Fliesen bohren – Anleitung für den Heimwerker

Wissenswerte Informationen zum Thema Fliesen bohren

Wandkacheln gehören nicht zu den robustesten Materialien und gerade, dass Löcher in Fliesen bohren, kann schnell zum Zerspringen der schönen Kacheln führen. Wie Sie Stein-, Naturstein- und auch Badezimmerfliesen richtig, ohne Schaden, durchbohren, erklären wir Ihnen jetzt hier Schritt für Schritt.

Handtuchhalter, Seifenspender, aber auch die Halterung für die WC-Toilettenrolle sind heute häufig so konzipiert, dass sie direkt an der Wand angebracht werden. Das heißt, in die schönen Wandkacheln müssen Löcher gebohrt werden, um hier dann die diversen Halterungen für Handtücher und Co aufhängen zu können.

Wer hier einfach irgendwo ein Loch bohrt, muss damit rechnen dass die Fliese zerspringt, so dass es hier besonders vorsichtig zu sein gilt. Keinesfalls benötigt es dafür aber extra einen Fachmann, denn auch ein Heimwerker kann hier mit etwas Geschick die Halterungen anbringen, ohne gleich die schönen Kacheln zu beschädigen.

Wer hier allerdings in einer Mietwohnung lebt, sollte sein Vorhaben zuvor mit seinem Vermieter absprechen. So mancher Hausbesitzer sieht Löcher in seinen Wandfliesen gar nicht gern.

Immer in die Fugen bohren

Gilt es Löcher im Badezimmer oder in der Küche zu bohren, um diverse Gegenstände an den Wandfliesen anbringen zu können, sollten die Bohrungen immer in den Fugen vorgenommen werden. Hier sind die Löcher eher unauffällig, sollte es mal zu einem Umzug kommen und die Halterungen wieder entfernt werden. Zumal es in der Fuge auch leichter ist ein Zerspringen der Fliesen, während des Bohrens, zu verhindern.

So funktioniert, dass Fliesen bohren ohne Pannen

Bevor Sie hier gleich zum Bohrer greifen und einfach willkürlich eine Stelle zum Bohren wählen, gilt es ein Leitungssuchgerät zu Hand zu nehmen. In der Regel werden sämtlich Badzubehörteile mit Hilfe einer festen Dübel-Verbindung an einer Halteplatte an die Wand gebracht.

Gerade hier können aber sowohl Wasser-, als auch Stromleitungen liegen, so dass das Risiko gar nicht so klein ist um eine solche mit dem Bohrer zu treffen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich immer zuerst ein Leitungssuchgerät einzusetzen, um solcher Treffer zu vermeiden.

Mit Hilfe einer Reißzwecke das Loch in der Fliese anknacken

Stiftung Warentest rät bei glatten Fliesenoberflächen die gewünschte Position des Lochs mit einer Reißzwecke zu markieren. Hierfür benötigen Sie lediglich einen kleinen Hammer, sowie eine einfache Reißzwecke. Mit dieser knacken Sie dann die Stelle an, an die Sie gerne das Loch bohren möchten. Durch die kleine Vertiefung, die jetzt entstanden ist, kann der Bohrer dann beim tatsächlichen Bohren nicht mehr so schnell abrutschen.

Mit Hilfe von Malerkrepp, dass Abrutschen des Bohrers verhindern

Aber nicht nur eine Reißzwecke kann hier als Hilfsmittel missbraucht werden. Auch, dass sogenannte Malerkrepp vereinfacht das Bohren eines Lochs in eine Fliesenwand. Die raue Oberfläche des Klebebandes auf der glatten Oberfläche unterbindet hier einfach ein Wegrutschen des Bohrers und verhindert so unschöne Schäden auf der Kachel. Bei dieser Handhabe empfehlen wir zudem gleich zwei Lagen Malerkrepp.

