Ist ein Motorsägenschein Pflicht?

Kettensägen sind Werkzeuge mit enorm viel Kraft. Sie sind für verschiedenste Wald- und Holzarbeiten geeignet und schneiden das Holz wie Butter. Doch nur wer mit der Säge auch richtig umgehen kann, kann die Bäume problemlos fällen, kappen, entasten und zu Brennholz schlagen – und dabei die Verletzungsgefahr so gering wie möglich halten.

Als Anwender sollte man daher nicht nur passende Schutzausrüstung tragen, sondern auch in einem Lehrgang mit Fachleuten das Arbeiten mit einer Motorsäge erlernen. Am Ende des Lehrgangs halten Sie Ihren eigenen Kettensägenführerschein in den Händen.

Wer benötigt einen Kettensägenschein?

Wer denkt, dass er sich einfach eine Motorsäge besorgen kann und damit losziehen und Bäume nach Lust und Laune fällen darf – der befindet sich auf dem Holzweg. Für den persönlichen Gebrauch im eigenen Waldstück oder Garten wird der Kettensägenschein nicht unbedingt benötigt. Der Schein ist allerdings in folgenden Fällen verpflichtend:

Lesen Sie auch: Baumstümpfe entfernen

  • Für die Nutzung in öffentlichen Forstanlagen oder Wäldern, wo Feuerholz zugesägt wird oder ganze Bäume gefällt werden sollen
  • Für den beruflichen Gebrauch
  • Für die Nutzung auf Grundstücken Dritter, wobei es unwichtig ist, ob es sich um das Grundstück eines Freundes oder um den Wald eines Privatbesitzers handelt.

Anhand dieser Punkte wird auch der private Gebrauch definiert, weshalb der Besuch eines Kettensägenkurses dringend empfohlen wird. Um die Anwender mit der Kettensäge vertraut zu machen und das Unfallrisiko auf ein Minimum zu senken, gibt es in Deutschland besondere Motorsägen-Kurse, die von gewerblichen Nutzern von Motorsägen und auch Privatpersonen belegt werden können.

Motorsägenschein Pflicht - Wer braucht ihn wirklich
Motorsägenschein Pflicht – Wer braucht ihn wirklich

Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs einen Motorsägenschein, der auch oft als ein Kettensägen-Führerschein bezeichnet wird.

Für welche Kettensägen benötigt man einen Schein?

Eine Elektro-Kettensäge ist in demselben Maße gefährlich wie eine Kettensäge, die mit Benzinmotor, Öldruck oder Druckluft angetrieben werden. Daher sollte in einem Lehrgang der richtige Umgang mit der Säge geübt werden, ganz unabhängig von ihrem Antrieb.

An den Kursen darf jedoch nicht jeder teilnehmen, denn Voraussetzung ist eine gute geistige und körperliche Gesundheit, sowie ein Mindestalter von 18 Jahren. Die Teilnehmer müssen außerdem ihre eigene Schutzkleidung mitbringen. Erforderlich sind:

  • Handschuhe
    • ein Schutzhelm mit Gesichts- und Gehörschutz
    •          Schnittschutzhose
    •          Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinsatz und Stahlkappe

Was wird in einem Kettensägen-Kurs gelernt?

Neben der reinen Zustimmung, die Motorsäge auch außerhalb der Grenzen des eigenen Grundstücks zu verwenden, werden im Kettensägen-Kurs auch wichtige Details zu einem gefahrlosen Umgang mit der Säge und zur Säge selbst gelernt. Das Unfallrisiko kann allein durch solch einen Lehrgang um 90 Prozent gesenkt werden!

Aus insgesamt drei unterschiedlichen Modulen bestehen die meisten Kettensägenkurse. Im gesamten Kurs lernt man in der Regel folgendes:
•          Welche Schutzausrüstung erforderlich ist
•          Die Bauteile eine Motorsäge
•          Den professionellen Umgang mit der Säge
•          Wie eine solche Kettensäge instand gehalten wird, beispielsweise das Feilen oder Schärfen der Kette
•          Die Befolgung der Schutzbestimmungen, um Unfälle zu vermeiden
•          Wie Bäume gefällt werden
•          Wie Holz schnell und richtig zerlegt wird
•          Den Umgang mit Betriebsstoffen
•          Das richtige Benehmen im Wald
•          Je nach Umfang des Lehrgangs auch verschiedene Schneidetechniken

Die Erlaubnis des Kettensägenscheines hat verschiedene Ausmaße, abhängig davon, welche Module absolviert wurden. So darf z.B. liegendes Holz im Wald erst nach den Modulen 1 und 2 gesägt werden. Dagegen dürfen Bäume erst nach Modul 3 gefällt werden, und zwar jedenfalls nur solche, die in Brusthöhe einen Durchmesser bis zu 25 cm haben. Für Sturmholz, Windbruch und Gefahrfällungen existieren besondere Lehrgänge und Scheine.

Was kostet ein Motorsägenschein?

Wenn Fachleute in Lehrgängen ihr Wissen weitergeben, machen sie das gewöhnlich nicht kostenlos. Je nach Umfang des Kurses können die Kosten des Scheins stark variieren. Für einen Kettensägenschein, der die ersten beiden Module einschließt, kann man mit gut 100 Euro rechnen. Zwischen 300 und 400 Euro kosten allerdings intensivere Lehrgänge mit mehr Modulen.

Lesetipp: Geschenke zum Richtfest

Wer den Kettensägenschein besitzt, ist aber nicht automatisch zur gewerblichen Verwendung der Motorsäge qualifiziert. Für diesen Zweck sind nämlich noch weitere Qualifikationen nötig. Auch wenn man die Lizenz zum Holzfällen bekommen hat, darf man noch längst nicht einfach in jeden Wald gehen und das Holz zum Heizen selber schlagen.

Dazu ist eine Zustimmung des zuständigen Revierleiters bzw. Forstamts notwendig, die mit dem Selbstwerber üblicherweise einen Brennholz-Vertrag abschließen und ihm die vereinbarte Holzmenge zuweisen. Wer dagegen im Wald ohne Schein mit einer Motorsäge arbeitet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und wird vom Förster mit viel Glück zunächst nur verwarnt. Ein Bußgeld gibt es dann aber spätestens im Wiederholungsfall.

Video: Motorsägenschein Pflicht oder nicht?

Ist ein Motorsägenschein Pflicht?
5 (100%) 1 vote
Ähnliche Suchanfragen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close