Wie Fett im Abflussrohr auflösen?
Wie kann Fett das Abflussrohr verstopfen?
Fette fallen in Küche, Bad und Hauswirtschaftsraum täglich an – oft unbemerkt, aber mit großen Folgen für das Abflusssystem. Viele Speisefette härten schon bei Raumtemperatur aus und können dadurch im Abfluss oder sogar in der Kanalisation massive Ablagerungen bilden. Ein bekanntes Beispiel ist der tonnenschwere Fettberg aus der Londoner Kanalisation, der nur mit großem Aufwand entfernt werden konnte. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist der richtige Umgang mit Fett entscheidend.

Das Wichtigste in Kürze
- Fette härten bereits bei Raumtemperatur aus und können Abflüsse sowie die Kanalisation massiv verstopfen.
- Säuren lösen Kalk, aber keine Fettablagerungen – dafür eignen sich fettlösende Spülmittel oder Spülmaschinentabs.
- Die wichtigste Maßnahme ist Prävention: Fett nie in den Abfluss geben, sondern im Hausmüll entsorgen.
- Mechanische Hilfsmittel wie Pümpel und Rohrspirale sind oft wirksamer und rohrschonender als chemische Reiniger.
- Fettablagerungen verursachen hohe kommunale Reinigungskosten und üble Gerüche im Haushalt.
Wie löse ich Fett im Abflussrohr?
Fett im Abflussrohr lässt sich am besten mit heißem Wasser und fettlösendem Spülmittel oder einem Spülmaschinentab lösen. Bei hartnäckigen Ablagerungen unterstützt eine Reinigungsspirale die mechanische Entfernung.
Fett als unterschätztes Abflussproblem im Haushalt
In Küche, Bad und Hauswirtschaftsraum kommen nicht nur wässrige, sondern auch fettige Flüssigkeiten in den Abfluss. Viele dieser Fette werden beim Abkühlen fest, was zu erheblichen Problemen führen kann. Das Aushärten geschieht oft unbemerkt im Abflussrohr oder in der Kanalisation. Besonders eindrücklich zeigte das der riesige Fettklumpen in der Londoner Kanalisation, der für Schlagzeilen sorgte.
Er musste mühsam abgetragen werden, damit die Abwässer wieder ungehindert fließen konnten. Wasserversorger warnen daher regelmäßig davor, Fett über den Abfluss zu entsorgen. Vor allem nach dem Frittieren fallen große Fettmengen an, die niemals in die Spüle gehören. Wer dies nicht beachtet, riskiert langfristige Schäden und teure Reinigungsarbeiten.
Wie sich Fettablagerungen im Abflussrohr lösen lassen
Fett im Abfluss verhält sich völlig anders als Kalk oder organische Reste. Säuren wie Zitronen-, Kohlen- oder Phosphorsäure können zwar Kalk lösen, doch gegen Fette sind sie wirkungslos. Hier helfen nur Wirkstoffe, die auch beim Spülen Fette zuverlässig zersetzen. Spülmittel oder ein Spülmaschinentab können tatsächlich erste Erfolge bringen.
Dazu wird das Mittel in den Abfluss gegeben und anschließend mit heißem Wasser gespült. Die Wirkung beschränkt sich jedoch auf kleine Oberflächen, weshalb Geduld notwendig ist. Je nachdem kann eine Reinigungsspirale zusätzlich sinnvoll sein. Durch ihr Drehen erreicht sie tiefer sitzende Fettpfropfen und lockert oder durchstößt diese mechanisch. Gerade bei dicken Ablagerungen ist dies oft die wirksamste Methode.
Die richtige Abflussreinigung in der Küche
In der Küchenspüle verhindert ein Sieb, dass grobe Speisereste in den Abfluss gelangen. Fette werden dadurch jedoch nicht aufgehalten. Deshalb sollten Bratfette und Öle grundsätzlich aufgefangen und im Hausmüll entsorgt werden. Ein altes Schraubdeckelglas eignet sich dafür ideal. Das abfließende Spülwasser sorgt zwar für eine gewisse Selbstreinigung, doch Kalk und organische Verschmutzungen können sich dennoch festsetzen.