Auf den passenden Bohrer kommt es an

Um den passenden Bohrer wählen zu können, müssen Sie zuvor die Ritzhärte der Fliese kennen. Dieser Grad lässt Sie wissen, wie stark die keramische Glasur einer Kachel einer kratzenden, wie ritzenden Beanspruchung standhält. Die Werte werden auch hier mit Eins bis Zehn angegeben. Der kleinste Wert bezeichnet den Härtegrad sehr weich, währen die Zehn hier mit sehr hart betitelt wird. Zu den härtesten Bodenbelägen gehört hier unter anderem Feinsteinzeug. Dieser bringt den Härtegrad acht mit. Gilt es Löcher in Fliesen zu bohren, die lediglich den Härtegrad drei besitzen, reichen hier Glas-, wie Fliesenbohrer gänzlich aus, um ein sauberes Loch in die Kachel zu bekommen.

Noch idealer sind hier allerdings sogenannte Diamantbohrer, welche mit Hilfe eines integrierten Wasserkühlers stets eine gleichbleibende, niedrige Temperatur während des Bohrens mitbringen. Vor allem bei härteren Kacheln, wie Feinsteinzeug, gilt es einen solchen wassergekühlten Diamantbohrer zu verwenden. Wobei Glas-, wie Fliesenbohrer stets nur eingesetzt werden sollten, wenn es gilt die Kachel selbst zu durchbohren. Da meist natürlich auch die dahinterliegende Wand mit einem Loch versehen werden muss, gilt es anschließend einen herkömmlichen Steinbohrer einzusetzen. Nutzen auch für dieses Loch einen speziellen Bohrer, können Sie davon ausgehen, dass dieser schnell stumpf wird.

Bohren Sie niemals mit Schlag ein Loch in die Fliese!

Solange Sie lediglich in die Fliese und den dahinterliegenden Putz bohren, sollten Sie auf den Schlag verzichten. Bei diesem handelt es sich um eine vibrierende Bewegung, welche dazu dient besonders harte Materialien zu durchbohren. Besteht die Wand unter der Kachel aus Beton oder Vollstein, gilt es diese Funktion an Ihrem Bohrer anzuschalten. Handelt es sich hingegen um Materialien, wie Bims, Lochziegel oder Porenbeton könnte ein Bohren mit Schlag fatale Folgen haben, denn jetzt könnte die ganze Steinstruktur zu Bruch gehen. Zumal jetzt ein so großes Loch entstehen kann, dass hier kein Dübel mehr den nötigen Griff finden kann.

Wichtig – Bohrer richtig halten beim Bohren in Fliesen

Möchten Sie ein Loch in eine Kachel bohren, gilt es den Bohrer immer senkrecht zur Fliese zu halten. Nur so lässt es sich vermeiden, dass die obere Schicht einer Fliese doch noch abplatzt und die Fliesen Glasur sich auf dem Boden wiederfindet.

Diamantbohrkronen bei Steinfliesen verwenden

Möchten Sie hingegen Dübel-Löcher in Fliesen aus Naturstein oder Feinsteinzeug bohren, gilt es eine Besonderheit zu beachten. Diese äußerst harten Materialien lassen sich nur mit Hilfe von Diamantbohrkronen durchbohren. Zumal diese Bohrkronen während des Bohrens stetig mit Wasser gekühlt werden müssen, denn nur so lassen sich diese längere Zeit benutzen. Ohne eine ausreichende Kühlung durch Wasser nutzen sich diese sehr schnell ab.

Wann dürfen Mieter Löcher in Fliesen bohren?

Grundsätzlich ist es dem Mieter gestattet Wandfliesen in seiner Mietwohnung anzubohren. Übliche Gegenstände, wie Handtuchhalter, Seifenspender oder Spiegel dürfen somit mit Hilfe von Dübel-Verbindungen an die Wand gebracht werden. 20 bis 30 Löcher sind bisher von Gerichten stetig toleriert worden, so dass bei einer solchen Anzahl kaum mit Ärger gerechnet werden kann. Der Mieter verletzt hier erst seine sogenannte Obhutspflicht, wenn er Fliesen über das übliche, wie erforderliche Maß anbohrt. In diesem Fall kann der Vermieter einen Schadensersatz verlangen.

Besser ist Löcher in die Fugen zu bohren

Finden sich in Bad oder Küche Fugen die breiter sind als die verwendeten Dübel, sollten Sie die Löcher besser zwischen den Kacheln setzen. Vor allem in Mietwohnungen lassen sich die Löcher schnell wieder mit der passenden Fugenmasse verschließen und so zum Verschwinden bringen.

