Heizung streichen – Anleitung zum Selbermachen
Wissen wie Heizkörper lackieren richtig gemacht wird
Wenn sich die Heizsaison dem Ende nähert, ist der perfekte Zeitpunkt gekommen, die Heizkörper genauer anzusehen. Roststellen, abblätternde Farbe oder vergilbte Lackschichten lassen selbst gepflegte Räume schnell alt wirken. Doch einfach irgendeine Farbe aufzutragen, ist ein Fehler.

Ein schneller Überstrich kann die Wärmeabgabe verschlechtern und dadurch die Heizkosten erhöhen. Wer seine Heizung streichen will, braucht daher die richtige Vorbereitung, passende hitzebeständige Lacke und eine saubere Vorgehensweise. So entsteht eine glatte Oberfläche, die gut aussieht und die Leistung des Heizkörpers nicht ausbremst.
Das Wichtigste in Kürze
- Prüfen Sie den Heizkörper vor dem Streichen auf Rost, abblätternde Farbe und Vergilbung.
- Entfernen Sie Rost konsequent bis aufs Metall, sonst kann der Heizkörper unter dem Lack weiterrosten.
- Rauhen Sie die Oberfläche an und reinigen Sie sie gründlich fett- und staubfrei.
- Nutzen Sie nur spezielle, hitzebeständige Heizkörperlacke und tragen Sie sie dünn auf.
- Ob streichen oder sprühen: Abkleben und saubere Untergrundvorbereitung entscheiden über das Ergebnis.
Wie streicht man einen Heizkörper richtig?
Ein Heizkörper wird richtig gestrichen, indem man Rost bis aufs Metall abschleift, die gesamte Oberfläche mit Körnung 120 anraut, anschließend fett- und staubfrei reinigt, die Umgebung abdeckt und danach einen hitzebeständigen Heizkörperlack dünn und gleichmäßig aufträgt.
Wann Heizkörper streichen sinnvoll ist
Viele Heimwerker werden erst aktiv, wenn die Farbe sichtbar abblättert oder gelblich wirkt. Das ist verständlich, denn Heizkörper fallen im Alltag oft kaum auf. Mit der Zeit sehen diese Wärmespender aber unschön aus, und Rost kann sich unbemerkt ausbreiten.
Gerade am Ende der Heizsaison lohnt sich der Blick, weil der Heizkörper dann meist nicht dauerhaft heiß ist. Sie arbeiten entspannter und riskieren weniger Probleme beim Lackieren. Wichtig ist auch der Grund: Es geht nicht nur um Optik, sondern auch um Werterhalt.
Wer Rost ignoriert, riskiert, dass der Heizkörper unter dem Lack weiter korrodiert. Und wer dick überstreicht, kann die Wärmeleitfähigkeit verschlechtern und damit höhere Heizkosten verursachen.
Untergrund vorbereiten: Rost entfernen und Oberfläche anrauen
Bevor Sie überhaupt an Lack denken, prüfen Sie den Heizkörper sorgfältig auf Roststellen. Sobald Rost sichtbar ist, sollten Sie ihn bis auf das Metall abschleifen. Lassen Sie diesen Schritt aus, kann der Heizkörper unter der neuen Lackschicht mit der Zeit komplett durchrosten.
Danach rauhen Sie die gesamte Oberfläche an, damit Grundierung und Lack besser haften. Ideal ist Schleifpapier mit Körnung 120. Alternativ ist ein Schleifschwamm sehr praktisch, weil er sich Konturen besser anpasst.
Außerdem sinkt das Risiko, Kanten versehentlich blank zu schleifen. Abblätternde Altfarbe bearbeiten Sie zusätzlich mit einer Drahtbürste, damit später keine ungleichmäßigen Übergänge sichtbar bleiben.
