Alles rund um Arbeitskleidung – steuerrechtlicher Anspruch, Sicherheitsvorschriften und Pflege

Berufsbekleidung findet man in vielen Variationen. Je nach Tätigkeit ist die Kleidung nicht nur zweckmäßig und praktisch, sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben, um den Träger vor Verletzungen zu schützen. In anderen Branchen dient ein einheitliches Äußeres dazu, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe zu signalisieren, etwa bei Feuerwehrleuten, Polizisten oder Postmitarbeitern.

Ebenso ist es möglich, dass ein allgemeiner Dresscode ein gepflegtes Image vermitteln soll – wie etwa im Bankensektor. Doch was sollten Arbeitsnehmer in Bezug auf die Arbeitskleidung beachten? Wie sieht es mit den Anschaffungs- und Reinigungskosten aus?

Welche Arten von Arbeitskleidung gibt es?

Um diese Fragen zu beantworten, ist eine Unterscheidung zwischen Schutzkleidung, Warnkleidung und normaler Arbeitskleidung sinnvoll.

  • Schutzkleidung: Der Arbeitgeber muss sie dem Angestellten kostenlos zur Verfügung stellen, wenn sie bei der ausgeführten Tätigkeit per Gesetz verpflichtend zu tragen ist. Grundlage hierfür ist der 3 des Arbeitsschutzgesetzes. Lokale Berufsgenossenschaften und das zuständige Gewerbeamt kontrollieren dies. Kommt es zu einem Unfall aufgrund mangelhafter Schutzausrüstung, können Berufsunfähigkeitsrenten sowie Versicherungsleistungen verwehrt werden. Zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zählen u.a.:
    • Helme
    • Schutzbrillen
    • Atemschutz
    • Gehörschutz
    • Sicherheitsschuhe
    • Schutzanzüge oder -kleidung: Sie soll vor Hitze, Elektrizität, Wasser oder gesundheitsgefährdende Substanzen schützen
    • Schutz vor Infektionen und Keimen: Im Gesundheitswesen sind gewisse Standards rechtlich vorgeschrieben, beispielsweise ist ein Arzt bei einer Operation dazu verpflichtet, Handschuhe und einen Mundschutz zu tragen. Dadurch schützt er sich selbst und den Patienten vor Infektionen.
  • Warnkleidung: Reflektierende Streifen dienen dazu, dass man besser gesehen wird. Vor allem auf Straßen und bestimmten Industriegeländen sind Warnwesten Pflicht. Die Jacken von Sanitätern zählen ebenfalls zu dieser Kategorie.
  • Normale Arbeitskleidung: Darunter fällt alles, was nicht den ersten beiden Kategorien zuzuordnen ist. Sie darf vertraglich von einem Unternehmen vorgeschrieben sein. Ein Supermarkt kann seine Mitarbeiter dazu verpflichten, eine einheitliche uniformähnliche Kleidung zu tragen. Sie ist häufig mit einem Firmenlogo versehen und soll dadurch repräsentativ wirken. Auch die Uniformen von Soldaten, Polizisten zählen dazu.

Siegel und Sicherheitsstandards

Bei Schutzkleidung sollte die Qualität möglichst gut sein, damit die Gefahr für Verletzungen so gering wie möglich ist. Daher lohnt sich der Kauf hochwertiger Arbeitskleidung – sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld. Man erkennt sie neben einem festen sowie stabilen Material  unter anderem an diesen Siegeln und DIN-Auszeichnungen – sie schützen jeweils vor:

  • EN 343: Wasser und Wasserdampf
  • EN 342: Kälte
  • DIN EN ISO 20471 zeichnet hochsichtbare Warnkleidung aus.
  • EN ISO 11611 (ehemals EN 470-1): Hitze (Schweißer)
  • EN ISO 11612 (ehemals EN 531): Hitze (Industriearbeiter)
  • EN 13034 Typ 6: chemische Stoffe
  • EN 1149-3: elektrische Ladung
  • UV Standard 801: UV-Strahlung

Steuerrechtliche Grundlangen

Grundsätzlich darf man Kleidung nur steuerlich absetzen, wenn eine private Nutzung ausgeschlossen ist. Ein Arzt darf seinen Kittel also bei seiner Steuer angeben. Ein Bankangestellter erhält keine steuerlichen Vorteile, wenn er sich einen Anzug, ein Hemd und eine Krawatte zulegt, da er diese Kleidung auch in der Freizeit tragen könnte.

Stellt ein Unternehmen seinen Mitarbeitern eine besondere Schutz- oder sonstige Arbeitskleidung zur Verfügung, lassen sich die Kosten hierfür als Betriebsausgaben verbuchen.

Die Reinigungskosten von Berufsbekleidung in der privaten Waschmaschine können anteilig geschätzt werden, was sich ebenfalls positiv auf die Steuerbilanz des Arbeitnehmers auswirkt. Unkomplizierter ist es, sich eine zweite Waschmaschine anzuschaffen, mit der ausschließlich beruflich genutzte Kleidung gewaschen wird. Sie lässt sich komplett absetzen. Gibt man die eigene Arbeitskleidung hingegen in eine professionelle Reinigung, sollte man für steuerrechtliche Ansprüche sämtliche Quittungen aufbewahren.

Waschen von Arbeitskleidung

Da vor allem Schutzkleidung häufig über Imprägnierungen verfügt, gilt es bei der Reinigung einiges zu beachten. Die Eigenschaften dürfen auch bei mehrmaligem Waschen nicht nachlassen. Daher ist es ratsam, einen professionellen Reinigungsdienstleister zu beauftragen, wenn die Kleidung langfristig vor Säuren, Ölen, Hitze, Kälte, Elektrizität und Wasser schützen soll, z.B. bei einer PSA.

Laut Gesetz dürfen zwar auch solche Kleidungsstücke zu Hause gewaschen werden, da die Pflegehinweise in der EU-Verordnung 2016/425 (seit 21. April 2018; davor Richtlinie 89/686/EWG) einheitlich geregelt sind. Allerdings ist es sinnvoll, die PSA immer in professionelle Reinigungen zu geben, damit Reflektoren und Imprägnierungen durch Weichspüler und das Schleudern nicht ihre Wirkung verlieren. Dadurch lässt sich zudem verhindern, dass private Kleidungsstücke mit Ölen und anderen Stoffen kontaminiert werden.

Wenn leicht verschmutzte Kleidung ohne besondere Schutzwirkung daheim gewaschen wird, sollte man Folgendes beachten:

  • Die Waschtemperatur sollte mind. 60° C haben.
  • Hartnäckige Flecken sind in einer Lösung aus lauwarmen Wasser und Gallseife einzuweichen.
  • Ein Waschmaschinenreiniger ist empfehlenswert, um das Gerät zu schützen.
  • Wäschedesinfektionsmittel und Essigreiniger als Waschmittelzusatz töten Keime ab.

Bei Mietkleidung hingegen gehören Reinigung, Reparatur und Pflege zum Service.

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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