Fliesenfugen ziehen mit Silikon

Silikon ist eines der am weitesten verbreiteten Dichtungsmittel. Es hat so gute Haftungseigenschaften, dass es manchmal auch zweckentfremdet als Kleber verwendet wird. Allerdings ist das Einbringen des Silikons und das abschließende Abziehen der Silikonfuge ohne Anleitung nicht so einfach, wie es sich anhört. Mit entsprechender Vorsicht und Genauigkeit sowie praktischer Hilfsmittel, ist das Einbringen und das anschließende Glätten der Fuge auch für einen Ungeübten gut zu erledigen.

Die Schwierigkeit bei der Verarbeitung ist auf Dauer der gummiartigen Beschaffenheit und der recht schnellen Trockenzeit geschuldet. Diese sorgt nämlich für eine zügige Hautbildung an der Oberfläche der Silikonfuge, welche das Glätten der Fuge stark beeinflussen kann. Folglich kann dadurch das Silikon beim Fliesenfugen ziehen an Stellen gelangen, wo es unerwünscht ist. Nämlich auf der Fliesenfläche!

Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Silikon, ist die Elastizität. Diese Eigenschaft ist deshalb so wichtig, da sich der Untergrund der Fliesen setzen kann. Diese Setzungen sind in der Regel recht minimal.

Jedoch kann dies schon zum Reißen der Fuge führen. Zusätzlich wird dies noch durch Dehnungen der unterschiedlichen Materialien, welche bei Temperaturschwankungen auftreten können, verstärkt.

Das Ergebnis ist eine undichte und unschöne Abdichtung Ihrer Badewanne, Waschbeckens oder Duschwanne!

Einsatzbereiche wo Silikonfugen ziehen nötig ist

  • Verbindung Sockelleiste zu Bodenfliesen in der Küche
  • Dichtungsfugen in der Dusche
  • Anschlußfugen beim Balkon und Balkonbelag
  • Scheibendichtungen beim Auto

Somit sorgt das elastische Verhalten von Silikon für eine ideale Abdichtung über einen längeren Zeitraum.

Das Silikon, welches sich handelsüblich in Kartuschen befindet, wird mit Hilfe einer Silikonspritze oder auch Silikon-Pistole genannt in die Anschlussfuge gepresst. Bevor es los geht mit dem Ziehen der Silikonfuge, sind einige Vorbereitungen zu treffen.

Hierfür ist zum einen wichtig, dass Sie die Kartusche als Erstes in die Silikonspritze einfügen. Zum anderen müssen Sie nun durch leichtes Betätigen des Handhebels der Silikonspritze die Kartusche in der Silikonspritze fixieren. Wichtig ist, dass Sie nicht zu starken Druck mit dem Handhebel aufbauen. Jetzt können Sie die mitgelieferte Tülle an die Kartusche anschrauben. Dazu müssen Sie vorher den Schraubanschluss der Silikonkartusche oberhalb des Gewindeganges abschneiden.

Ganz wichtig: oberhalb! Also nicht das Gewinde abschneiden!

Nachdem die Tülle auf die Kartusche geschraubt wurde, können Sie jetzt die Spitze der Tülle schräg abschneiden. Empfehlenswert ist es, nicht zu viel wegzuschneiden. Sonst könnte man Gefahr laufen, dass zu viel Silikon in die Fuge gedrückt wird und folglich viel Überschuss entsteht. Hinzu kommt: dass dadurch eine intensivere Nachreinigung erforderlich ist.

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Um zu gewährleisten, dass das Silikon nach dem Betätigen des Handhebels gleich zur Verfügung steht und somit ohne zeitlichen Verzug in die Fuge gelangen kann, ist es sinnvoll die Tülle nach dem aufschrauben auf der Silikonkartusche komplett mit Silikon zu füllen. Dies erreichen Sie, indem Sie einen leichten Druck auf den Handhebel ausüben. Da die Tülle transparent ist, können Sie beobachten, wie sich die Tülle nach und nach mit Silikon füllt. Sollte etwas Silikon aus der Öffnung der Tülle kommen, dann entfernen Sie es einfach mit ein Stück Papier. Sobald kein Silikon mehr aus der Tülle gedrückt wird ist die Silikonspritze einsatzbereit.