Diese lassen sich mit Zitronensäure, Essig und Natron oder sogar Cola lösen. Wichtig ist, grobe Fettmengen gar nicht erst in den Abfluss gelangen zu lassen. Dadurch reduziert sich das Risiko für hartnäckige Verstopfungen erheblich. Ergänzend empfiehlt sich eine regelmäßige Spülung mit viel heißem Wasser, um leichte Ablagerungen von Beginn an zu verhindern.
Einsatz von Rohrreinigern in der Küche – sinnvoll oder gefährlich?
Rohrreiniger sollten mit Vorsicht verwendet werden, denn sie enthalten stark ätzende und umweltschädliche Chemikalien. In einigen Fällen können sie helfen, doch nur, wenn der Hersteller sie ausdrücklich für Küchenabflüsse freigibt. Viele Produkte sind so aggressiv, dass sie die Leitungen beschädigen oder sogar zerstören können. Deshalb sollte man chemische Reiniger nur dann einsetzen, wenn mildere Methoden versagt haben.
Als erste Wahl gelten sie nicht, da sie zwar Fett lösen können, aber die Rohrmaterialien angreifen. Zudem gelangen sie in die Umwelt, was zusätzliche Belastungen verursacht. Wer sicher gehen möchte, greift daher besser zu mechanischen Hilfsmitteln. Diese arbeiten effektiver gegen festsitzendes Fett und schonen gleichzeitig die Rohrstruktur.
Prävention und richtige Fettentsorgung als wichtigste Maßnahmen
Die beste Methode gegen Fettverstopfungen ist, ihre Entstehung zu verhindern. Die Entsorgung von Speiseöl oder Bratfett über die Spüle ist der häufigste Fehler. Fette kühlen im Rohr schnell ab, härten aus und bilden feste Ablagerungen. Flüssiges Frittieröl sollte deshalb immer in einem verschließbaren Behälter gesammelt und über den Restmüll entsorgt werden.
Bratpfannen lassen sich vor dem Abwaschen mit Küchenpapier auswischen, damit kein Fett in den Abfluss gelangt. Eine wöchentliche Spülung mit heißem Wasser und etwas Spülmittel hilft zusätzlich, weiche Ablagerungen frühzeitig zu beseitigen. Diese einfachen Gewohnheiten reduzieren das Risiko langfristig erheblich. Zugleich trägt man zu einem störungsfreien Kanalsystem bei und vermeidet unnötige Reparaturkosten.
Mechanische Helfer gegen hartnäckige Fettverstopfungen
Mechanische Methoden sind oft die effektivste Lösung, bevor man zu chemischen Reinigern greift. Bei oberflächlichen Verstopfungen wirkt die klassische Saugglocke. Sie erzeugt Unter- und Überdruck, wodurch sich lose Ablagerungen lösen können. Dieser einfache Helfer ist in vielen Haushalten vorhanden und schnell einsatzbereit. Reicht das nicht aus, kommt die Rohrspirale zum Einsatz.
Sie wird in das Rohr eingeführt und durch Drehbewegungen zum Hindernis geführt. Dort löst sie verhärtete Fettklumpen oder durchstößt sie komplett. Besonders bei tiefen Ablagerungen ist die Spirale oft die letzte wirksame Hausmittel-Option. Durch ihre mechanische Wirkung bleiben die Rohre intakt und werden nicht durch aggressive Chemikalien belastet.
Kosten und Folgen von Fettablagerungen in privaten und öffentlichen Rohrsystemen
Fettablagerungen im Abfluss haben zahlreiche unangenehme Folgen. Das Wasser fließt langsamer ab und es entstehen schlechte Gerüche. Im Siphon kommt es zu anaeroben Prozessen, die üble Gerüche verursachen. Doch auch die Kanalisation leidet unter Fettansammlungen, die teure Reinigungen notwendig machen. Kommunen müssen Fettberge mit Hochdruckspülungen entfernen, was die Abwassergebühren langfristig erhöht.
