Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos
Ein Untertischboiler wirkt klein, entscheidet aber über Komfort, Sicherheit und Folgekosten. Besonders druckfeste Untertischboiler sind beliebt, weil sie dem Wasserleitungsdruck standhalten und mit normalen Hochdruckarmaturen funktionieren. Gleichzeitig brauchen sie für Montage und späteren Ausbau ein Sicherheitsventil und einen Weg fürs Abwasser.

Drucklose Boiler sind dagegen oft günstiger und wartungsarm, verlangen aber eine Niederdruckarmatur – und dass es beim Aufheizen tropfen darf, damit kein Druck entsteht. Wer diese Unterschiede kennt, vermeidet teure Fehlkäufe.
Das Wichtigste in Kürze
- Druckfeste Untertischboiler halten dem Leitungsdruck stand und laufen mit Hochdruckarmaturen (meist 2 Schläuche).
- Bei druckfesten Geräten ist ein Sicherheitsventil nötig, inklusive Ableitung zum Abfluss.
- Drucklose Boiler sind meist günstiger und wartungsärmer, brauchen aber Niederdruckarmaturen (meist 3 Schläuche).
- Das Tropfen beim Aufheizen ist bei drucklosen Systemen normal und gewollt, weil es Druckaufbau verhindert.
- Vor dem Kauf immer die Schlauchanzahl der Armatur prüfen: Falsche Kombinationen funktionieren nicht.
Was ist der Unterschied zwischen druckfesten und drucklosen Untertischboilern?
Druckfeste Untertischboiler sind für Leitungsdruck ausgelegt und passen zu normalen Hochdruckarmaturen, benötigen aber ein Sicherheitsventil. Drucklose Boiler arbeiten druckfrei, sind oft günstiger und wartungsarm, verlangen jedoch eine Niederdruckarmatur und können beim Aufheizen tropfen, um Druck zu vermeiden.
Druckfeste Untertischboiler: So funktionieren sie
Druckfeste Untertischboiler sind so gebaut, dass sie dem Wasserleitungsdruck standhalten. Das ist ihr großer Vorteil, denn sie lassen sich wie ein „normales“ Warmwassersystem betreiben. Sie funktionieren deshalb mit Hochdruckarmaturen und den üblichen Anschlüssen.
In der Praxis bedeutet das: Wasser kommt mit Leitungsdruck ins Gerät, wird erwärmt und steht dann unter Druck bereit. Dadurch ist die Nutzung sehr vertraut, weil sich das Verhalten am Hahn nicht „anders“ anfühlt. Außerdem ist das praktisch, wenn bereits eine Hochdruckarmatur vorhanden ist.
Und es ist hilfreich, wenn mehr als eine Zapfstelle versorgt werden soll, sofern das System darauf ausgelegt ist.
Sicherheitsventil & Abfluss: Pflicht bei druckfesten Geräten
Bei einem druckfesten Untertischboiler ist das Sicherheitsventil ein zentrales Bauteil. Es schützt das System, wenn sich Wasser durch Erwärmung ausdehnt und Druckspitzen entstehen. Darum gehört zur Installation meist auch eine Abführung zum Abfluss.
Das ist ein echter Unterschied zur drucklosen Variante. Beim Einbau sollte der Ablauf also von Anfang an mitgedacht werden. Auch beim späteren Ausbau ist dieses Sicherheitsventil relevant, weil es dafür „mit eingeplant“ sein muss.
Zusätzlich gehört zur Praxis, das Ventil gelegentlich zu prüfen. So bleibt die Funktion zuverlässig und Sie reduzieren das Risiko von Undichtigkeiten oder Ärger beim Tausch.
Drucklose Boiler: Warum sie tropfen dürfen
Drucklose Boiler arbeiten bewusst ohne Leitungsdruck im Gerät. Das macht sie in vielen Fällen günstiger und oft wartungsärmer. Der entscheidende Punkt ist aber die Armatur: Hier braucht es eine Niederdruckarmatur, die den Druckaufbau verhindert.
Beim Aufheizen dehnt sich Wasser aus, und genau dann kann es am Auslauf tropfen. Das ist kein Defekt, sondern Teil des Prinzips. Denn das Tropfen sorgt dafür, dass sich kein gefährlicher Druck im Speicher aufbaut. Wer das nicht weiß, erschrickt oft am Anfang.