Leider sind die meisten Fugen aber eher zu schmal und sind gerade einmal zwei bis drei Millimeter breit. Hier einen Dübel zu setzen, ohne den Kachelrand zu beschädigen, ist fast schon unmöglich. Somit lässt es sich nur schwer vermeiden eine Fliese anzubohren. Kommen Sie nicht drum herum und müssen in die Oberfläche einer Kachel ein Loch bohren, setzen Sie dieses aber stets mittig auf die Fliese.

Passende Dübel einsetzen

Gilt es lediglich eine leichte Halterung für das Toilettenpapier an die Wand zu bringen, reicht es aus einen sogenannten Universaldübel einzusetzen. Handtuchalter hingegen hängen mit Hilfe eines Langschaftdübel sicherer an der Wand, denn der lange Schaft am Ende des Dübels spreizt sich beim Einsetzen in den Porenbeton und hakt sich der Wand fest. Mit diesen kleinen Helferlein lassen sich ebenfalls leichte Hängeschränke an Fliesen anbringen.

Für schwere Gegenstände auf Porenbetonanker setzen

Schwere Hängeschränke, sowie Handwaschbecken oder auch ein Handgriff an der Badewanne oder Toilette bringen Sie dagegen am besten mit Porenbetonanker fest an die Wandfliesen an. Diese Anker besitzen ein Gewinde am Ende und schneiden sich so tief in den Beton ein. Da gerade große Waschtische, aber auch eine Toilette ein großes Eigengewicht mitbringen, empfiehlt es sich hier gleich ein Injektionssystem zu verwenden. In diesem Fall kommt ein zusätzlicher Mörtel zum Einsatz, der in das Bohrloch gegeben wird, so dass die Ankerstange sich mit dem Untergrund gleichzeitig verkleben kann.

Korrigieren von Fehlern

Löcher in Fliesen bohren, ist für einen jeden Heimwerker eine knifflige Angelegenheit und somit durchaus eine Herausforderung. Fehler sind schnell passiert. Ist ein Bohrloch mal nicht so gut geraten, wie beabsichtigt, lässt sich dieses Missgeschick aber mit einem Spezialspachtel für Fliesen einfach vertuschen. Geben Sie diese Masse einfach ins Bohrloch und ziehen Sie die überschüssige Masse leicht mit einem Spachtel ab.

Ist die betroffene Stelle ausgehärtet, glätten Sie die Oberfläche mit Hilfe von Schleifpapier. Besitzt die verwendete Spachtelmasse einen allzu großen Farbunterschied zur Kachel, können Sie zusätzlich einen farblich passenden Sprühlack verwenden, um so der Fliesenfarbe wieder näher zu kommen.

Ist hingegen die Kachel beim Bohren gesprungen, müssen Sie auch hier nicht gleich einen aufwendigen Austausch vornehmen. Lediglich an feuchtigkeitsexponierten Stellen ist ein Fliesenaustausch aber stets sinnig, denn ansonsten laufen Sie Gefahr, dass hier die Wand mit Zeit feucht wird. Andere, trockne Stellen hingegen, wo eine Kachel gesprungen ist, können Sie auch einfach einen Fliesenaufkleber verwenden und so den Sprung zum Verschwinden bringen.

Auch Heimwerker, die nicht gerade zu den geschicktesten ihrer Art gehören, müssen sich nicht vor dem Löcher bohren in Fliesen ängstigen. Kleine Pannen lassen sich einfach beheben. Zumal es noch eine andere Möglichkeit gibt, um diverse Halterungen an die Fliesenwand zu bringen.

Anstatt Löcher in Fliesen zu bohren, können Sie Halterungen auch kleben

Durchaus finden sich auch für das Fliesen bohren, einfachere Alternativen. So mancher Hersteller bietet heute Handtuchhalter, Toilettenpapier-Halter und andere Halterungen auch zum Kleben an. Somit erübrigt sich das Bohren in Fliesen. Zumal diese verwendeten Klebestreifen auch nach Jahren einfach wieder durch Abdrehen der Halterungen mit einer Zange oder mit Hilfe eines Cuttermessers wieder demontiert werden können.

Anleitung: Loch in Fliesen bohren

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1 thought on “Fliesen bohren – Anleitung für den Heimwerker”

  1. Wie harte Fliesen bohren? Mit mehr Druck oder mit vorbohren ?

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