Je stärker die Verschmutzungen sind, desto häufiger müssen diese Reinigungen durchgeführt werden. Damit entstehen Kosten, die indirekt die Verbraucher tragen. Regelmäßige Pflege und der Verzicht auf Fett im Abfluss sind daher auch wirtschaftlich sinnvoll. Jeder Haushalt kann so zur Reduzierung der kommunalen Belastung beitragen.
Warnung: Gefahren chemischer Rohrreiniger
Bevor Sie Fett im Abflussrohr auflösen mit chemischen Reinigern, sollten Sie sich der Gefahren bewusst sein. Produkte auf Basis von Natriumhydroxid (Ätznatron) erzeugen im Abflussrohr eine starke Hitzeentwicklung und können giftige Dämpfe freisetzen. Besonders wenn zuvor andere Mittel (z.B. Essig oder Säure) verwendet wurden, besteht die Gefahr von gefährlichen chemischen Reaktionen!
Nutzen Sie chemische Mittel nur als letzte Option, streng nach Gebrauchsanweisung und niemals in Kombination mit anderen Reinigern. Außerdem können sie bei unsachgemäßer Anwendung oder bei Kunststoffrohren Schäden an den Dichtungen verursachen.
Die beste Lösung ist Prävention: Korrekte Fettentsorgung
Der effektivste Weg, um Fett im Abflussrohr aufzulösen, ist sicherzustellen, dass es gar nicht erst fest wird. Werfen Sie niemals flüssiges Speiseöl oder Bratfett in die Spüle! Dieses kühlt im Abfluss schnell ab und härtet dort aus, wodurch sich der Rohrdurchmesser verengt.
Füllen Sie abgekühltes Altfett stattdessen in ein verschließbares Gefäß (z.B. ein altes Marmeladenglas oder die Originalverpackung) und entsorgen Sie es über den Restmüll. Überschüssiges Fett in der Pfanne sollten Sie vor dem Spülen kurz mit einem Küchenpapier auswischen.
Mechanische Alternative: Den Siphon demontieren und reinigen
Wenn Hausmittel und kochendes Wasser nicht ausreichen, um Fett im Abflussrohr aufzulösen, sitzt die Verstopfung oft im Siphon (Geruchsverschluss) direkt unter der Spüle. Bevor Sie zur Rohrspirale greifen, ist die manuelle Reinigung des Siphons die sauberste und effektivste mechanische Methode.
Stellen Sie einen Eimer unter den Siphon, lösen Sie die Überwurfmuttern und nehmen Sie den Siphon ab. Hier finden Sie meist eine Mischung aus Fett, Speiseresten und Haaren, die Sie einfach manuell entfernen können. Montieren Sie den Siphon danach wieder fest, um die Dichtheit zu gewährleisten.
Löst kochendes Wasser, Cola oder Natron Fett im Abflussrohr auf?
Ja, kochendes Wasser kann beginnende Fettablagerungen in den Rohren erweichen und auflösen. Man sollte es langsam in den Abfluss gießen und zur besseren Fettlösung etwas Spülmittel hinzufügen.
Cola enthält Phosphorsäure, die tatsächlich eine leicht ätzende Wirkung hat und milde organische Verstopfungen lösen kann. Gießen Sie eine große Flasche in den Abfluss, lassen Sie sie über Nacht einwirken und spülen Sie dann mit klarem Wasser nach.
Backpulver enthält neben Natron auch eine Säure (z.B. Weinstein), während reines Natron eine separate Säure (Essig) benötigt, um die sprudelnde Reinigungswirkung zu entfalten. Beide eignen sich jedoch, um Fett im Abflussrohr aufzulösen.
Fazit
Fett im Abfluss ist ein weit verbreitetes, aber vermeidbares Problem. Wer Fette richtig entsorgt und regelmäßig heißes Wasser mit Spülmittel nutzt, beugt Verstopfungen effektiv vor. Mechanische Hilfen wie Pümpel und Rohrspirale sind oft wirkungsvoller als chemische Reiniger und schonen die Umwelt wie auch die Rohrleitungen.
Durch eine bewusste Haushaltsroutine lassen sich unangenehme Gerüche, hohe Reinigungskosten und teure Reparaturen vermeiden. Am Ende schützt man nicht nur das eigene Abflusssystem, sondern auch die öffentliche Kanalisation.