Mit dem passenden Set aus Boiler und Niederdruckarmatur ist dieses Verhalten jedoch normal und richtig.
Armaturen-Check: 2 Schläuche vs. 3 Schläuche
Der schnellste Fehlkauf entsteht durch eine falsche Armatur-Kombination. Eine Hochdruckarmatur hat typischerweise 2 Schläuche. Eine Niederdruckarmatur hat typischerweise 3 Schläuche. Diese Schlauchanzahl ist Ihr einfachster Vorab-Check.
Denn ein druckloser Boiler braucht die spezielle Niederdruckarmatur, sonst stimmt die Druckführung nicht. Umgekehrt bringt eine Niederdruckarmatur an einem druckfesten Gerät keinen Nutzen und sorgt oft für Verwirrung.
Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, was bereits montiert ist. Wenn Sie neu installieren, planen Sie Armatur und Boiler als passendes Duo. So vermeiden Sie Funktionsprobleme, Tropfen an der falschen Stelle oder unnötige Zusatzkosten.
Hauptunterschiede im direkten Vergleich
| Merkmal | Druckfest | Drucklos |
|---|---|---|
| Armatur | Hochdruck (2 Schläuche) | Niederdruck (3 Schläuche) |
| Installation | Sicherheitsventil + Abfluss | Einfacher, kein Ventil |
| Wartung | Ventil prüfen | Minimal |
| Preis | Höher | Günstiger |
| Material | Meist Metall | Kunststoff |
Der Kern ist schnell erklärt: Druckfest fühlt sich „wie Standard“ an, braucht aber mehr Sicherheits- und Installationsaufwand. Drucklos ist häufig günstiger und simpler aufgebaut, setzt jedoch zwingend die richtige Armatur voraus.
Auch die Materialanmutung unterscheidet sich oft, weil druckfeste Geräte häufig metallischer ausgeführt sind. Drucklose Varianten sind dagegen oft kunststofflastiger. Entscheidend bleibt trotzdem die passende Kombination im Gesamtsystem. Und genau die bestimmt am Ende Komfort, Sicherheit und Kosten.
Wann passt welcher Boiler zu Ihrem Haushalt?
Ein druckfester Untertischboiler passt besonders gut, wenn Sie eine bestehende Hochdruckarmatur behalten möchten. Er ist auch dann sinnvoll, wenn mehrere Zapfstellen eine Rolle spielen oder der Leitungsdruckbetrieb gewünscht ist.
Sie sollten dann aber den Aufwand für Sicherheitsventil und Abfluss direkt einplanen. Ein druckloser Boiler eignet sich dagegen gut für eine Neuinstallation an einer Einzelspüle, wenn Sie bewusst Budget sparen möchten. Er ist außerdem interessant, wenn Sie eine wartungsarme Lösung bevorzugen und mit dem „normalen“ Tropfen beim Aufheizen leben können.
Wichtig ist, dass Sie die passende Niederdruckarmatur wählen, sonst klappt das System nicht. Am Ende entscheidet also nicht nur der Preis, sondern vor allem die vorhandene Armatur und die gewünschte Nutzung.
Die richtige Armatur für den Untertischboiler
Ein entscheidender Punkt beim Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos ist die Wahl der passenden Armatur. Ein druckloses Gerät (offenes System) benötigt zwingend eine spezielle Niederdruckarmatur, die an drei Anschlussschläuchen erkennbar ist.
Diese Armatur fungiert als Überdruckventil; beim Aufheizen dehnt sich das Wasser aus und tropft kontrolliert aus dem Hahn ab. Verwenden Sie stattdessen fälschlicherweise eine herkömmliche Hochdruckarmatur, wird der Wasserfluss blockiert und der Behälter des Boilers kann unter dem entstehenden Druck platzen.
Achten Sie daher beim Kauf immer darauf, dass Armatur und Boiler-Typ technisch kompatibel sind, um Wasserschäden und einen Defekt des Geräts von vornherein auszuschließen.
Erforderliches Zubehör – Die Sicherheitsgruppe
Was viele beim Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos übersehen, ist das notwendige Sicherheitszubehör für druckfeste Systeme. Da druckfeste Boiler unter dem vollen Leitungsdruck stehen, muss beim Einbau zwingend eine sogenannte Sicherheitsgruppe (bestehend aus Rückflussverhinderer und Sicherheitsventil) installiert werden.
