So können Sie Handwerksleistungen steuerlich geltend machen

Wie kann bei Handwerkerleistungen steuerlich gespart werden?

Wenn wieder eine teure Handwerkerrechnung auf den Tisch flattert, ärgern sich viele immer über die teuren Handwerker und fragen sich, warum es nicht irgendwie noch günstiger geht. Dabei vergessen viele allerdings, dass es auch noch steuerliche Möglichkeiten gibt, die sich begünstigend auswirken können.

Hierbei handelt es sich um einen Tipp, der den meisten einfach nicht bekannt ist. Während viele Mieter sich über zu hohe Nebenkosten beklagen, vergessen sie dabei ebenfalls, dass sich diese teilweise auch steuerlich absetzen lassen.


Doch wie genau lassen sich Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen und welche Leistungen sind dabei umfasst?

Zunächst ist es wichtig zu klären, was überhaupt eine handwerkliche Leistung ist. Denn nur solche Dienste können letztlich auch abgerechnet werden. Bei einem Handwerker handelt es sich um eine Person, die in Abgrenzung zur Industrie Stoffe verarbeitet und sie verändert. Diese Definition klingt sehr starr, lässt sich aber leicht übertragen.

Nicht nur der typische Handwerker, der einem etwas repariert, sondern auch Handwerker wie ein Klempner beispielsweise, fallen unter diesen Begriff. Steuerlich wird nicht alles anerkannt, hier gibt es aber zahlreiche Möglichkeiten.

Wie funktioniert die steuerliche Begünstigung?

Wichtig ist zunächst, dass es bei den Handwerkerleistungen immer nur um Instandhaltungen und Reparaturen geht. Es darf also keinesfalls etwas steuerlich abgesetzt werden, was neu beschafft oder neu gebaut wird. Wer sich also eine neue Lüftungsanlage einbauen lassen möchte, der wird an dieser Stelle leider falsch sein. Modernisierungen und Verbesserungen stehen hier im Vordergrund und werden vom Fiskus gefördert.

Handwerkerleistungen steuerlich absetzen ist dann möglich, wenn man Handwerker in der selbst genutzten Eigentumswohnung oder im Haus hat. Das Gebäude, wo die Reparaturen durchgeführt werden, muss also demjenigen gehören, der dann auch später die Steuern absetzen möchte.

Trifft diese Voraussetzung zu, können grundsätzlich 20 % der Arbeitskosten abgesetzt werden. Wichtig ist dabei, dass sogar Anfahrtskosten und die benötigten Materialien mit dazu gehören. Jeder kann so über 1.000 Euro pro Jahr steuerlich einsparen. Wenn Sie jetzt also dachten, dass Sie steuerlich nicht viel absetzen können, liegen Sie eindeutig falsch. Durch die richtigen Angaben in der Steuererklärung kann viel gespart werden, aber natürlich auch nur, wenn es wirklich in der Steuererklärung angegeben wird.

Bei genaueren Fragen sollte jedoch immer ein Steuerberater kontaktiert werden, denn die genauen Regelungen sind oft nicht ganz leicht verständlich. So gibt es beispielsweise Checklisten, aus denen hervorgeht, was wirklich alles abgesetzt werden kann. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass lange nicht alle Handwerkerleistungen steuerlich begünstigt werden. Doch auch der Schornsteinfeger kann z.B. angegeben werden, auch wenn dieser nur die Feuermelder wartet oder einen Blick in den Schornstein wirft. Auch solche Maßnahmen der Instandhaltung werden in der Regel von den Finanzämtern anerkannt.

Was für Handwerkerleistungen lassen sich abrechnen?

Die Möglichkeiten sind hier ziemlich groß, dennoch ist es oft nicht direkt zu erkennen, ob sich eine Handwerkerleistung steuerlich absetzen lässt oder nicht.

Eine kleine Übersicht:

  • Malerarbeiten in den vier Wänden
  • Erneuerung oder Reparatur von Fenstern und Türen
  • Schlüsseldienst
  • Dacharbeiten
  • Arbeiten an der Fassade
  • Arbeiten des Schornsteinfegers
  • Verlegung von Bodenbelägen
  • Modernisierung von Küche und Badezimmer
  • Reparatur von elektronischen Geräten

Natürlich gibt es noch weitere zahlreiche Möglichkeiten, hierbei handelt es sich nur um einen kleinen Ausschnitt. Allerdings entscheidet letztlich immer das Finanzamt, was anerkannt werden kann und welche Leistungen unberücksichtigt bleiben müssen.


Damit Sie die Leistungen steuerlich geltend machen können, sollten Sie darauf achten, dass Sie eine richtige Rechnung erhalten. Barzahlungen werden vom Finanzamt außerdem nicht beachtet, es muss erkennbar sein, dass tatsächlich Geld geflossen ist.

Zudem ist gerade bei eigenen Arbeiten besonders wichtig, dass die Tätigkeiten sehr genau aufgeführt werden. Allgemeine und pauschale Ausführungen werden von den Finanzämtern nicht akzeptiert. Wer staatlich gefördert wird bei den Handwerksmaßnahmen, der kann diese dann später leider nicht mehr absetzen.

Insgesamt ist die steuerliche Lage bei solchen Handwerksleistungen noch nicht in allen Bereichen geklärt, weshalb es immer wieder neue Gerichtsurteile gibt, bei denen dann beispielsweise neue Ausnahmen zugelassen werden.

Autor: Peter Baumeister

Der Autor: Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Sanierung verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.
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