Quellen:
- DM – Abfluss reinigen: Hausmittel wie Natron & Co.
- Verbraucherzentrale NRW – Rohrverstopfung vorbeugen: Kein Fett ins Waschbecken kippen!
- ÖKO-TEST – Abfluss reinigen mit Hausmitteln: Tipps bei Verstopfungen
FAQ zum Lösen von Fett im Abflussrohr
Wie entsteht eine Fettverstopfung im Abflussrohr?
Fett, das beim Spülen von Geschirr in den Abfluss gelangt, kühlt im Rohr schnell ab und härtet dort aus. Diese verhärteten Rückstände setzen sich an den Rohrinnenwänden fest und verengen den Querschnitt des Abflussrohrs.
Was löst Fett am effektivsten im Abfluss?
Eine Mischung aus Natron oder Waschsoda und Essigessenz erzeugt eine sprudelnde chemische Reaktion, die Fett im Abflussrohr auflösen kann. Nach dem Sprudeln wird mit heißem, aber nicht kochendem Wasser nachgespült, um die gelösten Reste auszuschwemmen.
Darf ich kochendes Wasser verwenden, um Fett zu lösen?
Kochendes Wasser kann kleinere, frische Fettablagerungen lösen, ist aber bei hartnäckigen Verstopfungen meist nicht ausreichend. Bei älteren oder PVC-Rohren besteht zudem die Gefahr, dass diese durch die extreme Hitze beschädigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Natron und Backpulver bei der Rohrreinigung?
Natron ist reiner und daher wirksamer als Backpulver, das neben Natriumhydrogencarbonat auch Säuerungsmittel und Stärke enthält. Für die aktive Reinigungsreaktion, um Fett im Abflussrohr auflösen zu können, benötigen beide Substanzen zusätzlich Säure, typischerweise in Form von Essigessenz.
Wie verhindere ich eine erneute Verstopfung durch Fett?
Das Wichtigste ist, flüssige oder feste Fette und Öle niemals über die Spüle, sondern immer über den Hausmüll zu entsorgen. Wischen Sie überschüssiges Bratfett vor dem Spülen mit einem Stück Küchenpapier aus Pfannen und Töpfen.
Helfen chemische Abflussreiniger, Fettablagerungen zu beseitigen?
Chemische Reiniger können Fett schnell auflösen, bergen aber das Risiko, die Rohre anzugreifen und sind zudem umweltschädlich. Nutzen Sie diese nur als letzte Option, wenn Hausmittel und mechanische Methoden gescheitert sind.
Kann Cola Fett im Abflussrohr auflösen?
Die in Cola enthaltene Phosphorsäure kann Fett- und Kalkablagerungen lösen, ist aber in ihrer Konzentration meist zu schwach für hartnäckige Verstopfungen. Gießen Sie eine größere Menge über Nacht einwirken und spülen Sie am nächsten Tag mit heißem Wasser nach.
Wie lange sollte Natron und Essig einwirken, um Fett zu lösen?
Lassen Sie die Mischung nach dem Aufbrausen mindestens 30 Minuten, idealerweise aber eine Stunde oder sogar über Nacht, einwirken. Nur so hat die chemische Reaktion genügend Zeit, die Fett- und Schmutzablagerungen im Abflussrohr aufzulösen.
Wann muss ich einen professionellen Rohrreiniger rufen?
Wenn Hausmittel wie Natron und Essig, die Saugglocke und die Rohrspirale das Problem nicht beheben können und das Wasser gar nicht mehr abläuft, ist ein Fachmann notwendig. Tief sitzendes und hartnäckiges, verhärtetes Fett im Abflussrohr erfordert oft spezielle Hochdruckreinigung.
Kann Spülmittel alleine Fett im Abflussrohr auflösen?
Ein Spritzer Spülmittel kann zwar helfen, leichte Fettfilme präventiv zu lösen und abzutransportieren, reicht aber nicht aus, um eine bestehende Verstopfung zu beheben. Es dient lediglich als mildes Vorbeugungsmittel für den täglichen Gebrauch.