Dieses Ventil schützt das Gerät vor Schäden durch Überdruck, indem es überschüssiges Wasser beim Heizvorgang sicher ableitet. Im Gegensatz dazu benötigen drucklose Geräte kein solches Ventil, da die Entspannung direkt über die Armatur erfolgt.
Wenn Sie sich für ein druckfestes System entscheiden, planen Sie diesen zusätzlichen Bauteil und den notwendigen Platzbedarf unter der Spüle unbedingt ein, um einen normgerechten und sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Einzel- vs. Gruppenversorgung
Ein wesentliches Merkmal beim Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos ist die Flexibilität in der Nutzung. Drucklose Untertischgeräte sind ausschließlich für die Einzelversorgung konzipiert, was bedeutet, dass sie nur ein einziges Waschbecken mit Warmwasser beliefern können.
Druckfeste Boiler hingegen sind belastbar genug, um als zentrale Einheit für eine Gruppenversorgung zu dienen. So ist es möglich, mit nur einem druckfesten Untertischgerät sowohl die Küchenspüle als auch ein angrenzendes Gäste-WC gleichzeitig zu versorgen.
Diese Vielseitigkeit macht druckfeste Modelle zur idealen Wahl für Renovierungen, bei denen mehrere Zapfstellen mit geringem Aufwand an die Warmwasserbereitung angeschlossen werden sollen, sofern die Leitungswege kurz genug bleiben.
Der richtige Strahlregler (Perlator)
Ein oft unterschätzter Aspekt beim Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos ist der Strahlregler am Wasserhahn. Bei einem drucklosen System darf niemals ein handelsüblicher, engmaschiger Luftsprudler oder gar ein Wasserstopp-Einsatz verwendet werden.
Diese Bauteile bremsen den Wasserfluss und können dazu führen, dass sich im Inneren des drucklosen Boilers ein unzulässiger Druck aufbaut. Da der Kunststoffbehälter eines drucklosen Geräts nicht für diesen Belastungsgrad ausgelegt ist, besteht die akute Gefahr, dass der Behälter reißt oder platzt.
Achten Sie daher bei einer Niederdruckarmatur immer auf die Verwendung von speziellen „strahlformenden“ Einsätzen, die den freien Auslauf des Ausdehnungswassers während der Aufheizphase nicht behindern.
Gruppenversorgung mit druckfesten Geräten
Bei der Entscheidung zwischen den Systemen spielt die Anzahl der Zapfstellen eine zentrale Rolle. Ein wesentlicher Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos ist die Kapazität zur Gruppenversorgung.
Drucklose Kleinspeicher sind ausschließlich als Einzelversorgungsgeräte konzipiert – sie können also nur genau ein Waschbecken bedienen. Druckfeste Untertischgeräte hingegen sind so konstruiert, dass sie dem vollen Leitungsdruck standhalten und somit problemlos zwei nahe beieinanderliegende Entnahmestellen versorgen können.
Dies ist besonders praktisch, wenn Sie beispielsweise in einer Küche und einem direkt angrenzenden Hauswirtschaftsraum gleichzeitig warmes Wasser benötigen. In einem solchen Fall ist das druckfeste Modell trotz höherer Anschaffungskosten die technisch überlegene und oft einzig sinnvolle Lösung.
Wartung und die Opferanode
Wer sich für ein druckfestes System entscheidet, muss auch das Thema Langlebigkeit und Wartung im Blick behalten. Ein technischer Untertischboiler – Unterschied zwischen druckfest und drucklos liegt im Korrosionsschutz.
Da druckfeste Speicher meist aus emailliertem Stahl bestehen, verfügen sie im Inneren über eine sogenannte Schutzanode (Opferanode). Diese schützt den Metallkessel vor Rostschäden, verbraucht sich jedoch mit der Zeit. Eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls der Austausch dieser Anode alle zwei bis drei Jahre ist essenziell, um die Lebensdauer des Geräts zu maximieren.
Drucklose Boiler aus Kunststoff kennen dieses Korrosionsproblem nicht, sind dafür aber mechanisch weniger belastbar. Die Einplanung dieser kleinen Wartungsaufgabe ist der Schlüssel für einen jahrzehntelangen, störungsfreien Betrieb Ihres druckfesten Warmwasserspeichers.