Reinigung und Abkleben: Fettfrei, staubfrei, sauber
Nach dem Schleifen ist der Heizkörper voller Staub, und oft sind auch Fettfilme vorhanden. Beides verhindert, dass der neue Lack gut haftet. Darum muss der Untergrund konsequent vorbereitet werden. Merken Sie sich diese drei Punkte, denn sie entscheiden über den Lackaufbau:
| Voraussetzung | Warum das wichtig ist |
|---|---|
| Der Untergrund muss fettfrei sein | Nur so haftet der neue Lack dauerhaft |
| Der Heizkörper muss staubfrei sein | Staub macht die Oberfläche rau und fleckig |
| Der Heizkörper muss sauber sein | Sonst landen Schmutzpartikel im Lackfilm |
Sie streichen den Heizkörper in der Regel direkt an Ort und Stelle. Ein Abbau ist nicht erforderlich, und deshalb ist auch kein Heizung entlüften notwendig. Trotzdem müssen Sie die Umgebung schützen. Kleben Sie Kanten, Ecken und nahe Flächen ab und legen Sie den Boden mit einer Plane aus. So vermeiden Sie Farbspritzer und sparen sich später Ärger beim Reinigen.
Welche Reinigungsmittel geeignet sind
Für das Entfetten und Reinigen eignen sich verschiedene Mittel. Wichtig ist, dass sie den Untergrund wirklich sauber bekommen und Rückstände minimieren. Im Haushalt wird oft zu dem gegriffen, was ohnehin da ist. Genau das ist auch hier möglich, solange Sie sorgfältig arbeiten und die Fläche danach gut trocknen lassen. Diese Mittel werden häufig genutzt:
| Reinigungsmittel | Hinweis aus der Praxis |
|---|---|
| Aceton | Als Reinigungsmittel oft unbekannt, aber sehr wirksam |
| Universalverdünnung | In fast jedem Haushalt zu finden und gut zu verarbeiten |
| Multiprofi Hochleistungsreiniger | Aus dem Fachhandel, stark bei hartnäckigen Verschmutzungen |
Nach der Reinigung muss die Oberfläche komplett abtrocknen. Feuchtigkeit unter dem Lack kann später Blasen oder Haftungsprobleme verursachen. Arbeiten Sie außerdem sauber, damit kein neuer Staub auf den Heizkörper fällt. Wenn Sie zwischendurch pausieren, decken Sie den Heizkörper locker ab. So bleibt die Fläche bis zum Lackieren geschützt.
Der richtige Lackaufbau: Hitzebeständig, dünn, langlebig
Für Heizkörper brauchen Sie spezielle Lacke, denn sie müssen hitzebeständig sein. Normale Wandfarben oder ungeeignete Lacke halten die Temperaturwechsel nicht zuverlässig aus. Bei Roststellen ist ein zusätzlicher Schritt sinnvoll.
Behandeln Sie diese gereinigten Bereiche zuerst mit Rostschutzgrund. Danach rauhen Sie auch diese Stellen noch einmal an und säubern sie erneut. Erst dann folgt die deckende Lackschicht auf dem gesamten Heizkörper. Acryllack auf Wasserbasis ist hier oft die angenehmere Wahl. Er riecht weniger, gilt als umweltfreundlicher als Alkydharzlack mit Lösungsmitteln und vergilbt nicht so schnell.
Wenn Sie hingegen weißen Lack nutzen, sollten Sie bedenken: Nach zwei bis drei Jahren kann oft schon wieder ein neuer Anstrich nötig sein, weil das Bindemittel Vergilbung begünstigt. Und ganz zentral: Tragen Sie Lack immer dünn auf, denn dicke Farbschichten behindern die Wärmeleitfähigkeit.
Heizung streichen oder sprühen: Pinsel, Rolle und Sprühdose richtig nutzen
Ob streichen oder sprühen, hängt von Umgebung, Können und Zeit ab. Die Vorbereitung ist in beiden Fällen gleich wichtig, vor allem das Abdecken und die Untergrundvorbereitung. Beim Streichen starten Sie am besten mit Halterungen, Rohren und Anschlussstellen.
Dafür eignet sich ein Pinsel, weil Sie in Ecken präzise arbeiten. Acryllacke tragen Sie ideal mit einem Pinsel aus Kunststoffborsten auf. Für Alkydharzlacke sind Naturborsten oft passender. Bei Gliederheizkörpern arbeiten Sie Abschnitt für Abschnitt, damit nichts antrocknet, bevor es sauber verstrichen ist.
Die Rippen lassen sich am einfachsten mit einem langen Eckpinsel erreichen, und Kanten dürfen gern einen zusätzlichen Anstrich bekommen. Heizkörperplatten lackieren Sie dagegen effizient mit einer Rolle, am besten mit einer Lackrolle aus Polyesterfasern.