Wenn Sie die Anschlussfuge im Vorfeld gründlich gereinigt und abtrocknen lassen haben, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt mit der Silikonspritze das neue Silikon in die Fuge zu pressen.

Hierfür sollten Sie die Tülle der Silikonspritze mittig in der Fuge aufsetzen. Unter einem Winkel von 45 Grad ziehen Sie nun die Silikonspritze der Fuge entlang. Dabei ist es ratsam, die Spritze gleichmäßig und nach Möglichkeit ohne Unterbrechung zu ziehen. Dies sorgt für ein regelmäßiges Verteilen des Silikons.

Als nächster Arbeitsschritt folgt das Glätten der Silikonfuge.

Hierzu sei zu sagen, dass es heutzutage für das Glätten der Anschlussfuge zahlreiche nützliche Hilfsmittel gibt, welche das Abziehen und Glätten erleichtern. Das Ansehen und ein auf Dauer optimales Ergebnis der Silikonfugen kann somit erzielt werden. Wenn man früher in der Regel den Finger benutzt hat, kommen heute Fugenabzieher oder Silikonspachtel zum Einsatz.

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  • Anwendungsbereiche: Abziehen von Silikon- und Acryldichtstoffen
  • Reinigung: Silikon mit trockenem Tuch und Acryl mit Wasser
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Diese gewährleisten durch ihre Form mit unterschiedlichen Profilvarianten ein einheitliches Ergebnis, sodass Ihre Silikon-Anschlussfuge aussieht, als wurde sie von einem Profi gemacht. Der riesen Vorteil dieser Hilfsmittel liegt darin, dass man verschiedene Fugenprofile zur Auswahl hat. Somit kann man sämtlichen Anforderungen und Vorstellungen hinsichtlich der neuen Fuge gerecht werden.

Sei es jetzt die altherkömmliche Weise, also der Finger, oder die neumoderne Variante für die Sie sich entschieden haben, für eine noch glattere Struktur der Silikonfuge ist es empfehlenswert, wenn Sie sich eine Mischung aus Spülmittel und Wasser anfertigen.

  • Mischungsverhältnis = 1:1

Diese Lösung ist ein altbewährter Trick und sorgt dafür, dass das Silikon nicht am Finger oder an dem Silikonspachtel kleben bleibt und dadurch keine unregelmäßige Oberfläche entsteht.

Haben Sie sich zum Beispiel für den Silikonspachtel entschieden, dann befeuchten Sie nun mit der Lösung zum einen den Spachtel, zum anderen die Fuge in der Sie das Silikon gepresst haben. Am besten eignet sich hierzu eine Sprühflasche. Alternativ können Sie auch einen Schwamm verwenden. Jedoch müssen Sie beim befeuchten des Silikons vorsichtig sein. Sie sollten den Schwamm nicht hin und her ziehen. Dadurch kann es passieren, dass Sie mit dem Schwamm das Silikon wieder aus der Fuge entfernen. Wenn Sie also die Fuge mit einem Schwamm befeuchten wollen, dann tupfen Sie den Schwamm leicht auf das Silikon.

Abschließend nehmen Sie den Silikonspachtel, drücken ihn in die Fuge und ziehen ihn gleichmäßig und ohne Unterbrechung die Fuge entlang. Wenn Sie zu Beginn beim Einpressen des Silikons etwas großzügiger waren, kann es sein, dass sich überschüssiges Silikon am Spachtel ansammelt. Entfernen Sie es einfach mit einem Stück Papier. Danach befeuchten Sie den Spachtel erneut und ziehen ihn abermals die Fuge entlang.

Das wiederholen Sie solange bis sich kein Silikon mehr am Spachtel ansammelt. Das Ergebnis wird eine frische glatt aussehende Anschlussfuge sein, die Ihr Bad im neuen Glanz erstrahlen lässt!

Video: Fliesenfugen ziehen mit Silikon – Anleitung

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