehlt für Schlafzimmer einen Wert von 25 bis 35 Dezibel. Solange bei Wohnräumen ein Wert zwischen 30 und 40 Dezibel liegt, ist das in Ordnung.

Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte, welche Schallschutzklasse bei welcher Lärmbelastung optimal ist.

Lärmpegel außen Entspricht … vorbeifahrenden Fahrzeugen pro Stunde (ca.) empfohlene

Schallschutzklasse

Schalldämmmaß
Unter 55 Dezibel 10 – 40 I 30 Dezibel
56 bis 60 Dezibel 20 – 60 II 30 Dezibel
61 bis 65 Dezibel 60 – 200 III 35 Dezibel
66 bis 70 Dezibel 1.000 – 3.000 IV 40 Dezibel
71 bis 75 Dezibel 2.000 – 4.000 V 45 Dezibel
76 bis 80 Dezibel 4.000 – 6.000 VI 50 Dezibel

Es handelt sich hierbei um ungefähre Werte, davon ausgehend, dass eine Straße in etwa 40 – 60 Metern Entfernung zum Schlafzimmer vorbeiführt. Je nach baulicher Situation und unter Einbeziehung anderer Faktoren können diese Werte abweichen.

Sie verdeutlicht allerdings, wie sich die Lärmbelastung durch eine zunehmende Anzahl an stündlich vorbeifahrenden Fahrzeugen potenziert. An einem Feldweg sind Schallschutzfenster in der Regel nicht notwendig, an der Autobahn hingegen sind sie unverzichtbar.

Was bringt eine Schallschutzverglasung?

Eine Schallschutzverglasung ist immer nur so gut wie ihre Umgebung. Die beste Schallschutzverglasung in Fensterrahmen, die keinerlei Schallisolierung besitzen, wäre also vollkommen sinnlos. Auch die Türen und die Wände müssen eine ausreichende Schallisolierung bieten.

Wer in einer besonders lauten Umgebung lebt ist zum Teil Förderberechtigt. Somit steht beim Austausch der Fenster sogar auf einen staatlichen Zuschuss im Raum. Denn der Staat hat in Bezug auf die Lärmbelastung zulässige Höchstgrenzen festgelegt.

Dort, wo Schallschutzfenster nachweislich unabdingbar sind, werden diese also bezuschusst. Die Höhe dieses Zuschusses ist abhängig vom Bundesland beziehungsweise der zuständigen Kommune. Auch die erforderliche Schallschutzklasse spielt in Bezug auf die Berechnung eine Rolle.

Ab der Schallschutzklasse IV kann die Höhe des Zuschusses bis zu 75% der Gesamtkosten betragen.

 Fazit: Schallschutzfenster im Test

Selbstverständlich ist der Schallschutz immer nur eine von zwei hauptsächlichen Anforderungen. Auch die Wärmeisolierung spielt eine wesentliche Rolle. Daher ist es wichtig bei Fenstern in beiden Hinsichten up to Date zu sein.

In der Regel werden doppelt verglaste Isolierfenster nicht explizit als Schallschutzfenster angeboten. Bei dreifach verglasten Fenstern hingegen können die unterschiedlichen physikalischen Anforderungen an den Schall- und den Wärmeschutz erfüllt werden.

Fachfirmen haben spezielle Geräte, um den Bedarf vor Ort zu klären. Dieser kann unter Umständen von Raum zu Raum variieren. An der Wetterseite etwa kann ein besonderer Wärmeschutz vonnöten sein. Die Fassade, die der Straße zugewandt ist, benötigt hingegen häufig einen besseren Schallschutz.

Anforderungen für den Schallschutz:

  • Spezielle Verbundglasscheibe
  • Glasscheibe mit hohem Flächengewicht
  • Mehrere Glasscheiben in unterschiedlichen Stärken
  • Vergleichsweise großer Zwischenraum zwischen den Scheiben
  • Scheiben sind asymmetrisch aufgebaut
  • Die Zwischenräume sind mit Gas aufgefüllt
  • Speziell gedämmte Rahmenkonstruktion
  • Drei hochwertige Dichtungsebenen

Anforderungen an den Wärmeschutz:

  • Spezielle Wärmedämmbeschichtung
  • Abstandhalter zwischen den Glasscheiben mit thermischer Verbesserung
  • Hohe Steifigkeit des Glases
  • Die Zwischenräume sind mit Gas aufgefüllt
  • Hochwertiges, wärmegedämmtes Rahmenmaterial
  • Drei hochwertige Dichtungsebenen
Art der Verglasung Vorteile Nachteile
Einfache Verglasung Sehr billig Kein Schallschutz

Kein Wärmeschutz

Doppelt verglaste Isolierfenster Preisgünstig

Gute Wärmedämmung

Staatliche Fördermöglichkeiten für den Wärmeschutz

Mittelmäßige Schallisolierung
Dreifach verglaste Isolierfenster Hervorragende Wärmedämmung

Schallisolierung bis Schutzklasse V möglich

Staatliche Fördermöglichkeiten für Wärme- und Schallschutz

Teuer in der Anschaffung

Einbau muss durch Fachfirma erfolgen

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