Sprühlack ist eine gute Option bei Heizkörpern mit vielen Zwischenräumen. Diese Methode spart Zeit und kann sehr gleichmäßig wirken. Dafür ist das Abkleben noch wichtiger, weil Sprühnebel weit fliegt. Schützen Sie Wände und Boden gründlich mit Abdeckfolie.
Sprühen Sie in ruhigen, gleichmäßigen Bahnen und bleiben Sie mit der Schicht dünn. Auch hier gilt: Zu dick aufgetragen leidet die Wärmeabgabe, und das kann am Ende die Energiekosten erhöhen. Welche Variante besser ist, entscheidet oft Ihr handwerkliches Geschick und ein gutes Augenmaß.
Mieter oder Vermieter: Wer muss den Heizkörper streichen?
Rund ums Heizung streichen gibt es in Mietwohnungen häufig Diskussionen. Im Mietrecht werden sogenannte Schönheitsreparaturen oft dem Mieter zugeordnet. Dazu zählt in vielen Fällen auch das Streichen der Heizkörper, wenn diese nicht mehr schön aussehen.
Das bedeutet praktisch: Sind die Heizkörper vergilbt oder blättert die Farbe, muss häufig der Mieter aktiv werden. Gleichzeitig kann der Vermieter eine nahezu perfekte Ausführung verlangen. Das setzt viele unter Druck, vor allem ohne handwerkliche Erfahrung. Wer sich das nicht zutraut, kann einen Fachmann beauftragen. Das ist erlaubt, kostet aber natürlich Geld.
Bei Auszug ist das Thema besonders relevant, weil im Mietvertrag oft geregelt ist, welche Arbeiten fällig sind. In der Praxis wird häufig erwartet, dass vergilbte oder beschädigte Heizkörper vor dem Wohnungswechsel wieder ansehnlich gemacht werden.
Rostbehandlung – Das Fundament für eine langlebige Heizung
Bevor Sie mit der eigentlichen Anleitung zum Selbermachen beginnen und die Heizung streichen, müssen Roststellen akribisch vorbehandelt werden. Loser Rost sollte mit einer Drahtbürste oder Schleifpapier entfernt werden, woraufhin ein spezieller Rostschutzgrund aufgetragen wird.
Dies verhindert, dass die Korrosion unter dem neuen Lack weiterarbeitet und unschöne braune Flecken verursacht. Ein hochwertiger Heizkörperlack haftet nur auf einem sauberen, tragfähigen und rostfreien Untergrund dauerhaft. Wer hier sorgfältig arbeitet, stellt sicher, dass das Ergebnis nicht nur optisch überzeugt, sondern das Metall auch über Jahre hinweg geschützt bleibt.
Heizkörper lackieren – Sprühen oder Streichen?
In vielen Fällen stellt sich bei der Heizung streichen Anleitung zum Selbermachen die Frage nach der richtigen Methode. Während der klassische Pinsel und die Schaumstoffwalze eine sehr gute Kontrolle und Schichtdicke ermöglichen, bietet der Einsatz von Heizkörper-Lackspray ein besonders glattes, streifenfreies Finish. Sprühdosen eignen sich hervorragend für komplizierte Rippenheizkörper, erfordern jedoch ein sehr sorgfältiges Abkleben der Umgebung aufgrund des feinen Sprühnebels.
Die Wahl hängt letztlich von Ihrem handwerklichen Geschick und der Bauart des Heizkörpers ab. Achten Sie beim Sprühen immer auf eine ausreichende Belüftung des Raumes.
Das erste Aufheizen nach dem Anstrich
Nachdem Sie Ihre Heizung nach Anleitung zum Selbermachen gestrichen haben, ist die Aushärtungsphase entscheidend. Der Lack sollte mindestens 24 bis 48 Stunden bei ausgeschalteter Heizung trocknen, bevor das Thermostat wieder aufgedreht wird. Beim ersten Erwärmen kann es zu einer leichten Geruchsentwicklung kommen, da der Lack vollständig „einbrennt“.
Dies ist ein normaler chemischer Prozess, bei dem restliche Lösungsmittel entweichen. Lüften Sie den Raum in dieser Phase gut durch und steigern Sie die Temperatur schrittweise, um eine Rissbildung im frischen Lack zu vermeiden und ein perfektes Endergebnis zu erzielen.