Fazit
Wenn Sie eine normale Hochdruckarmatur haben und ein „wie gewohnt“-Gefühl am Wasserhahn wollen, ist ein druckfester Untertischboiler meist die beste Wahl. Er hält Leitungsdruck aus, verlangt aber ein Sicherheitsventil und die richtige Ableitung. Wollen Sie günstiger einsteigen und die Installation simpel halten, ist ein druckloser Boiler stark – jedoch nur mit Niederdruckarmatur und dem typischen Tropfen beim Aufheizen. Prüfen Sie jetzt die Schlauchanzahl, dann sitzt die Entscheidung.
Quellen:
- Untertischboiler: Kaufberatung + Top 4 Modelle 2024
- Kleinspeicher – der Ratgeber von STIEBEL ELTRON
- Niederdruck und Hochdruck: Was ist der Unterschied?
FAQ
Woran erkenne ich einen drucklosen Untertischboiler?
Drucklose Geräte sind meist aus Kunststoff gefertigt und werden immer mit einer Armatur kombiniert, die drei Anschlussschläuche besitzt. Zudem steht auf dem Typenschild oft der Hinweis „nur für offene Systeme“ oder „drucklos“.
Kann ich eine normale Armatur an einen drucklosen Boiler anschließen?
Nein, das ist streng untersagt und führt fast zwangsläufig zum Platzen des Boilers beim ersten Aufheizvorgang. Drucklose Boiler benötigen eine spezielle Niederdruckarmatur, um den entstehenden Ausdehnungsdruck sicher abzuleiten.
Warum tropft der Wasserhahn beim Untertischboiler während des Aufheizens?
Das Tropfen bei drucklosen Systemen ist ein normales physikalisches Phänomen und kein Defekt. Da sich Wasser beim Erhitzen ausdehnt, entweicht der überschüssige Druck über den Auslauf der Niederdruckarmatur.
Welcher Boiler-Typ ist besser für die Küche geeignet?
In der Küche reicht meist ein druckloser Boiler aus, da in der Regel nur eine Zapfstelle (die Spüle) versorgt werden muss. Er ist in der Anschaffung günstiger und die Installation der Armatur ist für Laien oft einfacher.
Wie hoch ist der Wasserdruck bei einem druckfesten Untertischgerät?
Ein druckfester Boiler hält dem vollen Leitungsdruck von üblicherweise bis zu 6 oder 10 Bar stand. Er ist daher aus robustem Stahl oder emailliertem Material gefertigt, um diesen Belastungen dauerhaft zu widerstehen.
Benötigt ein druckfester Boiler eine spezielle Armatur?
Nein, für druckfeste Boiler verwenden Sie ganz gewöhnliche Hochdruckarmaturen mit zwei Anschlussschläuchen. Die Belastung des Drucks wird hier vom Boilergehäuse selbst und der vorgeschalteten Sicherheitsgruppe getragen.
Was passiert, wenn die Sicherheitsgruppe beim druckfesten Boiler fehlt?
Ohne das Sicherheitsventil kann der Druck im Inneren des Boilers beim Aufheizen so stark ansteigen, dass Schweißnähte reißen oder Leitungen platzen. Dies führt zu massiven Wasserschäden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Kann man einen drucklosen Boiler für zwei Waschbecken nutzen?
Das ist technisch nicht möglich, da das offene Prinzip der Niederdruckarmatur nur für eine einzige Entnahmestelle funktioniert. Für zwei oder mehr Zapfstellen müssen Sie zwingend auf ein druckfestes Modell ausweichen.
Wie lange halten Untertischboiler im Durchschnitt?
Bei regelmäßiger Entkalkung halten hochwertige Geräte zwischen 10 und 15 Jahren. Druckfeste Modelle sind aufgrund ihrer massiveren Bauweise oft langlebiger, aber auch anfälliger für Korrosion, wenn keine Schutzanode vorhanden ist.
Muss ein Untertischboiler regelmäßig gewartet werden?
Ja, insbesondere in Regionen mit kalkhaltigem Wasser sollten die Heizelemente alle zwei bis drei Jahre entkalkt werden. Bei druckfesten Geräten muss zudem die Funktion des Sicherheitsventils und die Schutzanode regelmäßig überprüft werden.