Fazit
Heizung streichen lohnt sich doppelt: Ihr Zuhause wirkt sofort frischer, und der Heizkörper bleibt langfristig geschützt. Entscheidend sind nicht teure Tricks, sondern saubere Vorbereitung. Entfernen Sie Rost bis aufs Metall, rauhen Sie die Fläche an und reinigen Sie konsequent fett- und staubfrei. Wählen Sie hitzebeständigen Lack und tragen Sie ihn dünn auf, damit die Wärmeleistung nicht leidet. Ob Pinsel, Rolle oder Sprühdose: Wer sorgfältig arbeitet, erzielt ein Ergebnis wie vom Profi.
Quellen:
- Alpina Farben: Heizkörper richtig lackieren und streichen
- OBI Ratgeber: Heizung streichen – Materialliste und Anleitung
- Hausjournal: Heizung streichen – Darauf müssen Sie achten
FAQ
Kann ich normalen Buntlack zum Heizung streichen verwenden?
Nein, Sie sollten ausschließlich speziellen Heizkörperlack verwenden, da dieser hitzebeständig ist und bei Erwärmung nicht vergilbt oder abblättert. Normaler Lack hält den thermischen Spannungen meist nicht stand und wird schnell spröde.
Muss die Heizung beim Streichen warm oder kalt sein?
Die Heizung muss beim Streichen unbedingt vollständig abgekühlt sein, damit der Lack nicht zu schnell trocknet und Verläufe bilden kann. Ein zu schnelles Trocknen auf warmem Metall verhindert zudem eine optimale Haftung der Farbschicht.
Wie bereite ich den Untergrund optimal vor?
Zuerst muss die Heizung gründlich gereinigt und entfettet werden, bevor die alte Lackoberfläche mit feinem Schleifpapier leicht angeraut wird. Staubfreie Oberflächen sind die Grundvoraussetzung für ein professionelles Ergebnis ohne Einschlüsse.
Welches Werkzeug eignet sich am besten für Rippenheizkörper?
Für die Zwischenräume von Rippenheizkörpern ist ein langstieliger Pinsel mit gebogenem Kopf, auch Heizkörperpinsel genannt, unverzichtbar. Für die großen Außenflächen empfiehlt sich eine kleine Schaumstoffwalze für ein gleichmäßiges Finish.
Warum vergilbt der weiße Lack an meiner Heizung so schnell?
Vergilbung tritt häufig bei lösungsmittelhaltigen Alkydharzlacken auf, die auf Wärme reagieren. Verwenden Sie stattdessen wasserbasierte Acryl-Heizkörperlacke, da diese wesentlich farbstabiler und zudem geruchsärmer sind.
Wie viele Schichten Lack sind beim Heizung streichen nötig?
In der Regel reichen zwei dünne Schichten aus, um eine deckende und strapazierfähige Oberfläche zu erhalten. Lassen Sie die erste Schicht vollständig trocknen, bevor Sie den zweiten Anstrich für maximale Farbtiefe vornehmen.
Was tun, wenn die Heizung bereits Roststellen aufweist?
Entfernen Sie den losen Rost mit einer Drahtbürste und behandeln Sie die Stelle mit einem speziellen Rostumwandler oder Rostschutzgrund. Erst nach der vollständigen Trocknung der Grundierung darf der eigentliche Heizkörperlack aufgetragen werden.
Wie verhindere ich Nasen und Läufer beim Streichen?
Tragen Sie den Lack immer in dünnen Schichten auf und verstreichen Sie ihn gleichmäßig in Längsrichtung. Zu viel Farbe am Pinsel oder an der Rolle ist die häufigste Ursache für unschöne Tropfenbildung.
Muss ich die Heizung zum Streichen abbauen?
Ein Abbau ist in der Regel nicht notwendig, solange Sie mit speziellen Pinseln auch die Rückseite und Zwischenräume erreichen. Ein Abbau empfiehlt sich nur bei einer kompletten Sanierung oder wenn eine Lackierung per Spritzpistole gewünscht ist.
Riecht die Heizung nach dem Streichen unangenehm?
Während des Trocknens und beim ersten Aufheizen können Lackdämpfe entweichen, was völlig normal ist. Durch intensives Stoßlüften verschwindet dieser Geruch jedoch meist innerhalb weniger Stunden nach der Inbetriebnahme.
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